Der HV Wernigerode hat die Chance verpasst, in der Sachsen-Anhalt-Liga eine aus Vereinssicht neue Rekordserie von fünf aufeinanderfolgenden Siegen aufzustellen. Die Ahlsleben-Sieben unterlag dem HBC Wittenberg im Heimspiel nach zuletzt starken Leistungen etwas überraschend mit 24:25.

Wernigerode l Die Hausherren gingen als klarer Favorit in die Partie, auch wenn neben Norman Hoffmann und Patrick Erdmann auch Spielmacher Gorden Müller mit einer Ellbogenverletzung ausfiel. In der ersten Halbzeit lieferten dier Hausherren gegen die abstiegsgefährdeten Wittenberger auch eine gute Leistung ab. Die Abwehr mit einem starken Andreas Wisotzky als Rückhalt stand sicher, ließ im Verlauf der ersten Halbzeit gerade einmal zehn Gegentore zu.

Allerdings haperte es diesmal im Angriff etwas. Die sehr tief stehende HBC-Abwehr hatte deutliche körperliche Vorteile, zu selten gelang es den schnelleren Wernigeröder Rückraumspielern die Defensive auszuspielen. Markus Czaja und Kevin Rinke erzielten dennoch einige sehenswerte Treffer, auch Außenspieler Benjamin Nierlein zeigte sich wie schon in der Vorwoche sicher im Abschluss. Einen 1:2-Rückstand (5.) wandelten die Hausherren schnell in eine 5:3-Führung um, zwischenzeitlich lag die Ahlsleben-Sieben beim 7:4 (19.) und 10:7 (25.) mit drei Treffern vorn. Kurz vor dem Pausenpfif verkürzte die mit nur zwei Wechselspielern angereisten Wittenberger auf 12:10.

Auch in der ersten Hälfte des zweiten Spielabschnitts hatte der HV Wernigerode alles unter Kontrolle, der Vorsprung wuchs zwischenzeitlich sogar auf vier Tore an (17:13/41.). Einige unnötige Zeitstrafen wegen Meckern oder vermeidbaren Foulspielen brachte den Gastgeber dann aber aus dem Rhythmus. Mit katastrophalen Pässen, technischen Fehlern und leichtfertig vergebenen Chancen wurde der Vorsprung binnen kürzester Zeit hergeschenkt.

Hinzu kam, dass auch die Abwehr gegen den wurfstarken Rückraum des HBC Wittenberg nicht mehr energisch genug zupackte. Bis zur 47. Minute glichen die Gäste zum 18:18 aus, wenig später lagen sie sogar mit zwei Treffern in Führung (19:21/49.). Mit dem Rückstand nahm die Verunsicherung auf Seiten der Wernigeröder weiter zu, daran änderte auch eine Auszeit von Trainer Björn Ahlsleben nichts. Zwar glichen seine Mannen noch einmal zum 21:21 aus, doch in den Schlussminuten zog der HBC Wittenberg mit einer Energieleistung vorentscheidend auf 22:25 davon. Die beiden letzten Treffer des HV Wernigerode brachten nur noch Ergebniskosmetik.

"Wir haben heute im Angriff oft die falschen Mittel angewendet, zu viel quer gespielt, statt Druck auf die gegnerische Abwehr auszuüben. Zudem haben wir uns zu sehr auf die Mitte konzentriert und die Außenpositionen vernachlässigt", analysierte Trainer Björn Ahlsleben. Der Ausfall von Gorden Müller machte sich in diesem Zusammenhang deutlich bemerkbar, vielleicht hätte auch der lange Axel Csordas dem Angriffsspiel des HV Wernigerode mehr Durchschlagskraft verliehen. "Schade, mit einem Sieg hätten wir heute richtig an die vorderen Tabellenplätze heran kommen können. Stattdessen sind die Teams hinter uns wieder heran gerückt", trauerte der HVW-Coach einem verpassten Sieg hinterher.

HV Wernigerode: Wisotzky, Zimmermann - Czaja (7/4), Meißner (1), Rinke (4), Nierlein (5), Eicken (3), Weist, Stecker (3/2), Wilde (1), Karau, Völkel, Csordas, Dieterich;

Zeitstrafen: HV Wernigerode 6 + Rote Karte gg. Eicken (58./dritte Zeitstrafe) - HBC Wittenberg 6; Siebenmeter: HVW 7/6 - HBC Wittenberg 6/6.