Schon zu einer guten Tradition geworden ist das Volksstimme-Interview mit der Führung des KreisSportBundes zum Jahreswechsel. Auch dieses Mal haben sich KSB-Präsident Ralf Geisthardt, Vize-Präsident Torsten Winkelmann und Geschäftsführer Hartmut Baethge die Zeit genommen, die Fragen von Sportredakteurin Stefanie Brandt zu beantworten.

Volksstimme: Herr Geisthardt, das Jahr 2014 bleibt Ihnen sicher besonders in Erinnerung - immerhin haben Sie Ihren 60. Geburtstag feiern können. Was gab es für den Kreissportbund Börde im zurückliegenden Jahr zu feiern?

Ralf Geisthardt: Auch 2014 haben wir guten Grund, uns über große Erfolge von Sportlern unseres Kreises zu freuen. Wir konnten Welt- und Europameister bis zu etlichen Landesmeistertiteln verbuchen, dazu beste Platzierungen auch bei nationalen Wettkämpfen. Dazu kommen die Kinder- und Jugendspiele in 23 Sportarten - da sind wir einsame Landesspitze - der Präventionstag gegen Gewalt und Drogen, die zehn Landesleistungsstützpunkte und die Einbeziehung vieler Asylbewerber in die Sportarbeit. Der Frauenaktionstag war trotz der ausgefallenen Unterstützung des DOSB ein voller Erfolg, ebenso wie das erste Seniorensportfest in Wanzleben. Schließlich konnten wir das Sportjahr mit einer tollen Ehrung der Sportler des Jahres im schönen Ambiente des Schlosses Hundisburg abschließen. Ohne die vielen, oft namenlosen Helfer im Hintergrund wäre all dies nicht möglich. Ihnen gilt unserer besonderer Dank.

Wo Licht ist, ist immer auch Schatten. Ein Thema am Jahresende 2013 ist die Nicht-Einhaltung des Meldetermins zur Bestandserhebung gewesen. Mussten die KSB-Mitarbeiter zwischen den Feiertagen 2014 wieder Überstunden machen, oder waren die Vereine dieses Mal pünktlicher dran?

Hartmut Baethge: Dieses Thema hat uns leider auch in diesem Jahr bewegt, wenn auch nicht so extrem wie im Vorjahr. Mehr Vereine pflegen ihre Unterlagen in der Internen Vereinsverwaltung der LSB (IVY) inzwischen selbst. Aber es gibt noch eine Vielzahl, die wir nach wie vor gerne bei dieser Aufgabe unterstützen. Trotz mehrmaliger langfristiger Hinweise in der Vereinspost war gerade zwischen dem Fest unser Briefkasten prall mit Papier gefüllt. Somit war es notwendig, auch nach dem Silvesterkarpfenlauf am 31. Dezember an den Rechner zu gehen und diese Bestandserhebungsinformationen einzugeben. Nur dann nämlich erhalten die Vereine auch im kommenden Jahr eine Pauschalförderung.

Mit welchen Problemen hatten Sie und Ihr Team im Sportjahr 2014 außerdem zu kämpfen?

Torsten Winkelmann: Uns stehen für einen Landkreis von der ungefähren Größe des Saarlandes nur 2,5 hauptamtliche Mitarbeiter und der Kreissportlehrer, dessen Finanzierung jährlich neu verhandelt wird, zur Verfügung. Damit ist die intensive Betreuung der Vereine und Verbände, wie wir sie wollen, leider nicht optimal zu schaffen.

Die Mitarbeiter des Kreissportbundes wären gerne täglich draußen vor Ort, werden aber durch vielfältige bürokratische Aufgaben gehindert. So bleibt viel am Ehrenamt hängen, was hohen Einsatz fordert. Die meisten Ehrenamtler stehen aber im Berufsleben und sind nicht ständig verfügbar. So kommt es manchmal auch zu Informationsverlusten und Mißverständnissen. Leider mussten auch Veranstaltungen ausfallen, weil einfach keine Betreuung möglich war.

Ist denn bezüglich dieser angesprochenen Probleme Besserung in Sicht?

Torsten Winkelmann: Wir sind im Präsidium dabei, die Arbeit im Ehrenamt zu straffen und zu intensivieren. Dazu führen wir viele Gespräche mit den Vereinen und Verbänden. Hilfreich wäre es aber besonders, wenn unsere Geschäftsführung weniger Schreibkram erledigen müsste und sich stattdessen mehr vor Ort um die Vereine kümmern könnte.

Werfen wir einen Blick voraus: Welche Herausforderungen stehen im Jahr 2015 für die Sportfamilie des Landkreises Börde an?

Ralf Geisthardt: Wir werden an unseren Qualitätsansprüchen keine Abstriche machen, heißt: alle geplanten Veranstaltungen werden wie 2014 durchgeführt. Wir werben um lizenzierte Übungsleiter, weil nur sie vom LSB anerkannt sind. Wir betreuen in unseren Vereinen fast 8000 Kinder und Jugendliche. Deshalb sind wir dankbar für jeden, der sich um sie kümmert, auch ohne Lizenz. Das alles ist unbezahlbare Sozialarbeit. In diesem Jahr sind die Führungsgremien von KSB und Sportjugend neu zu wählen. Wir brauchen dazu dringend Kandidaten, besonders auch junge Sportfreundinnen und Sportfreunde. Und wir müssen weiter zusammenrücken in der Sportfamilie, denn nur, wenn wir uns von Oebisfelde bis Gröningen, von Angern bis Wellen einig sind, haben wir Chancen, unser Niveau zu halten.

Gibt es ein Thema, das Ihnen für 2015 besonders am Herzen liegt?

Torsten Winkelmann: Die Zusammenarbeit mit den Vereinen und Verbänden hat hohen Stellenwert und ist ausbaufähig. Wir werden ein neues Konzept der Stützpunktberatungen schaffen, um unsere Dienstleistungsfunktion zu verbessern.

Was wünschen Sie den Vereinen und Ihren Mitarbeitern für das kommende Jahr?

Ralf Geisthardt: Zunächst danke ich Landrat Walker und dem Kreistag für die gesicherte Finanzierung im kommenden Jahr. Angesichts der Finanzprobleme ist das nicht einfach gewesen. Es zeigt den hohen Stellenwert des Sportes im politischen Bereich. Ich wünsche uns allen, dass wir unseren Sport in Frieden ausüben können, dazu Gesundheit und persönliches Wohlergehen. Und bitte denkt daran: Nur gemeinsam sind wir stark!