Das Fußballerherz von Thomas Haak schlägt für gleich drei Vereine. Selbst aktiv ist er bei den Herren des VfL Kalbe/Milde und den Altherren des SV Brunau 06, zudem fungiert der 42-Jährige als Co-Trainer der C-Junioren des SSV 80 Gardelegen.

Kalbe/Milde l Thomas Haak hat allein schon in sportlicher Hinsicht pro Woche viel um die Ohren. "Zehn bis zwölf Stunden kommen da locker zusammen", weiß der gebürtige Kalbenser, der jetzt in Thüritz wohnt. Mit seinem Beruf als Gutachter für Windkraftanlagen sei das vereinbar, sagt Haak. "Es ist manchmal etwas stressig, man muss das gut koordinieren", verrät der Westaltmärker, der von seiner Ehefrau Silke unterstützt wird. Doch nicht nur dem 42-Jährigen hat es das runde Leder angetan, sondern auch noch seinen beiden Söhnen Xaver-Dan (14) und Sixten-Veit (12), die selbst auch aktiv sind.

In jungen Jahren kurz vor einem Wechsel auf die Sportschule

Bereits seit seinem fünften Lebensjahr jagt Thomas Haak dem runden Leder hinterher. In diesem Alter schnürte er zum ersten Mal seine Schuhe für die Kindermannschaft seines Heimatvereins VfL Kalbe/Milde, wo er von Bernd Mannsfeldt trainiert wurde. "Wir haben früher oft nach der Schule auf dem Bolzplatz gekickt und uns dann beim VfL angemeldet", erinnert sich Haak zurück. Der wurde mit der Kreisauswahl (13/14 Jahre) unter der Leitung von Bernd Mannsfeldt und Erich Timme seinerzeit Bezirksmeister und zudem für die Bezirksauswahl Magdeburg nominiert. Zu dieser Zeit stand sogar ein Wechsel auf die Sportschule nach Magdeburg für den talentierten Mildestädter zur Debatte. "Doch meine Eltern wollten das nicht, die Lehre hatte Vorrang", verrät der 42-Jährige mit einem Schmunzeln. Sein "Zuhause" war schon immer das Mittelfeld. "Technisch bin ich stark, aber meine Ausdauer ist nicht so gut", schätzt Thomas Haak, der sich als "Ballverteiler" bezeichnet, selbst ein.

Dem VfL Kalbe/Milde hält der Thüritzer, der Anhänger des FC Bayern München ist und früher Karl-Heinz Rummenigge nacheiferte, bis heute die Treue. Als Youngster hatte er Angebote aus Salzwedel und Bismark vorliegen, doch ein Wechsel stand für Haak nicht zur Debatte. Bereits als 16-Jähriger durfte der Westaltmärker 1987 mit Sondergenehmigung für die Kalbenser Herren in der Bezirksklasse auflaufen.

"Ich bin übrigens nie aufgestiegen", verrät Thomas Haak mit einem Schmunzeln. Doch lag das etwa auch an ihm selbst? "Man weiß es nicht", sagt er grinsend. Zwischen 1996 und 1999 trat Haak berufsbedingt kürzer und war höchstens zwei- bis dreimal pro Saison für den VfL aktiv. Seine Trainer im Erwachsenenbereich in der Mildestadt waren zumeist Bernd Mannsfeldt oder Karl-Heinz Dietzsch. Nachdem er gerade für die Altherren spielberechtigt war, riss sich der Thüritzer bei der Hallenkreismeisterschaft im Jahr 2003 die Achillessehne und war zwei Jahre zum Zuschauen verdammt. "Das hat natürlich wehgetan", gibt der heute 42-Jährige zu. Nachdem er gerade wieder Fuß gefasst hatte, wurde Haak 2005 vom Trainer der ersten Kalbenser Herrenmannschaft, Thomas Kramp, gefragt, ob er in der Landesklasse als Verteidiger aushelfen könnte. "Es fiel schwer, wieder in die Gänge zu kommen", verrät Haak, der sich dazu bereit erklärte, das Aushängeschild des VfL zu unterstützen.

