Erst in den Schlussminuten hat sich Frauenhandball-Oberligist HSV Haldensleben im Heimspiel gegen den SV Koweg Görlitz mit 26:25 (12:16) Toren durchgesetzt

Haldensleben l "Man muss nur zum richtigen Zeitpunkt führen, um zu gewinnen", so das von Kapitän Anne Stutz nach dem kampfbetonten und bis zum Ende spannende Match formulierte Fazit. Treffend, denn 56 Minuten hatte Görlitz in Führung gelegen, ehe Sekunden vor dem Schlusspfiff das siegbringende Tor für das Haldensleber Team erzielt werden konnte.

Das Resümee von Anne Stutz war an diesem Tag auch plausibel, weil sie selbst das Haldensleber Spiel dominierte, in kritischen Phasen Verantwortung übernahm und mit zehn Toren erfolgreichste Torschützin der Partie war. Daran hatte auch Conny Bergmann wesentlichen Anteil, weil sie mit ihren Aktionen aus dem Rückraum (fünf Tore) die Görlitzer Deckung auf sich zog und so mehrfach Lücken für den HSV-Kapitän schuf. Silke Schache parierte besonders in den hektischen letzten Minuten der Begegnung bravourös freie Würfe der Görlitzer Angreiferinnen.

Warum es bis kurz vor Schluss dauerte, um das Spiel zu drehen, ist leicht beantwortet: ein Drittel der Haldensleber Angriffe endete mit Technik- und Regelfehlern. Die Gäste nutzten das in Form von Kontern und "leichten" Toren. Der HSV Haldensleben erschwerte sich selbst damit das Spiel.

Nach dem 1:3 und 3:7 (10.) schafften zweimal Conny Bergmann, Christin Beck mit einem Heber und Verena Martinez Cabrera von außen den 7:7-Ausgleich (14.). Besagte Fehler ermöglichten Görlitz bis zum Pausenpfiff fünf erfolgreiche Konter zum aus Haldensleber Sicht bedenklichen 16:20.

Nach der Halbzeitansprache von Trainerin Dr. Daum lief das Spiel der Rolandstädterinnen besser. In doppelter Unterzahl gelang Anne Stutz das 13:16 und durch drei weitere Tore von ihr und einer Einseinsaktion von Joelina Kortz das 17:19 (37.). Doch der Ausgleich gelang nach drei Zuspielfehlern in Folge zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Hinzu kam das "Pech der Tüchtigen" Samanta Umbusch, die insgesamt fünfmal Pfosten und Latte traf.

18:20 (43.) und 20:21 (54.) steigerten die Spannung in der Ohrelandhalle. Besonders die wurfgewaltige Marzena Kot sorgte immer wieder für die Gästeführung, so auch in der 55. Minute zur Görlitzer 23:21-Führung. Vier Minuten vor dem Schlusspfiff gelang schließlich Christin Beck von der Kreismitte der umjubelte 23:23-Ausgleich. Den folgenden Haldensleber Vorsprung zum 24:23 beziehungsweise 25:24 beantworteten die Görlitzerinnen jeweils im Gegenzug mit dem Ausgleich. 59:34 zeigte die Spieluhr, als Justine Schmitz den nach Foul an Christin Beck verhängten Strafwurf nervenstark zum 26:25-Endstand verwandelte.

Trainerin Dr. Daum nach der Begegnung: "Meine Mannschaft hat heute zu keinem Zeitpunkt aufgegeben und hat über den Kampf zum Spiel gefunden. Wichtig war, dass wir den Kopf in kritischen Situationen oben behalten haben und das Team an sich geglaubt hat."

HSV Haldensleben: Schache, Schäfer, Schick - Ca. Beck (3), L. Umbusch, S. Umbusch, Kortz (1), Schmitz (2/2), Ch. Beck (2), Martinez Cabrera (1), Reißberg (1), A. Stutz (10), Bergmann (5), Hoffmann (1)

Siebenmeter: Haldensleben 2/2, Görlitz: 5/5. Zeitstrafen: Haldensleben 7, Görlitz 5

Spielfilm: 1:4, 3:7, 9:12, 12:16 - 17:20, 19:21, 23:23, 26:25

Schiedsrichter: Fischer/Schüller (Aue)