Wernigerode (ige) l Eine vor allem in dieser Höhe enttäuschende 29:46-Niederlage haben die Handballer des HV Wernigerode im Punktspiel der Sachsen-Anhalt-Liga bei der SG Spergau hinnehmen müssen.

Trainer Björn Ahlsleben hatte schon vor der Partie reichlich Sorgenfalten auf der Stirn. Mit Torhüter Michael Zimmermann, Bastian Liebscher, Florian Fahrtmann, Tobias Poetzsch und Patrick Erdmann fielen gleich fünf Spieler für die schwere Partie beim Tabellenzweiten aus. Weiter verschärft wurden die Personalprobleme in der zehnten Spielminute, als Norman Hoffmann umknickte - mit einer Sprunggelenksverletzung war die Partie für den Rückraumschützen vorzeitig beendet.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Wernigeröder bereits im Hintertreffen gelegen, nur bis zum 2:2 verlief das Spielgeschehen auf Augenhöhe. Danach offenbarte der HVW eklatante Schwächen in der Abwehr, Keeper Andreas Wisotzky wurde von seinen Vorderleuten ein ums andere Mal im Stich gelassen. "Wir haben in der Abwehr riesige Lücken gelassen, Spergau konnte nahezu jedes Tor ohne Gegenwehr erzielen", monierte Trainer Ahlsleben das schwache Abwehrverhalten seines Teams. Folgerichtig zog Spergau, das mit schnellem und variablem Angriffsspiel überzeugte, über die Stationen 7:2 und 10:7 bereits zur Pause uneinholbar auf 21:12 davon.

Auch im zweiten Abschnitt änderte sich nicht viel am Gesamteindruck. Zwar zeigte sich der HV Wernigerode im Angriff vor allem über Markus Czaja etwas präsenter, doch die Deckung fand nach wie vor überhaupt keinen Zugriff. "Wir haben zu keiner Zeit richtig zugefasst, waren überhaupt nicht bei der Sache. Es ist mir völlig unerklärlich, warum die Mannschaft vor allem in der Deckung so eine Leistung abgeliefert hat", so Ahlsleben. Dazu gesellte sich auch ein mangelhaftes Rückzugsverhalten, das Spergau immer wieder zu Tempogegenstößen einlud. Auf der anderen Seite konnten die Wernigeröder ihr gutes Konterspiel nie zum Tragen bringen, weil in der Abwehr kaum Ballgewinne verbucht wurden. So baute die SG Spergau ihren Vorsprung kontinuierlich aus und warf mit 25 Treffern (!) im zweiten Spielabschnitt einen klaren 46:29-Sieg heraus.

"Das war ein gebrauchter Tag, den die Mannschaft erwischt hat. Einzige Lichtblicke waren wieder ein paar gute Ansätze im Angriff, allen voran bei Marcel Völkel und nach der Pause auch Markus Czaja, der im Eins gegen Eins als einziger Rückraumspieler für Torgefahr sorgte", resümierte Björn Ahlsleben. Allerdings muss den Wernigerödern zu Gute gehalten werden, dass mit Hoffmann, Fahrtmann und Poetzsch drei wurfstarke Rückraumspieler verletzt ausfielen.

HV Wernigerode: Wisotzky - Czaja (5), Meißner (2), Sackmann (1), Nierlein (6), Karau (1), Stecker (10/5), Völkel (4), Weist, Hoffmann;

Zeitstrafen: Spergau 1 - HV Wernigerode 5 + Rote Karte gegen David Weist (47., dritte Zeitstrafe); Siebenmeter: Spergau 8/7 - HV Wernigerode 6/5.