Gleich ein Trio nach einer Saison zu verabschieden, das fällt keinem Vereinschef oder Trainer in einer Mannschaftssportart leicht. Und so waren die Gesichter des Teams und der Verantwortlichen der SG Seehausen in jener Stunde nicht nur wegen des zuvor beendeten Punktspiels gerötet.

Seehausen l Es galt, mit Christin Kracheel, Maxi Redlich und Johanna Willing gleich ein Trio aus den Reihen der zuletzt in der Mitteldeutschen Oberliga aktiven Frauen-Handballmannschaft der SG zu verabschieden.

Das schmerzt das in der kommenden Saison wieder in der Sachsen-Anhalt-Liga spielende Seehäuser Team schon sehr, denn alle drei Verabschiedeten sind echte "Typen".

Maxi Redlich (Trikotnummer 8) kam aus Stendal zur SG und brachte ihren Vater Mike mit, der Trainer eines damals blutjungen Teams wurde. Maxi gehörte zu den schnellsten und wendigsten Spielerinnen im Kader. Speziell von den Außenpositionen strahlte sie große Torgefahr aus, konnte aber auch auf der Aufbaumitte mit Umsicht agieren. In den vergangenen Jahren warf sie über 250 Tore für die SG. Sie hat ihren Lebensmittelpunkt nach Bremen verlegt.

Christin Kracheel (Nummer 77) wechselte Anfang 2007 von der HSG Osterburg nach Seehausen, spielte für die SG erstmals am 24. Februar 2007 (gegen den BSV Magdeburg II). Sie verlegte danach ihren Lebensmittelpunkt nach Essen und verließ das Team vor der Serie 2010/11.

Doch die Liebe zur Heimat siegte. Am 15. Januar 2011 spielte sie gegen Buna Schkopau wieder für die Altmärkerinnen. Wenn man bedenkt, dass eine Autofahrt von Essen nach Seehausen 450 Kilometer lang ist, dann kann man Christins Engagement nicht hoch genug schätzen. Sie war eine feste Größe des Mittelblocks, warf im Verlauf der letzten Jahre aber auch über 200 Tore.

Heiß begehrt bei anderen Handball spielenden Vereinen war in den letzten Jahren Johanna Willing (Nummer 21). Als 16 Jährige bestritt sie am 21. Januar 2006 ihr erstes Frauenspiel (gegen Osterburg) Was sie in ganz besonderem Maße auszeichnet, ist die enorme Torgefährlichkeit. Wer Johanna in seinem Team hat, besitzt eine ganz schnelle und präzise wirkende Waffe. Sie war von 2009 bis 2012 jeweils Torschützenkönigin der Sachsen-Anhalt-Liga (mit durchschnittlich 220 Saisontreffern) und dürfte auch in der Mitteldeutschen Oberliga ganz vorn abgeschnitten haben. Ein weiteres Merkmal Johannas ist, dass sie praktisch auf allen Positionen spielen kann. Ihr künftiger Verein, Drittbundesligist TSC Berlin, wird sicherlich viel Freude an ihr haben.