Blankenburg (ige) l Der "Handballgott" hat sich scheinbar gegen die SG Stahl Blankenburg verschworen. Tief enttäuscht und mit hängenden Köpfen verließen die Blütenstädter am späten Sonnabendabend nach einer bitteren 27:28-Niederlage das Parkett in Calbe und konnten kaum fassen, was Sekunden vorher passiert war.

Die Blankenburger waren im Spiel beim Tabellendritten, der TSG Calbe II, von Beginn an die agilere Mannschaft. Die 4:1-Führung nach fünf Minuten war der Lohn für eine konzentrierte Abwehrleistung mit klug ausgespielten Angriffen. Mitte der ersten Halbzeit stellten sich die routinierten Gastgeber besser auf die Blankenburger ein. Beim 8:8 war die Partie wieder völlig offen. Fortan verlief das Spiel auf Augenhöhe, keine Mannschaft konnte sich in der gutklassigen Bezirksliga-Partie vor ordentlicher Zuschauerkulisse entscheidend absetzen. Die Schlussphase der ersten Halbzeit ging an die SG Stahl, drei Tore in Folge brachten eine 16:13-Halbzeitführung.

Nach der Halbzeit folgte die stärkste Phase der Blankenburger. Durch eine weiterhin starke Abwehr und konsequente Chancenverwertung hatte die Drei-Punkte-Führung bis zur 44. Minute Bestand (22:19). Allerdings verpassten die Blütenstädter in der Folge einen größeren Vorsprung. Und so kam es wie es kommen musste.

Den Sieg vor Augen, bekamen die Gäste das "Wackelhändchen". Oft wurden die falschen Entscheidungen getroffen oder der Schritt zum Gegenspieler kam zu spät. Die im Abstiegskampf erfahrenen Calber Spieler nutzten ihre Chancen konsequent und gingen mit 25:24 in Führung (52.). Die Blankenburger gaben sich aber nicht auf, zwei Minuten vor Schluss erreichte die Spannung beim Stand von 27:27 ihren Höhepunkt. Der starke Florian Lösche im Blankenburger Tor entschärfte einen Wurf der Hausherren, doch Stahl versäumte es, seinen Angriff in den verbleibenden 80 Sekunden ruhig auszuspielen. Ein unnötiger Ballverlust ermöglichte Calbe die Chance zum Siegtreffer. Nach einer Auszeit konnte die Stahl-Abwehr den Angriff nur auf Kosten eines Strafwurfes klären, diesen nutzte die TSG-Reserve zum umjubelten 28:27-Siegtreffer.

"So ungerecht ist der Handball manchmal, wir waren 58 Minuten die bessere Mannschaft und verlieren am Ende unglücklich. Trotzdem war ein klaren Aufwärtstrend zu erkennen, es war mit das beste Spiel der gesamten Saison. Nach den drei schweren Auswärtspartien haben wir nächsten Sonntag vor heimischen Publikum die Chance, die nötigen Punkte zu sammeln", so die Blankenburger Trainer. Zu Gast ist am kommenden Sonntag um 11 Uhr der Tabellenvierte, TSV Wefensleben. Beide Teams standen sich erst vor drei Wochen zum Hinspiel gegenüber.

Stahl Blankenburg: Fickenwirth, Lösche - Gassmann (1), Gebauer, Wilde (6), Dieterich (5), Schulze (5), Schnee (1), Wolf (5), Anders, Kalinowsky, Pökel (4), Fricke.