Haldensleben (eb) l Nach dem großen Stühlerücken beim Haldensleber SC im Vorjahr zieht Tom Krüger, stellvertretener Abteilungsleiter Fußball, Bilanz.

Volksstimme: Herr Krüger, wie zufrieden sind Sie mit den aktuellen Ergebnissen im Jahr eins nach dem gewaltigen Umbruch in der Abteilung Fußball beim Haldensleber SC?

Tom Krüger: Wir können mit den sportlichen Ergebnissen sehr zufrieden sein. Unser Aushängeschild - die 1. Mannschaft - hat mit dem bereits feststehenden Klassenerhalt eine derart positive Rolle in der Verbandsliga Sachsen-Anhalt gespielt, wie das wohl die Wenigsten erwartet haben. Trainer Roland Zahn hat mit seinen Spielern hier eine phantastische sportliche Leistung abgeliefert. Wenn ich bedenke, dass die Mannschaft im Auswärtsspiel beim Spitzenreiter Halle-Ammendorf mit acht Eigengewächsen des Haldensleber SC und einem Altersdurchschnitt von 21,4 Jahren auf dem Platz stand, dann ist das genau die Entwicklung, die wir vor einem Jahr einleiten wollten. Den Erfolg im Fussball nicht einzukaufen, sondern selbst entwickeln.

Volksstimme: Wer hat Sie noch überzeugt?

Krüger: Dazu haben unsere Nachwuchstrainer, unter Leitung von Nachwuchsleiter Gunnar Schütze, eine ebenfalls großartige Leistung abgerufen, die leider nicht so im Scheinwerferlicht des Interesses steht. Aber mehrere Kreismeistertitel und weitere sehr gute Platzierungen bei den vor wenigen Wochen ausgetragenen Hallenmeisterschaften, sowohl im Kreis als auch auf Landesebene, sind ein deutlicher Beleg dafür, dass uns um den Nachwuchs des Haldensleber SC nicht bange sein muss. Die A-Jugend hat bereits zum jetzigen Zeitpunkt das sportliche Ziel, denn Verbleib in der Verbandsliga, geschafft und unterstützt den Herrenbereich aktiv und sehr zahlreich.

Volksstimme: Sie werden demnach ihren aktuellen Kurs bei der Entwicklung des Nachwuchses und des Männerfußballs fortsetzen?

Krüger: Selbstverständlich. Es gibt hierzu keine vernünftige und bezahlbare Alternative. Der von uns verfolgte Gedanke - Fussball aus der Region und für die Region - sowie die Identifikation der Fussballer mit ihrer Heimatregion und der Stadt Haldensleben, ist uns und den Sponsoren sehr wichtig. Die Förderung des Haldensleber Fussballsports soll nicht zum Profisport mit verdeckten Gehältern für die Spieler führen, sondern talentierte Eigengewächse zu stabilen und charakterlich ordentlichen Fußballern der Verbandsliga und auch darunter führen. Die Übungsleiter, die uns diese Entwicklung ermöglichen und umsetzen, haben wir beim Haldensleber SC. Leider reicht das auf lange Sicht nicht aus.

Volksstimme: Was meinen Sie, was fehlt dem HSC-Fußball aktuell, um den eingeschlagenen Kurs erfolgreich weitergehen zu können?

Krüger: Wir benötigen deutlich mehr Sportfreunde, die als Mitglied der Abteilungsleitung oder als Trainer aktiv mitgestalten und mehr Verantwortung übernehmen. Wir setzen als aktuelle Leitung auf die Jahreshauptversammlung am 17. April um 19 Uhr im Sporthaus an der Jahnallee, von der wir uns insgesamt einen weiteren neuen und starken Schub erhoffen. Es genügt nicht, nur die Daumen zu drücken und sich über den sportlichen Erfolg zu freuen. Mit anpacken und aktiv mitgestalten, das sind Wunsch und Forderung von denen, die aktuell Verantwortung tragen. Trainer mit Doppelfunktion sollen nach dem 17. April der sportlichen HSC-Vergangenheit angehören.