Reaktion des Skiverbandes Sachsen-Anhalt und seiner angeschlossenen Skivereine zum geplanten Abriss der Wurmbergschanze in Braunlage:

Ziemlich unvorbereitet traf die Skisprungwelt des Skiverbandes Sachsen-Anhalt, aber auch viele andere Freunde des Skisports, die Nachricht, dass die traditionsreiche Schanze auf dem Wurmberg abgerissen werden muss. Sicherheit geht vor, insofern ist dieser Entscheidung nichts hinzuzufügen.

Unbehagen breitete sich allerdings aus, als die Überlegungen über die weitere Zukunft des Schanzenareals über die Presse mitgeteilt wurde. Von einem Aussichtsturm ist die Rede, den die Eigentümerin der Schanze, Frau Lauber, errichten lassen will.

Gespräche mit dem Vorsitzenden des WSV Braunlage, Eckard Friedrich, brachten dann doch etwas Hoffnung in die weitere Rolle des traditionsreichen Wurmbergs für den Skisprung im Harz. Der WSV Braunlage empfiehlt und fordert allerdings im Zuge einer geplanten Erneuerung der Anlage, den vorhandenen intakten Anlauf mit der Keramikspur in das vorgesehene neue Projekt zu integrieren.

Der Skiverband Sachsen-Anhalt begrüßt diese Überlegungen des WSV Braunlage, weil sie einerseits die bald 100 Jahre alte Tradition des Skisprungs auf dem Wurmberg würdigen und zum anderen dem aufstrebenden Skisprungnachwuchs im Harz ein zukunftsorientiertes Zeichen geben.

Der demografische Wandel in Deutschland erfordert unter dem Blickwinkel leistungssportlicher Zielstellungen originelle und zugkräftige Angebote in den Landesverbänden oder in relevanten Traditionsgebieten, um weiter motivierende Reize für Kinder und Jugendliche setzen zu können.

Der Erhalt der Sprunglandschaft auf dem Wurmberg ist ein solcher Anreiz für skisprungbegabte Talente aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und bedeutet aufgrund der Schanzengröße keine Konkurrenz zur Wernigeröder Zwölfmorgentalschanze. Dort hat man bereits erkannt, dass diese Schanzenanlage eine wichtige Sportstätte für die leistungssportlichen Entwicklungen im Skisprung und gleichzeitig auch ein interessanter Touristenanlaufpunkt der Stadt Wernigerode ist.

Der touristische Quantensprung, der gegenwärtig in Braunlage und Schierke durch eine Reihe von Investitionen vollzogen wird, verlangt gleichermaßen mit der Schaffung neuer touristischer Infrastruktur, den leistungsorientierten skisportlichen Nachwuchs in das sozio-demografische Gefüge der touristischen Wertschöpfung zu integrieren.

Wir plädieren deshalb als Skiverband Sachsen-Anhalt für eine sinnvolle Rekonstruktion der Anlage auf dem Wurmberg, die sowohl weiterhin als touristischer Anziehungspunkt dient und gleichermaßen die für den Skisprungnachwuchs motivierenden Wettkämpfe ermöglicht. Darüber hinaus empfehlen wir, wie schon mehrfach formuliert, die Entwicklung der erforderlichen Infrastruktur für die ganzjährige Nutzung der Anlage für das Training.

Wir sind bereit, uns mit den uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten in den schwierigen Prozess der erforderlichen Projektdefinierung sowie der zukünftigen Betreibung der Anlage mit einzubringen.

Rüdiger Ganske,

Präsident des Skiverbandes Sachsen-Anhalt