Stendal l Heute wird im Stendaler Stadion Am Galgenberg die dritte Auflage des internationalen Hanse-Cups im leichtathletischen Mehrkampf für Seniorinnen und Senioren gestartet.

Unter den 15 Siebenkämpferinnen und den 20 Zehnkämpfern befindet sich eine ganze Reihe von Rekordhaltern und wegen ihrer dauerhaft starken Leistungen hoch dekorierten Athleten.

Eine, die im Fall eines eigenen Starts mit sehr großer Sicherheit zu den Siegern gehören würde, ist die 1947 geborene US-Amerikanerin Phil Raschker. Sie ist deutscher Herkunft, stammt aus Hamburg und gehörte seit 1960 dem HSV an, für den sie mit der Mannschaft im Jahr 1966 die Deutsche Meisterschaft gewann. Sie ist heute Ehrenmitglied des Vereins.

Im Jahr 1967 wanderte Phil Raschker in die Vereinigten Staaten aus. Derzeit lebt sie in Atlanta (Hauptstadt des Bundesstaates Georgia).

Im Jahr 1980 begann sie wieder mit der Leichtathletik, und das mit riesigem Erfolg. Bis heute holte sie 350 amerikanische Titel und stellte über 200 nationale Rekorde auf. Ab 1983 nahm sie an Senioren-Weltmeisterschaften teil - ebenfalls unübertrefflich erfolgreich.

Bislang stehen 118 Weltmeisterschaftsmedaillen (85 Gold, 23 Silber, 10 Bronze) für sie zu Buche. Raschker hält noch 17 gültige Weltrekorde. Die Krönung: 2007 wurde sie als "Weltsportlerin des Jahres" der Senioren ausgezeichnet.

Was führt die möglicher Weise weltbeste Seniorensportlerin aller Zeiten nach Stendal?

"Ich wollte den Hanse-Cup, an dem mein Lebensgefährte Heinz Keck zumindest am ersten Tag des Zehnkampfs teilnimmt, einmal verfolgen. Selbst starten kann ich nicht, weil ich derzeit meine 94-jährige Mutter, die in Hamburg lebt, pflege. Am Sonntagmorgen geht es wieder zurück nach Hamburg. Ich habe in letzter Zeit nicht trainieren können, mich praktisch nur fit gehalten", betont die Top-Leichtathletin.

Sie verriet noch, dass ihre Siebenkampf-Schokoladendisziplin der Sprint über 200 Meter ist, während sie die abschließenden 800 Meter absolut nicht mag.