Leichtathletik l Halberstadt (ige) Das Stadtzentrum von Delmenhorst mit der nach einem Burggraben benannte idyllische Parkanlage "Graft" und einer Burginsel in der Mitte war der Austragungsort für die elfte Auflage des 24-Stunden-Burginsellaufes. Entgegen anderen Läufen wird keine festgelegte Distanz zurückgelegt, sondern in 24 Stunden so viele Kilometer wie möglich gelaufen. Jörg Zimmermann aus Halberstadt war zum zweiten Mal bei dieser Veranstaltung dabei.

Olympiasieger Dieter Baumann schickte um 12 Uhr mittags 89 Einzelläufer und 65 Teams, in dem sich zwei bis zehn Mitglieder abwechseln konnten, auf die Strecke. Gelaufen wurde auf einer 1205 Meter langen Runde, an deren Ende mit einem Chipsytem die bereits absolvierte Distanz jedes Teilnehmers ermittelt wurde. Eine rückwärts laufenden Digitaluhr zeigte allen Teilnehmern die verbleibende Zeit bis zum Ende des Rennens an.

"Die Bedingungen waren mit etwa 20 Grad am Tag und 9 Grad in der Nacht und vereinzelten Regenschauern sehr angenehm. Auch die Verpflegungsstation ließ kaum Wünsche offen", so Jörg Zimmermann. "Obwohl immer wieder die gleiche Runde gelaufen wurde, kam nie Langeweile auf. Im Start-Ziel-Bereich feuerten zahlreiche Zuschauer die Wettkämpfer an, dazu gab es ein tolles Rahmenprogramm mit Livemusik, Fußball-Übertragung auf Großbildleinwand und Höhenfeuerwerk", fügte er hinzu. In der kurzen Nacht tauchten bunte Scheinwerfer die gesamte Parkanlage in stimmungsvolle Lichter, bevor sich am Morgen alle an einem schönen Sonnenaufgang erfreuen konnten.

Nach 100, 125, 150 oder mehr absolvierten Kilometern liefen die Athleten eine Runde mit einem entsprechenden Fähnchen und wurden mit besonders viel Applaus belohnt. "Dies war bei schwindenden Kräften und zunehmender Kilometerzahl besonders motivierend", so Zimmermann. "In den letzten Minuten des Rennens kam dann noch einmal richtig Stimmung auf. Viele Teams bestritten die letzte Runde gemeinsam, viele Einzelläufer mobilisierten ihre letzten Reserven", beschreibt der Halberstädter die letzte Phase vor der Sirene, die das Ende des Rennens verkündete. Die Läufer markierten ihren Standort mit zuvor ausgegebenen Säckchen, mit denen die Streckenposten die zurückgelegte Distanz genau ermittelten. Für Jörg Zimmermann standen 153,066 Kilometer zu Buche, damit wurde er Neunter der Gesamtwertzung und Fünfter der M 45. Dem Gewinner des Einzellaufes fehlten nur 390 Meter zur 200-km-Marke, das beste Team schaffte 362,117 km.