Haldensleben (hwk/mke) l Selten war die sportliche Überlegenheit einer Gastmannschaft im HSC-Waldstadion so deutlich.

Wer in die Gesichter der Aktiven und HSC-Verantwortlichen nach dem Spiel schaute, sah Verwunderung und Erschrockenheit, ob der eigenen schwachen Leistung, aber zugleich auch die Sorge, ob man die erkannten Baustellen in fast allen Mannschaftsteilen rechtzeitig zum Saisonstart in den Griff bekommt.

Dabei sah die erste Hälfte - nur vom Ergebnis her - wegen des knappen 1:2 nicht schlecht aus. Insbesondere nach dem Anschlusstreffer von Rene Hasse in der 27. Minute keimte Hoffnung beim Gastgeber auf, in das Spiel hineinzufinden. Denn bereits in der neunten und 26. Minute erzielten die Gäste durch Stefan Mensch sowie Steven Röhl einen beruhigenden 2:0-Vorsprung, der nötige Stabilität gab.

Die zweite Spielhälfte war erst neun Minuten alt, als der letztjährige Verbandsligadritte - zu einem für ihn psychologisch wichtigen Zeitpunkt - durch Rhode auf 3:1 erhöhte.

Von nun an wurden die sportlichen Unterschiede beider Teams, an diesem Tage, schonungslos offengelegt. Der Gastgeber, bei dem fast kein Mittelfeldspiel stattfand, verlor die entscheidenden Zweikämpfe und hatte dem sehr beweglichen und kombinationssicheren Umkehrspiel der Preussen nichts entgegenzusetzen.

Die HSC-Hintermannschaft wurde teilweise schwindlig gespielt. Es folgten die Treffer zum zwischenzeitlichen 1:4 und 1:5, ehe HSC-Akteur Pascal Hampel mit einer sehenswerten Direktabnahme auf 2:5 verkürzte.

Der beste HSC-Aktive stand an diesem Tag im Tor und hieß Florian Switala. Ihm alleine ist es zu verdanken, dass nur noch das 2:6 für den Gast fiel. In genau zwei Wochen kommen die Preussen wieder zum HSC, zum eigentlich noch wichtigeren Punktspiel in der Liga. Da Fussball bekanntlich ein Tagesgeschäft ist, wäre es der richtige Zeitpunkt für die Jungs um Kapitän Markstein, sportliche Besserung unter Beweis zu stellen.

Co-Trainer Andre Linzert sagte nach der Partie: "Wir wollten kompakt stehen und aus einer leichten Konterstellung spielen. Die besprochenen taktischen Dinge haben wir nicht umgesetzt. Das schnelle Führungstor sowie die großen Räume, die wir den Preussen ließen, spielten ihnen in die Karten. Wir dürfen uns trotz aller erkannten Probleme nicht verrückt machen lassen und müssen nächste Woche mit Selbstvertrauen nach Merseburg fahren."

HSC: Switala - Daniel Helmecke (58.Hampel), Schütte, Markstein, Hieronymus, Hasse, Tim Girke, Burger (85.Folkens), Marcel Helmecke, Strauß (35.Mäde), Kotulla.

Preussen MD: Ebeling - Mensch (88.Ernst), Appel, Glage (85.Berger), Rhode (70. Rothe), Göres, Tietz, Röhl, Fischer, Trinh, Renger.

Torfolge: 0:1 Mensch (9.), 0:2 Röhl (26.), 1:2 Hasse (27.), 1:3 Rhode (54.), 1:4 Glage (67.), 1:5 Glage (69.), 2:5 Hampel (72.), 2:6 Rothe (89.).