Ein Lokalmatador hat den "Pokal des Oberbürgermeisters" gewonnen. Leif Fricke vom Ski-Klub Wernigerode entschied die Schülerklasse 12/13 zu seinen Gunsten.

Wernigerode l Bei Windstille und nicht ganz optimalen Flugbedingungen gingen 68 Weitenjäger an den Start - obwohl die große Schanze wegen der bevorstehenden Baumaßnahmen gesperrt war. Leif Fricke setzte mit 36,5 Metern den weitesten Sprung im ersten Wertungsdurchgang auf die Matten der Jugendschanze. Da es durch die etwas schlechteren Haltungsnoten nicht zur Führung reichte, musste der zwölfjährige Hallenser im zweiten Durchgang der teilnehmerstärksten Klasse nochmals angreifen. Nach kurzer Auswertung setzte er die Vorgaben seines Heimtrainers Jürgen Duschek voll um und sicherte mit der Tagesbestweite von 38,0 Metern und 217,5 Punkten den ersehnten Heimsieg. Sein ärgster Rivale Lenard Kersting (Winterberg) wurde mit 3,1 Punkten Rückstand Zweiter.

Auch der Sieg in der offenen Klasse (ab Altersklasse 14) blieb beim Ski-Klub. Josua Selent siegte erstmals bei Heimsprunglauf. Mit Weiten von 34,5 bzw. 34,0 m und verwies er Eric Wolfsdorf (SFS Wippra) auf Platz zwei. Am Podest knapp vorbei flog Johannes Lichtblau, der sich nach langer Wettkampfpause wieder der Konkurrenz stellte. Dem Wernigeröder fehlten vier Punkte auf das "Stockerl". Knapp dahinter ersprang sich Robin Kirchhoff den fünften Platz. Die Amazone des SK Wernigerode, Katharina Zimmermann, hielt sich im Männerfeld als Neunte (19,5 m/20 m) wacker. Ihr Saisonhöhepunkt sind im August die Deutschen Meisterschaften der Masters in Braunlage.

Eine sehr gute Figur machten die Jüngsten auf der Kinderschanze K7. Kim Amy Duschek konnte erstmals in einem Wettkampf beide Sprünge stehen und wurde Vierte hinter drei Jungen. Sora Kindler folgte auf Rang sieben, Henrike Stoor musste sich nach zwei Stürzen mit dem neunten Platz zufrieden geben. Einen Starter hatte der SK Wernigerode auf der Schülerschanze K18. Anakin Neubarth behauptete sich in einem großen Feld von zwölf Springern mit soliden Sprüngen auf 12,5 bzw. 13,5 Metern auf dem achten Platz.

Der Pokalsprunglauf war gleichzeitig die zweite Station der 32. Nord-Westdeutschen Mattenschanzentournee, die diemal als Nordische Kombination ausgetragen wurde. Aus den Punkten der beiden Sprünge wurden die Zeitrückstände für den Crosslauf errechnet, die es nach der Gundersen-Methode aufzuholen galt. Leif Fricke ging als Führender auf die Strecke, hatte als Spezialspringer aber den Sieger des Deutschen Schülercups in der Nordischen Kombination, Lenard Kersting, und den Fünften des Schülercups, Torben Wunderlich aus Rückershausen, im Nacken. Auf der sehr anspruchsvollen Cross-Strecke konnte Leif Fricke in der ersten Runde den Anschluss halten. Mitte der zweiten Runde startete er einen Angriffsversuch, doch die Nordisch Kombinierten konterten und verwiesen das SKW-Talent auf den dritten Platz. In der Tourneewertung steht er damit bei 92 Punkten und führt das Klassement punktgleich mit Lenard Kersting an.

In der Schülerklasse 8 hatte der Ski-Klub Wernigerode mit Kim Amy Duschek ein heißes Eisen im Feuer. Als bestes Mädchen des gemischten Feldes hätte sie die Führung in der Pokalwertung übernommen. Und dieses Ziel meisterte die Wernigeröderin auf der 0,5 km-Cross-Strecke mit Bravour. Als Sechstplatzierte der Gesamtwertung bekam sie das rosa Leibchen der Führenden in der Altersklasse 8 übergestreift.

Die dritte Station der Tournee wird wieder ein Spezialsprunglauf sein, in Willingen wird am 12. Juli um wertvolle Punkte gesprungen.