Die Red Devils haben sich bereits drei Spiele vor Saisonende für das Playoff-Halbfinale um die Deutsche Floorball-Meisterschaft qualifiziert. Nach dem siegreichen Punktspiel-Doppelpack ist die Gahlert-Truppe nicht mehr vom zweiten Tabellenplatz der 1. Bundesliga zu verdrängen.

Wernigerode (mvo/ige) l Trotz souveräner Vorstellungen bei den Unihockey Igels Dresden (17:2) und daheim gegen die Floor Fighters Chemnitz (10:2) trat Devils-Coach Peter Gahlert sofort auf die Euphoriebremse: "Trotz der hohen Siege müssen wir weiter auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Wir wollen den personellen Umbruch fortführen und weitere Nachwuchstalente in das Bundesligateam einbauen. Die zahlreichen Tore sind toll, aber viel schöner ist, dass knapp die Hälfte der am letzten Wochenende eingesetzten Spieler unter 18 Jahren war. Die jungen Spieler sollen weiter Fuß fassen und zunehmend noch mehr Verantwortung übernehmen. Darauf können wir stolz sein."

Mit einem dezimierten Kader waren die Roten Teufel am Sonnabend nach Dresden gereist. Hier mussten die Nachwuchstalente gleich von Beginn ran und zeigten erneut ihre Klasse. Gleich im ersten Durchgang ging es Schlag auf Schlag, nach knapp sieben Minuten führten die Harzer durch Tore von Ramon Ibold (2), Tom Fiedler, Robert Müller und Joel Ekroos bereits 5:0. Wenig später legten nochmals Ekroos und Markus Piittisjärvi nach. Auch im zweiten Abschnitt agierten die Wernigeröder sehr spielfreudig, Peter Müller, Ramon Ibold und Markus Piittisjärvi gestalteten das Ergebnis zweistellig. Gegen Mitte des zweiten Drittels wurde Nachwuchstorhüter Nico Severin eingewechselt, der im weiteren Verlauf eine souveräne Leistung bot.

In der ersten Hälfte des Schlussabschnitts legten Vojta Krupicka, Joel Ekroos, Markus Piittisjärvi sowie Robert und Peter Müller zum 15:0 nach, bevor die Igels Dresden knapp 6:30 Minuten vor dem Abpfiff zum Ehrentreffer kamen. Nach zwei weiteren Toren durch Ekroos und Krupicka durften auch die Dresdner kurz vor Spielende ihren zweiten Treffer bejubeln. Während die Gastgeber nicht so recht wussten, wie ihnen geschah, freuten sich die Red Devils über den höchsten Bundesliga-Sieg dieser Saison.

Knapp 22 Stunden später mussten die Roten Teufel schon wieder in heimischer Halle gegen die Floor Fighters Chemnitz ran. Die Sachsen kamen mit vier Siegen in Folge in den Harz, wurden aber auf ihrem zwischenzeitlichen Höhenflug in der Bundesliga-Tabelle ein wenig ausgebremst. Die Hausherren begannen furios, im ersten Drittel schossen Markus Piittisjärvi, Ramon Ibold (2) und Moritz Schmidt die Devils mit 4:0 in Führung. Letzterer erzielte im Alter von 16 Jahren das erste Bundesliga-Tor seiner noch jungen Floorball-Karriere. Zu Beginn des zweiten Drittels verkürzten die Gäste auf 4:1, doch die Roten Teufel antworteten prompt: Juha-Pekka Kuittinen (2), Max Riechel und Vojta Krupicka bauten die Führung auf 8:1 aus.

Im letzten Abschnitt plätscherte das bereits entschiedene Spiel ein wenig vor sich hin, doch die Red Devils schraubten nach weiteren Toren von Vojta Krupicka und Max Riechel das Ergebnis wieder in zweistellige Höhe. Chemnitz hatte zwischenzeitlich auf 9:2 verkürzt, doch große Gefahr ging vom Tabellenfünften und Pokal-Halbfinalisten an diesem Tage nicht wirklich aus. "Wir konnten an die Leistungen der letzten Spiele nicht anknüpfen. Ein wenig war dies wohl auch unserem dezimierten Kader geschuldet. Wir waren nur mit elf Feldspielern nach Wernigerode gekommen", so Philipp Hamann von den Floor Fighters nach dem Spiel.

Die Red Devils haben durch die beiden Siege zwischenzeitlich die Tabellenspitze übernommen und können bei einem Vorsprung von 13 Punkten bei vier noch ausstehenden Spielen der Mitkonkurrenten aus Leipzig und Berlin nicht mehr vom zweiten Platz verdrängt werden. Damit ist den Harzern die direkte Qualifikation für das Playoff-Halbfinale sicher. Nach einem spielfreien Wochenende sind die Red Devils beim Tabellendritten MFBC Leipzig gefordert. Am Wochenende darauf steigt in Chemnitz das "final4"-Turnier um den Floorball Deutschland-Pokal.

Red Devils: Blume, Severin - Einecke, R. Müller, Ibold, Fiedler, Piittisjärvi, Krupicka, Riechel, Kuittinen, Schmidt, Mildner, P. Müller, Ekroos,