Osterwieck (mak) l Eigentlich soll sie beruhigen, Sicherheit geben und am Ende, wenn nötig, nur über die Zeit gebracht werden: eine deutliche Führung. Bei Eintracht Osterwieck scheint eine deutliche 2:0-Führung jedoch eher der Auslöser für kollektives Nichtstun zu sein oder anders ausgedrückt: "Nach dem 2:0 ging bei uns einfach gar nichts mehr", kommentierte Eintracht-Trainer Rainer Dube den Grund, weshalb sich seine Elf am Ende gegen Germania Wulferstedt noch mit 2:4 (0:0) geschlagen geben musste.

Dabei präsentierten sich die Gastgeber, die auf sechs Stammkräfte verzichten mussten, vor allem in der ersten Hälfte gut und ließen in der Defensive kaum Nennenswertes zu. Erst nach Wiederanpfiff spielten beide Teams mutiger und entschlossener nach vorn - mit Erfolg: Toni Torbahn zog in der 52. Minute in den Strafraum und konnte nur per Foulspiel gestoppt werden. Torbahn trat selbst an und markierte die 1:0-Führung für Osterwieck. "Es war eigentlich eine klare Notbremse, aber es gab keine Rote Karte. Dieser Platzverweis hätte uns sicher in die Karten gespielt", kritisierte Dube.

Doch auch ohne den Vorteil des Überzahlspiels bestimmten seine Mannen die Szenerie. Nach einem Freistoß stand Yves Blankenburg goldrichtig und traf im Nachsetzen zum 2:0 (56.). Im Anschluss stellten die Hausherren das Fußballspielen ein, "vielleicht haben sich die Jungs zu sicher gefühlt", rätselte Dube, der jedoch auch betonte: "Der Schiedsrichter hat mit seinen fragwürdigen Entscheidungen dazu beigetragen." So kassierte sein Team nur drei Minuten nach Blankenburgs Tor den 1:2-Anschlusstreffer durch Daniel Brunke, der sich gegen zwei Eintracht-Spieler durchgesetzt hatte. Robert Dreyer drehte das Spiel mit dem Treffer zum 2:2-Ausgleich endgültig (74.). In der Folgezeit dominierten die Gäste, die immer wieder gut kombinierten. Folgerichtig brachte Rene Jahn sein Team in der 82. Minute erstmals mit 3:2 in Führung, ehe Philipp Charwat den Schlusspunkt zum 4:2 setzte und damit den Auswärtssieg perfekt machte.

"Schade, wir wollten unsere gute Heimserie fortsetzen, haben bei den Gegentoren aber mächtig mitgeholfen", ärgerte sich Dube.

Eintracht Osterwieck: Koch - Blankenburg, Perle, Hauch, Wagner, Seubert (84. Wiegmann), Lessmann, Torbahn, Wagenfuehr, Schmidt, Markwart

Torfolge: 1:0 Toni Torbahn (52., EM), 2:0 Yves Blankenburg (56.), 2:1 Daniel Brunke (59.), 2:2 Robert Dreyer (74.), 2:3 René Jahn (82.), 2:4 Philipp Charwat (87.); Schiedsrichter: Dirk Reider (SV Eichelberg); Zuschauer: 108.