Genthin (ks/okr). Viel Lob, aber auch kritische Töne: Bei der Mitgliederversammlung des SV Chemie Genthin zogen der Vorstand und seine Mitglieder kürzlich Bilanz. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass für die Aufrechterhaltung des Trainings- und Wettkampfbetriebs immer größere Antrengungen notwendig sind.

Wenn 946 Mitglieder aus 18 Abteilungen an einem Tisch sitzen, treffen unterschiedliche Interessen aufeinander. Dies war bei der Sitzung des SV Chemie Genthin, einem der größten Sportvereine im Jerichower Land, nicht anders.

Zunächst gab es aber Grund zur Freude: "2010 war ein sehr gutes Jahr ", stellte Vorsitzender Fritz Mund in seinem Rechenschaftsbericht heraus. "Denise Oehler wurde zur Sportlerin des Jahres gewählt. Sie ist die erste Nachwuchssportlerin, der diese Auszeichnung zu teil wird", freute sich Mund über einen der größten Vereinserfolge im vergangenen Jahr.

Gleichzeitig wies er auf die Schwierigkeiten hin, mit denen Oehler und ihre Sportfreunde aus der Abteilung Leichtathletik zu kämpfen haben. "Sie haben mit Abstand die schlechtesten Bedingungen in Sachsen-Anhalt, trotzdem bringen sie konstant gute Leistungen." Als Beispiel führte Mund an, dass den Hammerwerfern kein Wurfring zur Verfügung stehe. "Der wurde uns schon vor 18 Jahren versprochen, wir warten bis heute darauf."

Positives gab es aus der Abteilung Schwimmen zu berichten. Diese ist mittlerweile so gut aufgestellt, dass die Mitglieder an Wettkämpfen teilnehmen wollen. Dafür ist eine Mitgliedschaft im Schwimmverband notwendig. Diese sei laut Mund für 2011 fest eingeplant.

Die Bereitstellung der Schwimmhalle durch die Stadt Genthin funktioniere gut, allerdings kritisierte der Vorsitzende die Wassertemperaturen für die Donnerstags-Gruppen: "Die Rheumagruppe benötigt andere Temperaturen als unsere Schwimmgruppe."

Mund konnte in seiner Eröffnungsrede nicht alle würdigen, die er gerne erwähnt hätte. "Sonst säßen wir hier morgen noch", meinte er lachend. Stellvertretend für alle seine Mitglieder, die Tag für Tag Außerordentliches für den Verein leisten, hob er die Seniorensportler hervor, die 2010 erfolgreich an Wettkämpfen teilnahmen.

Auch für die Abteilung Unihockey war er voll des Lobes: "Hier engagieren sich viele junge Leute. Stellvertretend seien Sebastian Döring und Steffen Kalow genannt." Zudem schnitten die Tischtennisspieler und Kanuten 2010 sehr gut ab.

Die Besonderheit des Vereins liegt im Zusammenwirken von Wettkampf- und Breitensport. Deshalb hob Mund auch die Sektion Wandern für ihre gute Öffentlichkeitsarbeit hervor. "Außerdem haben wir nun auch eine Line-Dance-Gruppe", freute sich Mund. Der erste Auftritt der Damen ist beim Rathausfest am 3. Oktober geplant.

Für 2011 wünschte sich der Vereinschef eine stabile Abteilungsleitung für den Handball. Trotz der Erfolge gäbe es Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit. Zudem sei wichtig, Kampf- und Schiedsrichter für die Ballsportarten zu gewinnen. "Schiedsrichter ist ein undankbarer Job", sagte Mund. Umso höher sei ihre Arbeit einzuschätzen.

Zum Abschluss diskutierten die Mitglieder kontrovers den Bau einer eigenen Sporthalle für den Verein (Genthiner Volksstimme berichtete).