Was für ein Jahr! Der FSV Barleben verlor 2014 kein Punktspiel und steht sechs Monate nach dem Staffelsieg in der Landesliga an der Tabellenspitze der Verbandsliga.

Barleben l Nach der kurzen, aber erfolgreichen Grabinski-Ära, die im Sommer mit dem Aufstieg in die Verbandsliga endete, änderte sich das Gesicht der Barleber Herrenmannschaft deutlich. Mit Mario Middendorf (FCM II) kam ein neuer Trainer und mit ihm eine ganze Reihe talentierter Spieler.

Der Neuanfang verlief reibungslos, auch wenn zu Saisonbeginn einige Zähler liegen gelassen wurden. Die Startbilanz mit einem Sieg und fünf Remis machte deutlich, dass der Aufsteiger mehr als konkurrenzfähig in der neuen Liga ist. Als Initialzündung für den nahezu unheimlichen Siegeszug, der seit dem 27. September anhält, gilt der 5:0-Heimerfolg über Aufstiegsaspirant Piesteritz. Mit dem Selbstvertrauen und dem Wissen, jedes Spiel für sich entscheiden zu können, wechselten die Barleber auf die Überholspur. Es folgten acht weitere Siege und die Tabellenführung zur Winterpause. "Ich bin stolz auf die Mannschaft und unheimlich zufrieden, wie schnell und reibungslos alles geklappt hat", lobt Coach Mario Middendorf seine Spieler.

Neben Torjäger Christopher Kalkutschke, der mit vielen seiner 19 Saisontore den Weg zu den elf Saisonerfolgen ebnete, war vor allem auf die letzte Abwehrreihe (Löw, Otte, Prinz, Heckeroth) und Keeper Lenhard Verlass. "Die Viererkette, die sich gefunden hat, hat vieles ausgebügelt", blickt Middendorf zurück und dann nach vorne. "Wir müssen als Kollektiv besser verteidigen und die Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen verbessern. Bei der Qualität, die der Kader hat, müssen wir die Spiele klarer entscheiden, nicht unbedingt vom Ergebnis her, aber vom Verlauf. Da fehlt mir die Dominanz."

Auftritte wie in Bitterfeld oder in Amsdorf stellen den Trainer nicht zufrieden: "Wir haben dort ein gutes Ergebnis gezogen, weil wir oben stehen und Selbstvertrauen haben. Aber es hat die Konsequenz gefehlt." In der Rückrunde will Middendorf weiter von Spiel zu Spiel denken. "Wir wollen uns oben festsetzen. Dafür müssen wir aber ähnlich gut arbeiten und auf dem Teppich bleiben. Wir haben noch nichts erreicht." Der ohnehin schon starke Kader wurde in der Winterpause weiter ergänzt. Vom Schönebecker SV wechselt Denis Neumann zum FSV. Er ist ein großgewachsener, technisch guter Mittelstürmer, der den Konkurrenzkampf im Angriffszentrum schüren soll.

"Wir müssen ähnlich gut arbeiten und auf dem Teppich bleiben. Wir haben noch nichts erreicht."

Erste positive Auswirkungen der jüngsten Entwicklung bekam der FSV schon zu spüren. So fragte Zweitligist RB Leipzig für ein Testspiel an. Middendorf nahm an. "Es ist schade wegen des Midnight-Cups, aber so etwas kannst du letztendlich nicht ablehnen." Die Partie findet heute um 16 Uhr in Leipzig statt.