Riesen Überraschung im Kreisderby: Durch ein Tor von Ronny Bree schlägt der TSV Völpke den favorisierten Oscherslebener SC und fährt die Punkte acht, neun und zehn in dieser Saison ein.

Völpke l Die Warnung von Oscherslebens Trainer Mirko Sauerbach, die Völpker dürfe man keinesfalls unterschätzen, klang vor der Partie nach Understatement. Hörte man sich unter den Zuschauern um, rechneten die meisten mit einem klaren Auswärtssieg des Tabellenzehnten gegen den Vorletzten. Am Ende sollte Sauerbach aber Recht behalten - auch wenn er das in dieser Angelegenheit wohl lieber anders gehabt hätte.

Die erste Viertelstunde der Partie erfüllte die Erwartungen. Der OSC hatte deutlich mehr Ballbesitz und dominierte das Geschehen auf dem Platz. Auch ein paar gute Chancen sprangen dabei heraus. Tim Ahlemann hätte die Oschersleber mehrfach in Führung bringen können - ja sogar müssen. Doch seinen ersten Schuss wehrte Chris Borgsdorf im TSV-Tor so ab, dass auch der am langen Pfosten bereitstehende Benjamin Sacher nicht mehr an den Ball kam (10.). Und als Sacher das Leder schön vors Tor brachte, schoss Ahlemann über die Latte. Das, was die Gäste bis dahin ablieferten, sah gut aus, brachte aber eben kein Ergebnis.

Ganz anders die Völpker. Bei einem der wenigen Vorstöße wurde Dries Barner gefoult. Der Freistoß von Ronny Bree landete - noch leicht abgefälscht von einem Oschersleber - im Tor und der TSV führte plötzlich und unerwartet 1:0.

Sauerbach kommentierte nach der Partie: "So ein Freistoßtor kann immer fallen. Das Problem ist, dass wir zu dem Zeitpunkt eigentlich schon 2:0 hätten führen müssen. Wenn du es dann 75 Minuten lang nicht schaffst, ein Tor zu erzielen, hast du es auch nicht verdient."

Dabei waren zumindest bis zur Pause noch Möglichkeiten da, den Ausgleich zu markieren, unter anderem durch Martin Zander nach Vorarbeit von Tim Ahlenmann - aber der OSC-Kapitän hatte den Schuss zu hoch angesetzt. So ging es mit dem 1:0 in die Kabine. Noch kein Beinbruch für die Bodestädter, die von dem Gegentreffer wenig geschockt und von ihrer Chance, das Spiel zu drehen, überzeugt schienen - vielleicht zu überzeugt.

"In der zweiten Halbzeit hatten wir dann nicht mal mehr eine Chance. Dabei habe ich in der Pause noch gesagt, dass wir aufpassen müssen, weil uns die Zeit wegläuft. Die Völpker haben aber auch bis zum Schluss gut verschoben und über den Kampf eine mannschaftliche Geschlossenheit gezeigt. Bei uns dagegen hat der letzte Wille einfach gefehlt", fasste Sauerbach den ereignisarmen zweiten Durchgang zusammen.

Völpkes Trainer Ingo Herrmanns sah es ähnlich und war einfach glücklich: "Tja, so ist Fußball. Wir wussten vorher, dass der OSC 80 Prozent Ballbesitz haben wird. Aber am Ende ist es eben ein Ergebnissport. Das Freistoßtor hat uns natürlich nochmal richtig gepusht. Das gibt nochmal mehr Schub und man geht vielleicht Wege, die man sonst nicht gelaufen wäre. Ich habe bei meiner Mannschaft den unbedingten Willen erkannt. Beim OSC habe ich den nicht gesehen. Von der Einstellung her haben wir den Sieg verdient."

Tor: 1:0 Bree (17.).

TSV Völpke: Borgsdorf - Kassebaum, Schräder, Lorenz, Becker (70. Hartmann), Rzehaczek, Rokitta, Stefanowski (87. Schellhase), Bree, Ma. Ilsmann, Barner (89. Mi. Ilsmann).

Oscherslebener SC: Hahn - Rasch (46. Pohlmann), Tino Ahlemann, Tim Ahlemann, Zander, Koch, Jordan, Sacher (79. Bimenyimana), Falkenberg, Schütze, Beck (61. Gerwien).

Schiedsrichter: Falk Warnecke - Benjamin Petri, Tobias Janke.

Zuschauer: 100.

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