Wernigerode (ige) l Mit einer Niederlage haben die Handballer der männlichen Jugend A des HV Wernigerode die weiteste Heimreise der Saison in der Sachsen-Anhalt angetreten. Beim Jessener SV 53 unterlagen die Harzer deutlich mit 21:31.

Es entwickeln sich ein Spiel, das den Wernigerödern aus verschiedenen Gründen im Gedächtnis bleiben wird. In einer zerfahrenen Anfangsphase gingen die Harzer trotz sieben Fehlwürfen in den ersten sieben Minuten mit 3:1 in Führung. Die Abwehrreihen zeigten sich wenig souverän, oft mussten die Torwarte für ihre Vorderleute die Arbeit verrichten. Die beiden jungen Schiedsrichterinnen ließen eine konsequente Linie vermissen, immer wieder forderte Jessens Trainer Strafen gegen Niklas Schulze oder Tom Kaufmann. Bis zur 13. Minute wendete Jessen das Blatt in eine 8:5-Führung, HVW-Trainer Jens Kaufmann stellte sein Team in einer Auszeit neu ein. Mit Erfolg, denn seine Mannen glichen zum 9:9 aus (19.) und gingen in ihrer stärksten Phase bis zur Pause mit 14:11 in Führung.

Nach dem Seitenwechsel festigte Jessen seine Abwehr, während die Gäste den Faden verloren und in kürzester Zeit fünf technische Fehler produzierten. Mit dem Ausgleich zum 15:15 bekamen die Hausherren Oberwasser. Im weiteren Verlauf verloren die Schiedsrichterinnen völlig die Linie, ließen auf beiden Seiten fast alle Aktionen ungestraft durchgehen und brachten somit unnötig Härte ins Spiel. Die Akteure beider Teams langten ordentlich hin, Kommentare von den Rängen und Heimtrainern beeinflussten die Unparteiischen immer mehr.

Die Kaufmann-Sieben ließ sich von der hitzigen Atmosphäre anstecken und reagierte völlig konfus. Bis zum 19:17 war das Spiel noch offen, danach ließ sie sich der HVW den Schneid abkaufen und brach komplett ein. Auf Seiten der Hausherren war nun fast jeder Wurf ein Treffer, folgerichtig stand am Ende ein klarer 31:21-Sieg für den Jessener SV zu Buche.

"Solch ein Spiel habe ich noch nicht erlebt. Zum einen zwei junge Schiedsfrauen, die völlig überfordert waren und in der zweiten Hälfte so eindeutig für die Hauherren gepfiffen haben. Zum anderen eine Härte auf beiden Seiten, die wegen der schwachen Leistung der Unparteiischen gefördert wurde. Aber auch eine HVW-Mannschaft, die in der zweiten Halbzeit völlig desolat agierte und somit verdient verloren hat. Die Krönung ist aber für mich die Unsportlichkeit in einem Jugendspiel, wo ein Nachwuchsspieler von den Zuschauern ständig ausgebuht wird und dies auch noch von den Trainern der Heimmannschaft geschürt und unterstützt wird. Das hat mit Fairplay im Jugendbereich nichts zu tun", so das Fazit von HVW-Trainer Jens Kaufmann.

HV Wernigerode: Beer, Hesse - Matthies (1), Richter, König (1), Kaufmann (4), Christiansen (2), Riesenberg (2), Schulze (2), Kalitzki (2), Rühlmann (7).