Eine junge Tangerhütterin sorgt derzeit in der Sportart Volleyball für Aufsehen. Die im Januar 16 Jahre alt werdende Luise Klein hat es in die U 18 Juniorinnen Nationalmannschaft Deutschlands geschafft.

Tangerhütte l Der Blondschopf hatte sich bis Mitte 2012 sportlich vor allem der Leichtathletik verschrieben, und das mit Erfolg. Dass in Luise Klein aber auch Volleyball-Talent schlummerte, ahnte sie nicht nur, sondern wusste es.

Bestärkt von ihren Eltern, spielte sie im Mai 2012 an der Eliteschule des Sports in Schwerin vor. Sehr erfolgreich, und so durfte sie in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns ab dem achten Schuljahr lernen und natürlich eifrig Volleyball trainieren.

Im ersten Jahr in Schwerin, das neben Dresden und Berlin ostdeutsches Bundesleistungszentrum Volleyball in den Altersklassen U 12 bis U 20 ist, war Luise in ihrer Mannschaft Mittelblockerin. Weil sie mit gut 1,80 Meter Körperhöhe dafür perspektivisch aber zu klein ist, man mag es kaum glauben, musste sie "umschulen".

Sie ist jetzt Zuspielerin beim VC Olympia Schwerin, der in der 2. Bundesliga angesiedelt ist. Mit der neuen Funktion im Team sind die Anforderungen an die junge Altmärkerin gewaltig gestiegen.

"Gnadenlose Kritik, wenn die Pässe nicht genau kommen"

Schließlich hat sie als Zuspielerin die sicherlich größte Verantwortung in der Mannschaft. "Der Zuspieler muss ein großes Maß an Athletik, aber auch Intelligenz besitzen. Zum Beispiel ist blitzschnell zu entscheiden, was zu tun ist. Wenn die Pässe auf die Angreifer nicht genau kommen, gibt es gnadenlos Kritik", so Luise.

Sie hat sich durchgebissen, und zwar bis in die Nationalmannschaft der U 18. Bundestrainer Jens Tietböhl hatte nach einer zweiten Zuspielerin gesucht, weil die bisher dort eingesetzte Akteurin langzeitverletzt ist.

Er probierte die Altmärkerin namens Klein, und die nutzte diese Chance. Zuletzt hat der Trainer zu ihr mal gesagt: "Zuerst warst du eher ein Fragezeichen für mich, aber du bist sehr lernfähig."

Luise verspürt als deutsche Nationalspielerin natürlich den mächtigen Leistungsdruck. Andererseits sind die nunmehr anstehenden internationalen Vergleiche richtig reizvoll. In der vergangenen Woche war die Tangerhütterin mit dem Team Germany zu drei Tests im französischen Vichy. Den Deutschen gelangen in allen drei Tests gegen Frankreichs Nationalmannschaft 3:0-Erfolge.

Und die internationalen Vergleiche gehen gleich weiter. Vom 27. bis zum 30. Dezember ist Luise mit der deutschen Mannschaft zu drei weiteren Tests in Vilvoorde (Belgien).

Die vielen internationalen Vergleiche in diesen Wochen haben ihren gewichtigen Grund. Vom 28. April bis zum 3. Mai finden in Bulgarien Europameisterschaften statt. Und natürlich will sich Deutschland für dieses Championat qualifizieren. Das entsprechende Turnier dazu findet bereits vom 8. bis 11. Januar 2015 in Frankfurt/Main statt und die Kontrahenten heißen Spanien, Weißrussland und Israel.

Die Bodenhaftung ist gelieben

Obwohl das Leben der Tangerhütterin Luise Klein in letzter Zeit sportlich äußerst anspruchsvoll geworden ist und einen internationalen Charakter hat, ist die Bodenhaftung geblieben. In ihrem jetzigen Wohnort Schwerin hat sie einen Freundeskreis, der vor allem aus Mecklenburg/Vorpommern kommt. "Wir gehen gern shoppen, im Sommer wird oft Beachvolleyball gespielt und zum Ausgleich vom Sport nehme ich die Gitarre in die Hand", sagt sie.

Die Familie in Tangerhütte ist ihr der wichtigste Rückhalt. Das lässt sich an einer Kleinigkeit festmachen. "Wenn mir das Essen auswärts mal nicht so richtig schmeckt, dann bestelle ich bei Mutti Schnitzel, das ich beim nächsten Besuch zu Hause dann auch prompt vorgesetzt bekomme. Und das schmeckt immer sagenhaft gut", schwärmt die frischgebackene deutsche Jung-Nationalspielerin.