Der Haldensleber SC gewann sein Heimspiel gegen den Tabellenführer der Verbandsliga und Oberliga-Absteiger Piesteritz mit 1:0. Schütze des siegbringenden Treffers war vor nur 55 Zuschauern Rene Hasse in der 73. Minute.

Haldensleben l "So ein Tag, so wunderschön wie heute", schallte es aus der Umkleidekabine des jungen HSC-Teams, nachdem sie den favorisierten Gast und letztjährigen Oberligisten Grün-Weiß Piesteritz mit 1:0 in die Knie gezwungen hatten. Es war, wie eine Woche zuvor in Dessau, der Erfolg einer jungen Mannschaft, die noch sehr unerfahren ist, fußballerisch aber fast komplett in Haldensleben ausgebildet wurde und wird.

Chef-Ausbilder ist mit Roland Zahn ein Mann, der in 47 Jahren als Trainer 13 mal aufgestiegen und sportlich nie abgestiegen ist, von dem gestandene Spieler sagen: "Er ist der Beste, er hat immer einen Plan," - so wie gegen Piesteritz. Zum Spiel: Die Gäste übernahmen vom Anstoß weg das Kommando. Mit einer sehr robusten Zweikampfführung und zahlreichen Ballstafetten erlangten sie zunächst ein spielerisches Übergewicht sowie viel mehr Ballbesitz als der Gastgeber.

Doch wie allgemein bekannt, führt dieser nicht automatisch zu Toren. Die sehr gut sortierte HSC-Defensive mit ihrem kopfballstarken Regisseur Stefan Kotulla sowie den zweikampfstarken Abwehrspielern Chris Markstein, Marcel und Daniel Helmecke sowie Marvin Mäde ließen ihre Gegenspieler nicht aus dem Auge und ihren aufmerksamen Schlussmann Switala nie im Stich. Dem Gast fiel trotz seines vielen Ballbesitzes zu wenig Konstruktives ein. Nur hohe Flanken - sie wurden die sichere Beute von Haldenslebens Torwart.

Die HSC-Kreativabteilung um Tim Girke, Patrick Burger, Clemens Berlin und Lukas Mühlisch wurde mit zunehmender Spielzeit immer selbstbewusster. Girke selber war es, der nach Balleroberung in der 30. Minute Rene Hasse im Strafraum der Gäste suchte, aber noch nicht fand. HSC-Akteur Mühlisch versuchte es in der 44. Minute aus der Drehung, verfehlte das Tor der Gäste aber knapp. Ein Remis gegen diesen Gegner zur Pause konnte für den HSC bereits als Teilerfolg verbucht werden, der aber keine Punkte bringt.

Für diese Punkte sorgte dann aber auch HSC-Spieler Thomas Gießmann, den die HSC-Trainer Zahn/Linzert ab der 46. Minute in die Partie schickten. Der Papa in "Warteschleife" (mit Frau Julia erwartet er Nachwuchs) belebte die HSC-Offensive enorm. Mehrfach leitete er die von Trainer Zahn geforderten schnellen Umkehraktionen der Rolandstädter ein, die Hasse, Burger und Kania in Torabschlusspositionen brachten. Nach 73 Minuten trugen die HSC-Bemühungen endlich Früchte.

Clemens Berlin spielte Tim Girke frei, der seinen Gegenspieler abschüttelte und uneigennützig auf Rene Hasse ablegte. Dieser vollendete zur vielumjubelten Führung des Gastgebers.

Was nun kam, waren Versuche des Favoriten, mit einem "Alles- oder Nichts"-Spiel die Begegnung zu drehen. Die Defensive des Gastgebers überstand diese Situationen, startete eigene Angriffe in eine völlig entblößte gegnerische Abwehr, ohne den Big-Point zu landen.

Als der gut leitende Stendaler Schiedsrichter Dustin Leske abpfiff, kannte der Jubel auf Gastgeberseite verständlicherweise keine Grenzen.

"Die Jungs haben das großartig gemacht"

HSC-Trainer Roland Zahn

HSC-Trainer Zahn war nach dem Spiel voll des Lobes und betonte: "Die Jungs haben das großartig gemacht. Natürlich werden wir auch wieder Spiele verlieren, aber das Spielsystem ist auf unsere jungen Spielertypen optimal zugeschnitten. Es ist nur sehr schade, dass die Bevölkerung von Haldensleben und der Region an unserem Sport so wenig Anteil nehmen. Das hat unsere Mannschaft nicht verdient."

HSC: Switala - Mäde, D.Helmecke, Kotulla, Markstein, M.Helmecke - Burger, T.Girke, Berlin (89.Kania) - Mühlisch (46.Gießmann), Hasse

Tor: 1:0 Hasse (73.)

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