Auf den letzten Drücker hat der FSV Barleben am Sonnabend einen Punkt und damit seine Serie von 50 Punktspielen ohne Niederlage gerettet. Bis zur 87. Minute lag der Tabellenführer mit 1:3 gegen Halle-Ammendorf in Rückstand. Doch Kühnast und Kalkutschke, der in der fünften Minute der Nachspielzeit traf, sorgten für das Remis.

Barleben l "Für mich war es eher ein Schlag ins Gesicht als ein gefühlter Sieg." Mario Middendorf war auch einen Tag nach dem turbulenten Unentschieden seiner Mannschaft gegen Halle-Ammendorf enttäuscht. Sein Team ließ über weite Strecken der Partie all das vermissen, was es über die letzten Wochen und Monate ausgezeichnet hat. Wachsamkeit, taktische Disziplin, beherztes Zweikampfverhalten suchte man vor allem in Halbzeit Nummer eins vergeblich auf dem Barleber Anger.

"Es war eine Katastrophe", legte sich Middendorf fest. Die Gäste aus Halle spielten einen guten Ball, sündigten vor der Pause aber in der Chancenverwertung. Einzig Patrick Siegel überwand den guten Alexis Lenhard vier Minuten vor dem Seitenwechsel. Christian Loth, der erwartungsgemäß in die Viererkette zurückkehrte, hatte seinem Gegenspieler zu viel Raum gelassen. Die einzige Torchance für Barleben in Durchgang eins hatte Denis Neumann. Nach toller Kombination zwang er Halles Keeper Norbert Guth zu einer Glanzparade (13.).

Die Barleber kamen verbessert aus der Pause, machten sich durch individuelle Fehler aber das Leben selber schwer. So traf Christoph Römling nach 67 Minuten zum 0:2. Christopher Kalkutschke sorgte sieben Minuten später für den Anschlusstreffer. Barlebens Sturmlauf wurde kurze Zeit später jedoch erneut unterbrochen. Siegel stellte mit seinem zweiten Treffer den alten Abstand wieder her (80.). Die erste Niederlage seit einer gefühlten Ewigkeit nahm Form an. "Die Moral, die die Jungs danach gezeigt haben, ist überragend", fand Middendorf schließlich doch noch etwas Positives. Marcel Brendel, der in der Offensive nun richtig aufdrehte, bereitete drei Minuten vor dem Ende den Anschlusstreffer vor. Torsten Kühnast traf aus dem Rückraum zum 2:3. Quasi mit der letzten Aktion im Spiel stellte Torjäger Kalkutschke den Endstand her. Brendel verarbeitete einen langen Ball, ließ zwei Gegenspieler im Dribbling aussteigen und bediente Kalkutschke, der Guth keine Abwehrchance ließ.

"Wir haben in der gesamten Hinrunde nur zehn Gegentore bekommen, jetzt schon vier. Das Spiel hat gezeigt, dass wir noch nicht so weit sind, wie einige denken", resümierte Barlebens Trainer.

Verfolger Piesteritz gewann mit 5:2 in Arnstedt. Angreifer Jeffrey Neumann gelang dabei ein Hattrick binnen sechs Minuten (2./7./8.). Der Rückstand der Grün-Weißen schmolz dadurch auf vier Punkte.

Torfolge: 0:1 Patrick Siegel (41.), 0:2 Christoph Römling (67.), 1:2 Christopher Kalkutschke (74.), 1:3 Siegel (80.), 2:3 Torsten Kühnast (87.), 3:3 Kalkutschke (90.+5).

SR: Karsten Fettback (Stendal).