Wulferstedt (sgr) l Auf seiner Abschiedstour durch die Landesklasse 3 bekam der feststehende Absteiger aus Schlanstedt im Sonntags-Derby nochmal richtig ausgeteilt. Fast am Ende einer Horrorsaison wehrte sich die nur noch von einigen altbewehrten Stützen getragene Olympia-Elf gegen Auflösungserscheinungen, konnte diese 1:7-Klatsche aber auch nicht verhindern.

Wulferstedt trat mit dem eindeutigen Ziel an, sich den angestauten Frust der letzten Wochen von der Seele zu schießen. Die ersten 25 Minuten muteten an, als hätte Germania in dem letzten Aufgebot der Gäste das perfekte Opfer gefunden. Man sündigte dabei aber noch in der Chancenverwertung. Der Anfangsdruck war sagenhaft. Nach einer perfekten Jahn-Ecke stieg Kevin Zimmermann hoch und wuchtete den Ball per Kopf zum 1:0 in die Maschen (11.). Nach diesem Dosenöffner kam gleich das 2:0 durch Sebastian Stadler. Der völlig überforderte Johannes Diersen im Schlanstedter Tor griff daneben, der noch nicht einmal scharfe Ball vom Strafraumeck holperte über ihn ins Tor (16.).

Zweimal hatte Robert Dreyer nach Abwehrfehlern direkten Zug aufs Tor, scheiterte aber jeweils (12., 23.). Marcus Behrens köpfte an die Latte (26.). Erst nach 30 Minuten kamen die völlig überforderten Gäste zur ersten Entlastung, doch Peter Jirka und Co liefen sich vorn fest. Wulferstedts Reimann musste nach Foulspiel verletzt raus. Den folgenden Freistoß knallte Stadler an die Latte (35.). Anschließend eine kurze Belagerungszeit des Germania-Strafraums als ersten Lebenszeichen der Gäste. René Jahn sorgte dann aber spektakulär für die gefühlte Vorentscheidung: Einen Freistoß aus 28 Metern versenkte er direkt im Winkel (45.).

Nach Wiederanpfiff verflachte das Spiel vollkommen. Beide Mannschaften rieben sich im Mittelfeld auf. Feuer keimte erst wieder auf, als Oliver Mantke aus seinem Tor lief und einen Olympia-Angriff an der Torauslinie mit Foulspiel stoppte. Den fälligen Strafstoß versenkte Denny Ahrens sicher (64.). Zehn Minuten lang blitzten nun sogar alt bekannte Qualitäten der Schlanstedter auf.

Doch es reichte nicht. Robert Dreyer eröffnete mit seinem Abstauber zum 4:1 (78.) die Schlussoffensive, in der Schlanstedt nun völlig unterging. Torsten Herbst sorgte mit seinem Seitfallzieher in den Winkel für den elegantesten Treffer (80.). Herbst nahm dem überraschten Keeper Diersen auch noch das Leder vom Fuß und schoss zum 6:1 ein (85.). Dreyer setzte den Schlusspunkt zum völlig verdienten Endstand (88.). Den Schlanstedtern sind für die kommenden Zeiten die guten Ideen zu wünschen, die sie jetzt in neun Monaten nicht hatten. Das nächste Derby aber, steht in den Sternen.

Germania Wulferstedt: Mantke - Behrens, Zimmermann, Dilge, Charwat, Brunke, Dreyer, Reimann (35. Herbst), Klosa (79. Jekal), Stadler, Jahn.

Olympia Schlanstedt: Diersen - Erdmann, Ahrens, Hentschel, Knobloch, Jirka (46. Stoffregen), Schrader, Stickel, Hercht, Schweinehagen, Lansmann.

Torfolge: 1:0 Zimmermann (11.), 2:0 Stadler (16.), 3:0 Jahn (45.), 3:1 Ahrens (FE, 64.), 4:1 Dreyer (78.), 5:1, 6:1 Herbst (80., 85.), 7:1 Dreyer (88.).

Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Denis Vincent Knobloch (Schlanstedt, 82., wiederholtes Foulspiel).

Schiedsrichter: Dirk Reider - Florian Mummert, Jonas Filly.

Zuschauer: 209.