Osterwieck l Die beiden Kontrahenten lieferten sich ein phasenweise hitziges und kampfbetontes Derby mit vielen unsauberen Zweikämpfen, Schiedsrichter Alexander Schulz war von der ersten Minute an voll gefordert. Die erste Chance hatten die Gäste durch Christoph Schönfelder (5.), dessen satter Schuss aber vorbei ging. Auf der Gegenseite blieb bei einer Attacke gegen Peter Mosko (7.) im Veckenstedter Strafraum der Elfmeter-Pfiff aus.

Die Eintracht hatte mehr vom Spiel und ging dann auch durch einen Schuss von Hannes Seubert aus halblinker Position in Führung. "In dieser Phase standen wir nicht sicher in der Abwehr und hatten zu viele Ballverluste", so Gästetrainer Rüdiger Laue. Die Hausherren hatten durch Mosko (12.), der das Leder nach einer Zir-Flanke knapp verpasste, und Matthias Perle (Kopfball, 13.) durchaus Möglichkeiten zum 2:0. Bei einem der wenigen Gegenstöße der Gäste klärte dann Eintracht-Torhüter Philipp Schulze nach einem weiten Pass auf Schönfelder außerhalb des Strafraumes mit der Hand und sah dafür die Rote Karte.

Für ihn hütete nun der jüngste Eintracht-Spieler, der 18-jährige Kevin Hildach, das Tor und machte seine Sache sehr gut. Danach war Veckenstedt durch Denny Milde, Sebastian Golz und Denny Laue drauf und dran, den Ausgleich zu erzielen. Doch in dieser kleinen Drangperiode der Gäste sorgte Mosko, nach Zuspiel von Zir, für das 2:0 (31.). Damit ging es auch in die Kabinen.

Nach einer vergebenen Chance von Mosko (49.) konnte sich dann Hildach bei einem Schuss von Denny Laue auszeichnen (51.), wenig später war er aber machtlos, als Sebastian Golz auf 2:1 verkürzte. Nach einer Tätlichkeit von Mosko gegen Tino Nippert wurde auch der Tscheche des Feldes verwiesen. Nun hatten die Gäste zwei Spieler mehr auf dem Platz, machten aus der Überzahl jedoch zu wenig.

Die beste Möglichkeit zum Ausgleich hatte Milde, der nach einem tollen Solo an Hildach scheiterte. Die Eintracht hatte durch die Schüsse von Zir (70.) und Schmidt (80.) zwei Gelegenheiten. In der 82. Minute wurde es dann hektisch im Ratsgarten. Erst sah der Vecken- stedter Christoph Zwenzner nach einer Notbremse an Tantius die Rote Karte, und dann musste auch noch Christian Reulecke, der sich beim Linienrichter heftig beschwerte, vorzeitig zum Duschen. Zu allem Übel entschied der Schiri dann vier Minuten vor Schluss auf Foulstrafstoß, den Zir zum 3:1 verwandelte. Damit war das Spiel entschieden.

"Es war ein hitziges Harzkreis-Derby mit viel Brisanz. Für uns ist der Klassenerhalt in weite Ferne gerückt. Wir werden jedoch die Saison anständig zu Ende spielen und bis zum letzten Spieltag unser Bestes geben", so Veckenstedts Trainer Rüdiger Laue. Für Osterwiecks Coach Rainer Dube war der Sieg ein Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt. "Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft, sie war, auch in der Phase mit zwei Spielern in Unterzahl, läuferisch, mental und von der Einstellung her top", stellte er fest.

SV Eintracht Osterwieck: Schulze - Perle, Hauch (46. Blankenburg), Bily, Tantius, Zir (88. Hess), Seubert (78. Kruppa), Mosko, Hildach, Schmidt, Saft;

SV Fortschritt Veckenstedt: Kremling - Reulecke, Zwenzner, Nippert (68. Hasenbalg), Bollmann, Löppen (35. Milde), Kilian, Golz, D. Laue, Behm, Schönfelder;

Torfolge: 1:0 Hannes Seubert (9.), 2:0 Peter Mosko (31.), 2:1 Sebastian Golz (54.), 3:1 Vladimir Zir (86.); Schiedsrichter: Alexander Schulz (Blankenburg); Zuschauer: 135; bes. Vorkommnisse: Rote Karten gegen Philipp Schulze (Osterwieck, 10.) wegen Handspiel außerhalb des Strafraums; Rote Karte gegen Peter Mosko (Osterwieck, 56.) wegen Tätlichkeit; Rote Karte gegen Christoph Zwenzner (Veckenstedt, 56.) wegen Notbremse; Rote Karte gegen Christian Reulecke (Veckenstedt, 82.) wegen Meckern.