Drei Testspieler sind am Donnerstagabend zum Probetraining beim Fußball-Verbandsligisten 1. FC Lok Stendal gewesen.

Stendal l "Wenn wir schon Dreierkette spielen, dann rückt nach außen, ihr steht alle in der Mitte."

Ein wenig ungehalten war Lok-Trainer Sven Körner beim Training am Donnerstagabend. Aber nur kurzzeitig.

Schon beim Warmlaufen seiner Schützlinge strahlte er über das ganze Gesicht. 21 Fußballer waren zum Training erschienen.

"Das ist ein Kader, da macht es Spaß."

"Das ist ein Kader, da macht es Spaß", schwärmte er.

Einige Kiebitze hinter der Barriere staunten nicht schlecht. Gleich drei unbekannte Gesichter waren auf dem Nebenplatz des Stendaler Stadions zu sehen. Lok hat derzeit Besuch von drei Testspielern.

Der Mann mit dem Irokesenschnitt ist Nicolas Milla, ein 22-jähriger Innenverteidiger aus Frankreich. Er war zuletzt beim FC Rouen (2013 ins Amateurlager zwangsversetzt und spielt in der Division d´Honneur) aktiv gewesen. Der 21-jährige Sacko Gusmane spielte zuletzt bei Hassania Agadir (aktuell erste Liga in Marokko). Beide waren schon längerfristig in der Altmark angekündigt, ihre Anreise hatte sich nur etwas verschoben.

"Er ist eine Rakete, läuft guten Verteidigern davon."

Dazu kam noch völlig überraschend ein Stürmer: Dmytro Zinchenko aus der Ukraine. Der 22-Jährige gab seinen letzten Verein mit dem FC Illichivec Mariupol (2. Ukrainische Liga) an.

"Er ist eine Rakete und läuft guten Verteidigern davon", sagte sein Berater. Der Ukrainer soll schon fast bei einem Regionalligisten untergekommen sein. Der Deal platzte aber.

Zinchenko hat bereits Erfahrung bei FK Dnipro Dnipropetrowsk (1. Liga Ukraine) gesammelt, soll dort auch im Kader der ersten Mannschaft gestanden haben.

"Er will vom Krieg weg", erklärt sein Berater.

Die Stendaler haben jetzt natürlich einen Vorteil. Die Transferperiode ist nicht mehr allzu lang, die Spieler wollen bei einem Verein unterkommen. Alle drei Testspieler werden mehrmals bei Lok mittrainieren, dann wird der Trainer seine sportliche Entscheidung treffen.

"Ihr müsst nach außen rücken." Körner wiederholte seine Worte noch einmal auf englisch, damit Milla es auch verstand. Es wird international im Stendaler Hölzchen.

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