Handball-Bundesligist SC Magdeburg hat am Montagabend ein Testspiel beim HV Stendal (1. Nordliga) am Ende 50:22 (30:7) gewonnen.

Stendal l "Wir sind ausverkauft. Das gab es hier seit vielen Jahren nicht mehr." Jörg Mahlich, Vorsitzender des gastgebenden HV Stendal, war bei seiner Eröffnungsrede vollkommen beeindruckt.

Die Halle tobte, obwohl das Spiel überhaupt noch nicht angefangen hatte.

Handball-Bundesligist SC Magdeburg in Stendal zu Gast. Das zog. Die Eintrittskarten waren blitzschnell vergeben. 505 zahlende Zuschauer kamen, mehr gingen in die bis auf den letzten Platz gefüllte Sporthalle an der Schillerstraße nicht rein.

"Einige Spieler des SCM mussten zur Nationalmannschaft. Wir hatten Glück, von uns brauchte niemand hin."

"Einige Spieler des SCM mussten zur Nationalmannschaft. Wir hatten Glück, von uns brauchte keiner hin."

Hallensprecher Wilfried Schumann heizte mit lockeren Sprüchen die Stimmung an. Der Karneval- und Tanzsportclub (KTSC) "Treuer Husar" Heeren sorgte für den "Rest".

Hauptattraktion des Abend war aber ganz klar die Bundligamannschaft des SC Magdeburg. Die Gladiators wollten den Zuschauern nicht nur spielerisches Können zeigen, sondern boten Handballkost vom Feinsten, gepaart mit Show und Spielzügen, die den Begriff Kunst verdienten.

Der Favorit führte durch Tore von Fabian van Olphen und Tim Hornke schnell 2:0, ehe Tom Schumann der Anschlusstreffer gelang.

So viel Beifall für einen Treffer hat der Stendaler bestimmt noch nicht bekommen. Mit Pauken, Rasseln und alles was Krach macht, wurde sein Tor gefeiert.

Die Magdeburger nahmen zu Beginn das Spiel ernst. Bis zur zehnten Minute führten sie 9:1. Beim Stand von 15:3 gab es dann die erste Auszeit.

Danach schraubte Magdeburg noch einen Gang höher. Drehungen, Wendungen, Abspiele in kürzester Zeit, das war für den HV (erwartet) einfach zu schnell. Bis zur Pause hatte der SCM bereits 30 Tore geworfen, die Altmärker feierten (jeweils enthusiastisch) sieben Treffer.

Nach dem Wechsel ließ es der Bundesligist ruhiger angehen. Die Show stand etwas mehr im Mittelpunkt. Für den Laien waren einige Spielzüge schwer zu begreifen. Die Profis zeigten Handball, wie er auch locker und leicht im allerschnellsten Tempo zu spielen ist.

"Der Spaß am Spiel, das wollen die Leute doch sehen."

"Der Spaß am Spiel, das wollen die Leute doch sehen", freute sich Mahlich über die Stimmung und den Verlauf der Partie. Auch die Stendaler Akteure kamen auf ihre Kosten. Jeder durfte ran, und jeder, außer die Keeper, trug sich in die Torschützenliste ein. Den schönsten Stendaler Treffer des Abends erzielte kurz vor Schluss André Hentschke, als er per Weitwurf erfolgreich war.

Auszeit drei Minuten vor Schluss - Wozu?

Drei Minuten vor Ende der Partie staunten die SCM-Akteure nicht schlecht. Ihr Trainer Uwe Jungandreas nahm eine Auszeit. Wozu?

Na klar, Mahlich bat darum, damit die "Husaren" noch einmal auftreten, schließlich sollte die grandiose Stimmung hochgehalten werden.

Am Ende kamen die Zuschauer auch auf ihre Kosten. Die SCM-Stars verteilten Autogramme. Mit ihnen zu reden war allerdings schwer, die laute Musik sorgte immer noch für Stimmung in der ausverkauften Halle.

Bei einem gemeinsamen Essen der Stendaler mit Sponsoren und der SCM-Mannschaft war ein Gespräch sicher einfacher.

   

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