Der HV Ilsenburg hat seine Pflichtaufgabe im Kellerduell der Handball-Verbandsliga erfüllt. Mit einem weitestgehend ungefährdeten 29:23-Sieg über den SV Lok Oschersleben stellte das Team von Trainer Martin Kays den Anschluss zum unteren Tabellenmittelfeld her.

Ilsenburg l Anhand der Tabellenkonstellation - beide Kontrahenten lagen mit vier Zählern punktgleich am Tabellenende - zählte für die Ilsenburger nur ein Sieg. Statt der erhofften Bestbesetzung musste Trainer Martin Kays wie schon auf der Vorwoche auf, Michael Gohlke, Maik Dörge und Dirk Hoffmann verzichten, dennoch starteten seine Mannen vielversprechend in die Partie. Eine schnelle 2:0-Führung glich der Aufsteiger zwar postwendend aus, doch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit bauten die Ilsestädter ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Über die Stationen 5:3 und 11:6 setzten sich die Hausherren zwischenzeitlich auf sieben Tore ab (14:7) ab. Beim Stand von 15:9 wurden die Seiten gewechselt.

"In der ersten Halbzeit haben wir ordentlich gespielt, nach Wiederanpfiff aber nicht an die gute Leistung angeknüpft. Obwohl es klare Ansagen gab, haben wir uns am Kreis immer wieder provozieren lassen", bemängelte Trainer Martin Kays die Disziplin seiner Schützlinge. Allein acht der insgesamt zehn Zeitstrafen kassierten die Ilsenburger nach dem Seitenwechsel, die daraus resultierenden Überzahlspiele nutzte Lok Oschersleben, um den zwischenzeitlichen Acht-Tore-Rückstand (17:9) Stück für Stück zu verkürzen. Bis Mitte der zweiten Halbzeit kämpfte sich das Tabellenschlusslicht auf 20:17 heran und schöpfte wieder Hoffnung.

"In der entscheidenden Phase haben wir dann aber unsere spielerischen Vorteile zur Geltung gebracht", schilderte HVI-Coach Kays den Ablauf der Schlussviertelstunde. Normen Müller setzte seine Nebenleute mit guten Anspielen ein, Robin Hausmann stellte einmal mehr seine Vollstrecker-Qualitäten unter Beweis. Als die Partie bereits entschieden war, gab der HV Ilsenburg ein weiteres Beispiel mangelnder Disziplin ab. Beim Stand von 28:23 knapp zwei Minuten vor Schluss kassierte Normen Müller wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. Allerdings ließ sich auch Oscherslebens Christian Rabe zu einer Revanche hinreißen, auch hier gab es keine andere Wahl als die Rote Karte.

Nachdem die erhitzten Gemüter einige Zeit zur Abkühlung benötigten, setzte der HV Ilsenburg mit dem 29. Treffer den Schlusspunkt unter ein emotionsgeladenes und am Ende souverän gewonnenes Kellerduell. "Wir haben nur in der ersten Halbzeit gut gespielt, gegen einen besseren Gegner hätten wir das Spiel so noch aus der Hand gegeben", bemängelte Trainer Martin Kays die fehlende Konstanz über 60 Minuten. Ein Lob gab es für die beiden Keeper Steffen Homann und Dirk Gelinski, die mit starken Phasen zum wichtigen Heimsieg beitrugen.

HV Ilsenburg: Homann, Gelinski - Sadowski (10/5), Eckardt (2), Hausmann (10), Dallmann (2), Müller (1), Brune (1), Kausch (3), Bittner;

Zeitstrafen: HV Ilsenburg 10 + Rote Karten gegen Mario Dallmann (57.) und Normen Müller (59.) - Lok Oschersleben 4 + Rote Karte gegen Christian Rabe (59.); Siebenmeter: HV Ilsenburg 5/5 - Lok Oschersleben 7/6.