Nicht attraktiv, aber enorm wichtig: In einer niveauarmen Partie setzte sich Eintracht Osterwieck am Sonnabend gegen den FSV Drohndorf/Mehringen mit 1:0 (0:0) durch - drei "big points" im Abstiegskampf der Fußball-Landesklasse, Staffel III.

Osterwieck l Es gibt Spiele, die geraten nach Abpfiff schnell in Vergessenheit. Ein mageres Tor, hart, aber fair geführte Zweikämpfe - es fehlt diesen Partien schlichtweg an nennenswerten, geschweige denn denkwürdigen Szenen.

Jene Aufreger suchte man auch am Sonnabend in Osterwieck vergebens. Viel wichtiger war die Ausbeute, die von Eintracht-Coach Rainer Dube die Randnotiz "big points" bekam. "Das war ein ganz, ganz wichtiger Sieg. Jetzt haben wir uns ein bisschen Luft verschafft", sagte Dube. In Zahlen bedeutet dieses "bisschen Luft" aktuell sechs Punkte Vorsprung zum Tabellenvorletzten SV Langenstein. Kein Wunder also, dass die Partie laut Dube keine schöne, wohl aber enorm intensive gewesen sei. "Das ist auch nicht wichtig, weil kein Hahn mehr da nach kräht."

So sahen die knapp 100 Zuschauer wenige, aber dafür klarere Torchancen - auf beiden Seiten. Die ersten nennenswerten Offensivaktionen der Eintracht resultierten aus ruhenden Bällen. So setzte Hannes Seubert seinen Schuss knapp neben den Pfosten (6.), ehe der Freistoß von Kevin Hildach in der Mauer landete. "Der Ball sprang einem Spieler an die Hand, das war eine kritische Situation", so Dube, der nichts gegen eine Strafstoßentscheidung zugunsten seiner Elf einzuwenden gehabt hätte.

Die bis dato beste Gelegenheit hatte Peter Mosko, dessen Schuss von Gästekeeper Christian Groß pariert wurde. Auch der FSV startete immer wieder gefährliche Angriffe. Als Spielverderber fungierte einzig Eintracht-Torhüter Malte Theuerkauf. "Er hat wieder ein sehr gutes Spiel gemacht und strahlt zur Zeit eine sehr gute Ruhe aus", lobte Dube. Theuerkauf verhinderte den Rückstand seiner Elf mit zwei starken Paraden im Eins-gegen-Eins (25., 26.). Auch Hildach war immer wieder im Blickpunkt, setzte sich in der 33. Minute gut auf der Außenbahn durch, zog in den Strafraum und scheiterte an Groß.

Nach der Pause wurden die Chancen weniger, die Zweikämpfe dafür umso intensiver. Dass es dennoch nur drei Gelbe Karten im gesamten Spiel gab, lag auch an Schiedsrichter Robert Pankow (Germania Wernigerode), dem Dube eine "sehr gute Leistung" attestierte.

Passend zum Verlauf der Partie, die spielerisch eher Magerkost bot, war es erneut eine Standardsituation, die für die wichtigen drei Zähler für die Hausherren sorgte. Bei einem Freistoß von Vladimir Zir irritierte Matthias Perle Gästekeeper Groß entscheidend, so dass der Ball unberührt im langen Eck landete - 1:0 (65.).

Brenzlig wurde es noch einmal in der Nachspielzeit. Die Eintracht hatte Glück, dass die Gäste eine Großchance leichtfertig vergaben und den Ball am langen Pfosten nicht über die Linie brachten. Auf der Gegenseite verpasste es Hildach, seine gute Leistung mit einem Treffer zu krönen.

So blieb es beim knappen Heimsieg, "der vor allem wichtig war, weil jetzt schwere Spiele auf uns zukommen", so Dube. Er und sein Team treten in der kommenden Woche in Staßfurt an und empfangen anschließend Spitzenreiter Grün-Weiß Ilsenburg.

Eintracht Osterwieck: Theuerkauf - Perle, Hauch, Zir, Seubert, Mosko (73. Kruppa), Leßmann (65. Kraus, 77. Thaele), Torbahn, Wagenfuehr, Schmidt, Hildach

Torfolge: 1:0 Vladimir Zir (65.); Schiedsrichter: Robert Pankow (Germania Wernigerode); Zuschauer: 94