In der Mitteldeutschen Oberliga haben die Hand-ballerinnen des HSV Haldensleben das Spitzenspiel gegen den HSV Marienberg 26:27 (15:15) verloren. In der Schlussphase der Partie vergab das Team von Trainerin Dr. Marita Daum einen möglichen Punktgewinn gegen die cleveren Gäste aus dem Erzgebirge.

Haldensleben l Die Zuschauer in der Ohrelandhalle sahen ein hochklassiges Spiel des Vierten gegen den Zweiten des Klassements - und was für eins! Bis in die letzten Sekunden der Begegnung hinein lebte die Partie von Spannung und vom große kämpferische Einsatz der Kontrahenten. Der HSV legte das 1:0 vor, danach die Gäste zum 9:6 vor. Die Mannschaft von Trainerin Daum blieb aber immer in Schlagdistanz und ließ sich nicht abschütteln. Gegen den Aufstiegsaspiranten zeigten die Frauen des HSV Haldensleben - wie schon in den letzten Partien - eine bärenstarke Leistung und kämpften sich bis zum Pausenpfiff heran. Das 15:15 zur Halbzeit ließ die Gäste daher nervös werden.

Der HSV kam frisch motiviert aus der Kabine und lieferte dem Tabellenzweiten einen Kampf auf Biegen und Brechen. Die Spannung in der Ohrelandhalle steigerte sich weiter. Kein Team setzte sich entscheidend ab, das belegen die Zwischenstände 18:18 und 21:21. Das 24:23 für den HSV brachte die Halle zum Brodeln. Auch die lautstarke Fan-Kapelle der Gäste aus dem Erzgebirge feuerte ihre Mannschaft gehörig an, so dass eine unglaubliche Atmosphäre in der Halle herrschte. Noch einmal legte Haldensleben mit 26:25 vor.

Schlussphase verläuft unglücklich für den HSV

Das Glück des Tüchtigen stand den Gastgeberinnen allerdings an diesem Tag nicht zur Seite. In der 58. Minute des Spiels sah es - nach diesem erfolgreichen Fernwurf von Anne Stutz - sogar nach einem Sieg aus. Kurz darauf bekamen die Daum-Sieben gar noch einen Siebenmeter zugesprochen. Der landete jedoch neben dem Tor und im Gegenzug schaffte Marienberg den Ausgleich. Zumindest auf einen Punkt hofften die Haldensleberinnen jetzt. Zehn Sekunden vor dem Schluss brachte ein Fehlabspiel die Marienbergerinnen in Ballbesitz. Der Konter endete mit einem Siebenmeterpfiff. Der Wurf wurde von Vicky Schütze mit aller Routine ausgeführt und das 27:26 ließ die Gäste jubeln, die sich nur wenig zuvor noch über nur einen Punkt gefreut hätten. Mit diesem überaus glücklichen Sieg bleiben sie weiterhin Verfolger Nummer eins des unangefochtenen Spitzenreiters Markranstädt.

Haldenslebens Trainerin Dr. Marita Daum war die Enttäuschung über den unglücklichen Verlauf der Schlussphase anzusehen. "Das ist Handball", relativierte sie schon Minuten nach der Schluss-Sirene. "Wir haben es verpasst, uns für die engagierte Leistung zu belohnen. Ich bin stolz auf die Mannschaft und mache niemandem einen Vorwurf. Alle haben unbedingten Kampfeswillen gezeigt und hätten gern für die Riesenüberraschung gesorgt. Wir blicken jedoch jetzt nach vorn, denn am kommenden Wochenende steht das nächste Spitzenspiel in Niederndodeleben an."

HSV Haldensleben: Schache, Schäfer - Carolin Beck (2), Linda Umbusch (2), Samanta Umbusch (5), Kortz (3), Schmitz (4/1), Christin Beck, Romy Stutz, Martinez Cabrera, Reißberg, Anne Stutz (6), Bergmann 4/3.

Siebenmeter: HSV 7/4, Marienberg 7/5. Zeitstrafen: HSV 4, Marienberg 3. Spielfilm: 1:2, 6:9, 11:13, 15:15 - 18:18, 21:21, 24:23, 26:25, 26:27.

Schiedsrichter: Göring/Neumann.