Landkreis l Noch vor wenigen Wochen sah es so aus, als würde der SV Seehausen ohne große Probleme den sicheren Aufstieg in die Landesklasse einfahren. Zum 22. Spieltag der Bördeoberliga steht das Team vom neuen Trainer Roland Zahn zwar noch immer auf Platz eins, doch der Vorsprung ist auf vier Zähler geschmolzen. Ärgster Verfolger ist nun der Haldensleber SC II, der im Vergleich zur Konkurrenz aus Dahlenwarsleben, Niederndodeleben und Altenweddingen einfach am konstantesten gepunktet hat.

Dennoch sind die Rollen klar verteilt: Seehausen ist der Favorit, Haldensleben der Außenseiter. Dies bestätigt auch HSC-Trainer Daniel Fest: "Für uns war und ist der sofortige Wiederaufstieg nicht das vordergründige Ziel, nachdem wir in der letzten Saison aus der Landesklasse abgestiegen und dort an unsere Grenzen gestoßen sind."

Besonders die Personalie Zahn bringt in den Endspurt eine brisante Note, schließlich war er zuvor beim HSC tätig und kennt daher auch die Spieler aus der zweiten Mannschaft bestens. Daraus macht der neue Chef keinen Hehl: "Ich kenne den HSC natürlich weitaus besser, als die uns kennen. Das wird für uns schon ein Vorteil sein, zumal wir ja noch gegeneinander spielen", so Zahn. Trotz der 0:2-Niederlage im Halbfinale des DFB-Bördepokals gegen Germania Wulferstedt, sieht Zahn alles im grünen Bereich: "Ich kann nach einem Spiel und zwei Trainingseinheiten noch keine qualifizierten Äußerungen machen. Das braucht noch seine Zeit. Aber ich bin nicht unzufrieden, da wir in dem Spiel auch nicht viele Chancen zugelassen haben."

Beide Vereine haben am Wochenende durchaus ein hartes Programm zu absolvieren. Die U23 des HSC reist zum TSV Niederndodeleben (Sonnabend ab 15 Uhr), der SVS gastiert beim Ummendorfer SV (Sonntag ab 16 Uhr). "Zwar stehen wir in der Tabelle über dem TSV, doch wir gehen nicht zwingend als Favorit in dieses Spiel. Die Niederndodeleber sind als heim- und kampfstarke Mannschaft bekannt, die jeden in dieser Liga schlagen kann", so die Aussicht von Fest.

Auch die Tatsache, dass Roland Zahn am Sonntag gegen seinen ehemaligen Spieler und Co-Trainer André Linzert, Trainer des USV, antritt, ist wahrscheinlich mehr als nur eine Randnotiz. "Ich bin keineswegs überrascht, was André da in kurzer Zeit erreicht hat. Wenn man sich die Spieler anschaut und bedenkt, wo die alle schon einmal gespielt haben, dann ist es sehr erstaunlich, dass die da unten stecken. Er hat gleich Struktur reingebracht", bringt Zahn seinem Ummendorfer Pendant Anerkennung entgegen.

In den letzten Wochen der Saison wird es darauf ankommen, wer seine Chancen am konsequentesten nutzt und möglichst wenig Fehler macht. Beide Teams haben ein intensives Programm zu absolvieren, Punktverluste sind daher nicht ausgeschlossen. Die ersten Ergebnisse wird es bereits am Wochenende geben. Der Haldensleber SC II muss dann in zwei Wochen zum USV.