Germania Wernigerode ist nur einen Schritt vom Harzmeistertitel entfernt. Nach einem 3:0-Sieg im Spitzenspiel über den Harsleber SV Germania scheint der Titelgewinn für die Becker-Elf nur noch Formsache.

Wernigerode l Oft halten Spitzenspiele nicht, was sie versprechen. Erwartet werden gutklassiger Fußball, rassige Zweikämpfe, Torchancen auf beiden Seiten sowie als Würze schön herausgespielte Tore - all dies bekamen die Zuschauer im Kohlgarten geboten.

Harsleben zeigte sich vom Ausrutscher am Mittwoch gut erholt und übernahm mit schnellem Direktspiel das Kommando, ohne sich jedoch zwingende Chancen herauszuarbeiten. Die Wernigeröder benötigten eine Viertelstunde, um ins Spiel zu finden. Der an diesem Tag sehr gut aufgelegte Denny Milde setzte auf rechts zum Solo an, seine flache Hereingabe verpassten Marco Raue und Daniel Michaelis. In der 23. Minute konnte Gästekeeper Christian Pitt einen Milde-Schuss nicht festhalten, doch Michaelis vergab den Abpraller. Nur drei Minuten später war er dann per Kopfball nach Freistoß von Michael Schulz zur Stelle.

Auch danach lieferten sich beide Teams eine temporeiche Partie auf hohem Niveau. In der 30. Minute musste die Germania-Abwehr alles riskieren, um nach einem sehr gut vorgetragenen Konter den Ausgleich zu verhindern. Auf der anderen Seite verpasste Michaelis nach starker Vorarbeit von Marco Raue das 2:0 (37.). Auch Christian Harenbergs Flachschuss strich knapp am Tor vorbei.

In Halbzeit zwei waren gerade fünf Minuten gespielt, als Daniel Michaelis mit einem Schuss aus der Drehung das nächste Achtungszeichen setzte. Im direkten Gegenzug hatten viele im Rund ein elfmeterwürdiges Foul an Kai Meldau gesehen, doch Referee Florian Mummert entschied auf Freistoß für Wernigerode. Maximilian Krebs nutzte die Unordnung bei den Gästen und spielte nach einem Solo Denny Milde frei, dessen Linksschuss aber weit am Tor vorbei ging. Drei Minuten später stand Referee Mummert erneut im Blickpunkt, diesmal wertete er ein an Foul an Marco Raue im Strafraum als "Schwalbe".

Die Partie verlief weiter völlig offen, trotz intensiver Bemühungen kam Harsleben aber kaum gefährlich vor das Tor. So sorgte Denny Milde in der 66. Minute für die Vorentscheidung, als er fünf Gegenspieler austanzte und Daniel Michaelis sein Zuspiel nur noch einzuschieben brauchte.

Damit war der größte Widerstand bei den Gästen gebrochen, dennoch zwangen sie die Wernigeröder weiter zu vollster Aufmerksamkeit. Die besseren Chancen waren allerdings auf Seiten der Wernigeröder. Philipp Reichelt stand völlig frei vor dem Tor, doch Christian Pitt parierte stark (70.). Besser machte es Denny Milde nur zwei Minuten später, als er nach Pass von Philipp Reichelt zum 3:0 vollendete. Damit war die Begegnung endgültig entschieden, zumal Harsleben der Kräfteverschleiß vom Mittwoch-Spiel deutlich anzusehen war.

Germania Wernigerode: Sänger - Krebs, Franke, Reichelt, Schulz (53. Wladarz), Milde, Anschiz, Raue (77. Leventyüz), Harenberg, Michaelis, Herlemann (14. Zeidler);

Harsleber SV Germania: Pitt - Wienecke (80. Pröttel), Hotopp, Erdmann (60. Hauer), Heine, Tarczewski, Sellnow, Wagner, Meldau, Freise (60. Schmolka), Dannhauer;

Torfolge: 1:0, 2:0 Daniel Michaelis (26., 66.), 3:0 Denny Milde (72.); Schiedsrichter: Forian Mummert (Halberstadt); Zuschauer: 67.