Am letzten September-Wochenende wurde in Roskilde in Dänemark der 2. Nationencup der Bohle-Kegler durchgeführt. Unter den besten Keglern Europas startete auch ein Halberstädter.

Halberstadt (hsc/fbo) l Bis 2012 hieß diese Veranstaltung noch Europapokal. Im letzten Jahr wurde dann der Turniermodus umgestaltet und als Nationencup bezeichnet. Hier kegeln die besten Kegler Europas über 8 x 10 Wurf mit einer Punktewertung in Vorrunden, Semifinals und in einem Finale gegeneinander. Für den Gewinn einer Bahn erhält der Kegler acht Punkte, der zweite Platz erhält sieben Punkte usw. bis der Letzte nur einen Punkt erhält. Bei Holzgleichheit gibt es auch Punktgleichheit. Ein System, was von der Nationalmannschaft Jugend übernommen wurde und für die Zuschauer auch sehr interessant ist, da man immer den Wettbewerb und den Punktestand verfolgen kann.

So gingen zum Auftakt am Freitag 48 Keglerinnen und 48 Kegler in der Vorrunde an den Start. Unter ihnen war auch Phillip Pfeiffer vom SV Einheit Halberstadt, der sich mit dem Sieg bei den Landesmeisterschaften im Frühjahr 2014 mit zwei weiteren Keglern aus Sachsen-Anhalt für diese Veranstaltung qualifiziert hatte. Großes Ziel war für ihn, das Semifinale zu erreichen. Dafür musste er sich mit den Nationalspielern Dänemarks, Deutschlands, Polens und je drei Keglern der acht deutschen Bundesländer und je drei Kegler der vier Unionsländer Dänemarks messen.

Im dritten Vorlauf ging Phillip Pfeiffer an den Start. Seine Gegner waren zwei Nationalspieler Dänemarks, ein Nationalspieler Polens sowie Kegler aus Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und vom Dänischen Verband SKU.

Bei diesem Wettbewerb war sehr wichtig mit hoher Konzentration zu kegeln um nicht gleich ins Hintertreffen zu gelangen. Das gelang Phillip Pfeiffer auf den ersten zwei Bahnen sehr gut: Mit sechs und sieben Punkten hielt er als Drittplatzierter gut mit. Die nächsten drei Bahnen dagegen waren sehr schwer bespielbar und mit zwei letzten Plätzen verlor er etwas an Boden und rutschte auf den sechsten Platz zurück. Mit einer sehr gut gekegelten sechsten Bahn (acht Punkte) schob er sich wieder unter die ersten Vier des Vorlaufs. Diesen Platz behauptete er auch auf den letzten beiden Bahnen und qualifizierte sich mit 38 Punkten auf Platz vier für das Semifinale am Sonnabend. Aus Sachsen-Anhalt erreichten keine weiteren Kegler/innen ein Semifinale.

Im Halbfinale standen sich die besten 24 Sportler gegenüber. Die ersten Zwei des Semifinals und die zwei besten Dritten aller Semifinals erreichten das Finale. Eine sehr schwere Aufgabe für Phillip Pfeiffer und seinen Trainer Mario Wiehle. Seine Gegner kamen aus Berlin, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Berlin sowie zwei dänische Kegler und ein Kegler der dänischen Nationalmannschaft gehörten dazu.

Hier trennte sich sozusagen die Spreu vom Weizen. Pfeiffer konnte auf den ersten drei Bahnen nicht mithalten und lag mit sieben Punkten auf Platz acht. Im weiteren Verlauf steigerte er sich kontinuierlich und gewann sogar die vorletzte Bahn gegen die Elite Europas. Am Ende reichte es aber nicht zum Erreichen des Finales. Mit einem siebten Platz und 31 Punkten waren der Trainer und auch die Sachsen-Anhalt-Kegler sowie der Vorstand des SV Einheit, der als Fanclub mitgereist war, sehr zufrieden.

Im Finale siegte André Franke aus Berlin vor Kay Ludorf (deutsche Nationalmannschaft) und dem Publikumsliebling Niels Skipper aus Dänemark.

Für den Kegler Phillip Pfeiffer war es der vorläufige Höhepunkt seiner Sportkarriere, was er auch in Gesprächen mit dem Präsidenten des DBKV Peter Entz, übrigens ein ehemaliger Halberstädter, zum Ausdruck brachte.