Halberstadt (bkr/geg) l Wer beim Thüringen-Ultra startet, erwirbt sich nicht nur die Anwartschaft auf eine Medaille, sondern auch eine "Beförderung". Denn mit jeder neuen Teilnahme gibt es einen weiteren Stern auf das Finisher-Shirt. Die Halberstädterin Irmgard Eggert (Rennsteiglaufverein) bekam ihren dritten und Bernd Thomas (MSV Eintracht Halberstadt) seinen zweiten Stern verliehen. Doch bevor sie sich darüber freuen konnten, galt es erst einmal 100 Kilometer nonstop zu absolvieren.

Für viele ist es undenkbar, eine solche Distanz laufend zu meistern. Nicht für die beiden Halberstädter Starter, die schon mehrfach Erfahrungen bei Ultraläufen gesammelt haben. Ihre Nacht vor dem Lauf war kurz, denn es wurde bereits um 4 Uhr gestartet. Rund 270 Einzelstarter aus mehreren europäischen Ländern, darunter 40 Frauen, machten sich in Fröttstedt bei Eisenach auf den Weg in den anbrechenden Tag. Der anspruchsvolle Rundkurs führte sie auf landschaftlich reizvollen Feld-, Wald- und Wiesenwegen durch das Thüringer Land. Dabei passierten die Ultras die Ruhlaer Skihütte, Floh-Seligenthal und Finsterbergen, mehrmals kreuzten sie den Rennsteig, zweimal ging es knapp am Gipfel des Inselsberges vorbei. "Dieser Lauf gilt als Gigant der Superlative, auf dem nicht nur 100 Kilometer, sondern auch 2 150 Höhenmeter zu überwinden sind", weiß Eggert. Was den Aktiven an dem Tag aber weit mehr zu schaffen machte, waren die hochsommerlichen Temperaturen. Bis zur Mittagszeit kletterte die Quecksilbersäule auf fast 30 Grad. "Im Wald ließen die sich steigenden Temperaturen gerade noch ertragen, doch wo keine Bäume waren, gab es auch keinen Schatten, nur die pralle Sonne. Und davon gab es vor allem auf den letzten 14 km reichlich", erinnert sich Thomas.

Die beiden Halberstädter Ultras verstanden es, mit ihren Kräften zu haushalten und sich auf die Situation einzustellen. Thomas (M55) passierte nach 10:39:08 Stunden die Ziellinie und belegte damit den 23. Platz bei den Männern und Platz drei in seiner Altersklasse, Eggert traf nach 13:57:05 Stunden ein, war die 21. Frau und die Erste in der Altersklasse W60. 20 Starter hingegen gaben unterwegs auf. "Im Ziel wurden wir mit großem Applaus empfangen, auch unterwegs erlebten wir eine tolle Stimmung am Wegesrand und an den 18 Verpflegungspunkten, alles war perfekt. Dafür haben sich die rund 200 Helfer aus 17 Vereinen ein ganz großes Dankeschön verdient", meinten beide.