Seit 2004 arbeitet Thomas Haak auch als Trainer. Damals eröffnete er in Kalbe die G-Jugend, in der auch sein ältester Sohn Xaver-Dan aktiv war. Bereits in der Spielzeit 2006/2007 schrieb die Mannschaft Geschichte. Sie schaffte das Triple, gewann die Meisterschaft, die Hallenkreismeisterschaft und den Kreispokal. "Ich habe schon immer mein Hauptaugenmerk auf das Technische gelegt. Speziell die ersten Jahre sind ganz wichtig", weiß Haak. "Ich bin zwar impulsiv, bleibe aber immer fair", beschreibt sich der 42-Jährige selbst. Zur Saison 2010/2011 wechselten Thomas und Sohn Xaver-Dan Haak zum Landesligisten SSV 80 Gardelegen (D-Jugend). "Diesen Schritt haben wir nie bereut. In Kalbe wäre so etwas nie möglich gewesen", verrät Thomas Haak, der zusammen mit seinem Filius unbedingt Landesliga-Luft schnuppern wollte. "Das ist hier im Kreis eine der besten Mannschaften, die sehr gut zusammenspielt", weiß Haak um die Stärken der Truppe, die 2011/2012 im Finale um die Landesmeisterschaft gegen den 1. FC Magdeburg (1:8) stand. Mittlerweile sind Vater und Sohn Haak in der C-Jugend angekommen und führen aktuell die Tabelle der Landesliga an. Thomas Haak fungiert als Assistenzcoach von Norbert Scheinert. "Das Verhältnis ist 30:70 aus meiner Sicht", deutet Haak an, dass er sich eher in zweiter Reihe aufhält und hauptsächlich Scheinert das Sagen bei der SSV-C-Jugend hat. "Wir ergänzen uns gut", weiß der Thüritzer. Auch wenn er über die Mannschaft spricht, gerät der 42-Jährige ins Schwärmen. "Spielerisch und technisch sind die Jungs auf hohem Niveau", so Haak. Der hofft, dass die Youngster noch lange zusammenspielen - bis in den Herrenbereich.

Bei Brunaus Altherren mit vielen alten Weggefährten aktiv

Da sich die Altherren-Mannschaft des VfL Kalbe/Milde nicht mehr im Spielbetrieb befindet und nur noch Freundschaftspartien bestreitet, geht Thomas Haak seit mittlerweile drei Jahren für die Oldies des SV Brunau 06 in der 1. Kreisklasse auf Kleinfeld auf Torejagd. Die Anfrage kam damals von Brunaus Vereinschef Sven Potas. "Ich muss eigentlich flexibel sein, zumeist spiele ich aber im Mittelfeld", verrät der Thüritzer. Der spielt nun übrigens wieder mit vielen alten Weggefährten, mit denen er schon im Nachwuchs in Kalbe auf Punktejagd ging, zusammen. "Ich möchte schon noch so lange spielen, wie es die Gesundheit zulässt", erklärt der 42-Jährige, für den auch der Sieg beim Glockenturnier - das vereinsinterne Hallenturnier des VfL Kalbe/Milde - im vergangenen Jahr mit den VfL-Altherren ein unvergesslicher Moment bleibt. Die erste Herrenmannschaft wurde dabei im Halbfinale nach einem Neunmeterschießen aus dem Weg geräumt.

Der Familienvater hofft, dass auch seine beiden Söhne Xaver-Dan und Sixten-Veit - Letztgenannter ist in der D-Jugend des SV Brunau 06 aktiv - ihre Karriere erfolgreich fortsetzen. "Mit ihnen würde ich gern mal eine Halbzeit lang in einem Ligaspiel zusammenspielen. Ich persönlich würde im Notfall auch noch in der ersten Herrenmannschaft in Kalbe aushelfen, wenn Not am Mann ist", verrät der 42-Jährige, der in dieser Spielzeit für das Schlusslicht der Landesklasse auch schon dreimal im Einsatz war. Um seinen Heimatverein ist Haak derzeit ein wenig in Sorge. "Es geht leider etwas bergab. Es gibt kaum noch Nachwuchs beim VfL. Ich sehe da schon ein wenig schwarz", erklärt Thomas Haak. Der hat dem Verein seines Herzens viel zu verdanken - umgekehrt ist es allerdings genauso.

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