Im Börde-Derby setzen sich die Mitteldeutschen Oberliga-Handballerinnen des TSV Niederndodeleben in einer packenden Begegnung gegen den HSV Haldensleben mit 29:26 (15:14) Toren durch.

Niederndodeleben l Dabei waren die Vorzeichen für die Heimsieben nicht vielversprechend. Während Gäste-Coach Dr. Marita Daum ihren kompletten Kader aufbot (die angeschlagene Lisa Hofmann konnte zumindest zu Strafwürfen auflaufen), musste Heim-Trainer Michael Funke neben den Langzeitverletzten auf Torfrau Sabine Meier und Regisseurin Jasmin Maue verzichten.

Damit war er gezwungen, umzustellen: Ina Bruckbauer rückte auf die Rückmitte und Tina Matthei auf die halblinke Position. Diese Variante fruchtete jedoch nicht, denn die Kreisstädterinnen kamen besser in die Partie und legten schnell zum 1:4 (8. Spielminute) vor. Bis zum 7:10 (18.) mussten die TSV-Frauen schon vier Strafwürfe hinnehmen, standen nach einigen Zeitstrafen durch die auf beiden Seiten sehr kleinlich pfeifenden Unparteiischen sogar nur noch zu Dritt auf dem Parkett.

Michael Funke gefiel das Spiel seiner Mannschaft nicht, er stellte nun in einer Auszeit um. Anja Schröder rückte in den Rückraum, Alina Wollborn in die Rückraummitte. In der Folge war das TSV-Angriffsspiel jetzt gefälliger. Nachdem die ersten beiden Heimstrafwürfe am Pfosten landeten, brachte Ina Bruckbauer den dritten Versuch zum 12:14-Anschluss (23.) sicher im Tor unter. Die folgende Gästeauszeit brachte nichts, die Heimsieben blieb am Drücker und erhöhte nach dem Ausgleich zum 14:14 in Gegenstoß durch Tina Matthei (28.) zur 15:14-Pausenführung.

Auch nach dem Seitenwechsel schenkten sich, ganz nach dem Geschmack der zahlreichen Zuschauer, beide Mannschaften weiterhin nichts. Die Dodeleberinnen legten bis zum 18:17 (37.) jeweils ein Tor vor, die Haldensleberinnen den Ausgleich erzielen. Noch einmal erarbeiteten sich die Gäste durch zwei Treffer der starken Anne Stutz und zwei verwandelte Strafwürfe durch Lisa Hofmann eine eigene Führung zum 20:21 (42.), die Justine Schmitz nach einem abgeblockten Ball im Gegenstoß sogar auf 20:22 (43.) erhöhte.

Ein Lattentreffer von der Strafwurflinie war scheinbar der Startschuss zur Schlussoffensive der TSV-Frauen. Allen voran die nun glänzend aufgelegte Anja Schröder sowie Tina Matthei mit einem Unterzahltreffer drehte die Heimsieben den Spielstand zur eigenen 24:23- Führung (52.). Mit einer sicheren Vanessa Sichmund im Rücken zwang die TSV-Abwehr die Gästeoffensive wiederholt in schwierige Wurfpositionen. Auf zwei wichtige Wollborn-Treffer konnte Haldensleben dennoch mit dem Ausgleich zum 26:26 (57.) antworten. Nun war es Anja Schröder, die mit ihren Treffern sechs, sieben und acht sämtliche Punktehoffnungen der Gäste zerstörte und ihrer Mannschaft vor stehenden Rängen zwei Punkte sicherte. Gegen starke Gäste musste sich die Heimsieben diesen Erfolg hart erarbeiten.

TSV Niederndodeleben: Vanessa Sichmund - Anja Schröder 9, Ina Bruckbauer 5/3, Veronika Bange 4, Anika Wilke, Tina Matthei 4, Daniela Schottstedt, Sabrina Thomas 1, Alina Wollborn 5, Josephin Klöppel 1

HSV Haldensleben: Silke Schache, Anna Schäfer - Carolin Beck 1, Linda Umbusch 1, Samanta Umbusch 5/1, Joelina Kortz, Justine Schmitz 7/5, Christin Beck 1, Romy Stutz, Verena Martinez Cabrera 1, Mona Reißberg, Lisa Hofmann 3/3, Anne Stutz 6, Conny Bergmann 1

Strafwürfe: TSV 6/3, Haldensleben 9/6. Zeitstrafen: TSV 5, Haldensleben 6. Schiedsrichter: Frank Meyer und Ralf Petzold (Dresden)