Dem SV Eintracht Gommern ist in dieser Woche eine besondere Anerkennung zuteil geworden. Der Handball-Verband Sachsen-Anhalt (HVSA) hat die Ehlestadt offiziell zum Handball-Stützpunkt berufen. Von der Förderung sollen vor allem junge Talente profitieren.

Gommern (bjr) l Für Jens Hünerbein dürfte die Ernennung des Standortes Gommern zum Handball-Stützpunkt ein paar Jahre zu spät kommen. Der heutige Bürgermeister der Einheitsgemeinde mag vielleicht in Jugendtagen nur versehentlich durch das Raster der Talentförderung gerutscht sein, doch wenn seine zwei Siebenmeterwürfe vom Donnerstag gegen C-Jugend-Torhüter Martin Dombrowsky wirklichen Aufschluss über das eigene handballerische Können ablieferten, blieb festzuhalten: Es könnte mit einigem Trainingsaufwand für die Eintracht-Altherren reichen.

Sinn und Aufgabe der insgesamt neun Handball-Stützpunkte im Land Sachsen-Anhalt zielen allerdings in eine andere Richtung: Der HVSA unterstützt Vereine bei der Aus- und Weiterbildung der Übungsleiter, gibt Hilfestellung im Bereich Fördermittel und schafft Kooperationen, etwa mit Grundschulen oder anderen Vereinen. Darüber hinaus steht nun den Vereins- trainern das Know-how der Bezirksförder- und Landesauswahltrainer zur Verfügung. Im Gegenzug sollen Clubs vor Ort die Bezirksförderung erleichtern, etwa durch Hallenzeiten und Trainerpersonal. Nicht zuletzt zielt die Maßnahme auch auf die Sichtung junger Talente ab. Das dezentrale Konzept erleichtert das Finden und Fördern eben dieser. Im Prinzip funktionieren die neun Stützpunkte von Seehausen bis Naumburg als "kleiner Bruder" der beiden Leistungszentren in Magdeburg und Halle. Wer bereits in jungen Jahren überzeugt, hat so größere Chancen, den Sprung an eine der Handball-Kaderschmieden des Landes zu schaffen.

Im Rahmen einer Trainingseinheit der Jugendspielgemeinschaft Gommern/Möckern erfolgte am Donnerstag die offizielle Berufung Gommerns zum Handball-Stützpunkt. HVSA-Landestrainer Christian Pöhler und Corinna Hinkel von der Avacon AG, deren gemeinsames Sponsoringprojekt "Fit for Kids" die Talentförderung unterstützt, überreichten an Handball-Abteilungsleiter Andreas Schütte die Ernennungsurkunde. "Das ist für uns eine Ehre, gleichermaßen aber auch Verpflichtung. Schließlich wollen wir der Berufung auch künftig gerecht werden", sagte Schütte.

Immer wieder hatten in den vergangenen Jahren vereinzelte Talente der Ehlestädter auf sich aufmerksam gemacht und wurden an den Leistungsstützpunkt berufen - inklusive dem Wechsel an die Sportschule nach Magdeburg. Dass ihre Anzahl in Zukunft weiter wächst und ihnen tatsächlich dauerhaft der Sprung in den Profisport gelingt, hofft auch der Landescoach. "Vielleicht sehen wir auch den ein oder anderen von euch bald in 20 Kilometern Entfernung wieder", sagte Pöhler zu den C-Jugendlichen der Jugendspielgemeinschaft. "In und um Gommern lebt ja auch der ein oder andere mit einer Bundesligakarriere im Lebenslauf."

Ob in absehbarer Zukunft ein neuer Bennet Wiegert aus der Jugendspielgemeinschaft hervorgeht, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch, dass sich die Voraussetzungen dafür mit der Berufung des Standortes Gommern zum Handball-Stützpunkt definitiv nicht verschlechtert haben dürften.