Halberstadt (fbo/lah) l Der EWE Nordseelauf fand in diesem Jahr zum 13. Mal statt. Per Motto "Mach nicht halt, lauf gegen Gewalt" mussten in diesem Jahr an acht Tagen sieben Etappen mit insgesamt 73,5 km gelaufen werden. Der Lauf durch das Watt bildet dabei den krönenden Abschluss, mit dabei waren sechs Halberstädter. Die Zutaten für diesen Lauf sind: Wasser, Schlick und Sand.

Diese "Königsetappe" zwölf Kilometer durchs Watt von der Insel Neuwerk nach Cuxhaven absolvierten in diesem Jahr 593 Läufer und 77 Walker. In den zurückliegenden elf Jahren, an denen die Halberstädter Ahrens und Fietzke teilnahmen, hatten die beiden schon jedes Wetter von Wärme bis Kälte, von viel bis wenig Wasser, von Rückenwind bis Gegenwind, Gewitter und Regen. Aber in diesem Jahr gab es die absolute Ausnahme. Von der Fährankunft auf Neuwerk bis zum Start des Laufes herrschte leichte Bewölkung und die "zwei Tropfen" vor dem Start wurden kaum wahrgenommen. Nach dem "Warm up" bildeten die Läufer eine Laufgasse und feuerten die Walker an. Der Windschutz, meist Capes oder gelbe Säcke, wurden abgelegt und das Läuferfeld vor dem Startbogen füllte sich. Die Einstimmung auf den Lauf erfolgte mit der "Nordseelauf-Hymne" von Klaus und Klaus "Nordseewellen" - alle Arme zeigten gen Himmel, es wurde wieder kräftig mitgesungen und in die Hände geklatscht.

Dann wurde runtergezählt. Nach den ersten 800 Metern auf der Wiese gin es ins Watt. "Dem Wasser ausweichen ist zwecklos", so Ines Fietzke, "jeder Teilnehmer weiß, die nächsten zwölf Kilometer werden nass und die Klamotten schmutzig". Nach wenigen Metern war das allgemeine Empfinden "der Wind ist weg, die Priele führen wenig Wasser". 30 Zentimeter Wassertiefe waren zu verkraften, "das ist aber nichts, wenn man in manch anderen Jahren schon bis zum Bauchnabel im Wasser stand", so Roswitha Ahrens. So hieß es: Augen zu und durch. Die Sicht war gut, Cuxhaven war zu erkennen und die Läuferschlange weithin sichtbar.

Während des Laufes ließ sich die Abendsonne blicken, "sehr angenehm, ein herrlicher Blick und ein schönes Bild", erinnerten sich die Domstädter.

Jedoch musste auch der Blick nach unten gerichtet werden, denn der Meeresgrund ist nicht eben, der Wind und die Wellen formen das Wattenmeer. Auf den letzten drei Kilometern folgte bei diesem Lauf die Herausforderung. "So viel Wasser stand hier noch nie und der tiefe Schlamm war eine echte Herausforderung - auch für das Läuferschuhwerk", blickte Ahrens zurück. Saß der Schuh nicht richtig fest, hatte der Läufer das Nachsehen und der Schlamm holte sich den Schuh. Die letzten 50 Meter durch den weichen Dünensand ins Ziel brachten dann die freudige Erlösung: "Wieder einmal geschafft". Ein Blick zurück, der Sonnenuntergang und die noch ankommenden Läufer versetzten alle Teilnehmer in eine wunderbare Stimmung.

Der Nordseelauf ist ein Lauf mit Zeitmessung und vielen Siegerehrungen, aber trotzdem sehen die meisten Teilnehmer die Teilnahme auch als Urlaub mit sportlicher Betätigung oder mit sportlicher Herausforderung. Ursula Berehns: "Wir sind uns fast sicher, dass auch 2015 wieder Eintracht-Läufer an diesem einzigartigen Erlebnis teilnehmen."

Wattlauf-Ergebnisse:

Justus Behrens, 2. Altersklasse U18, 1:02:47 Std. (Martineum Halberstadt); Ines Fietzke, 24. AK W45, 1:20:59 Std. (MSV Eintracht HBS); Birka Bergmann, 40. AK W45, 1:53:33 Std.; Roswitha Ahrens, 1. AK W70, 1:18:53 Std. (MSV Eintracht HBS); Ursula Behrens, 5. AK W70, 1:38:25 Std. (MSV Eintracht HBS); Hans-Günther Behrens, 2. AK M75, 1:18:50 Std. (MSV Eintracht HBS).