Die beiden besten westaltmärkischen Mannschaften der bisherigen Saison in der Fußball-Landesklasse, Staffel I, stehen sich morgen am 21. Spieltag gegenüber. Es ist zugleich auch ein Spitzenspiel, trifft doch der Tabellenvierte (SV Liesten 22) auf den Rangdritten (SSV 80 Gardelegen).

Salzwedel l Der Kreveser SV hat durch ein 2:2 jüngst in Gardelegen seinen Sechs-Punkte-Vorsprung an der Spitze gewahrt. Zwei Konkurrenten des KSV treffen morgen um 15 Uhr in Liesten aufeinander, wenn der gastgebende SVL Gardelegen empfängt. Schwere Heimaufgaben haben die beiden Aufsteiger auf den Abstiegsplätzen, Diesdorfer SV (FSV Havelberg) und VfL Kalbe/Milde (SV Rot-Weiß Arneburg), zu lösen. Derweil geben der FSV Heide Letzlingen (SV Germania Tangerhütte) und der SV Eintracht Salzwedel (SV Medizin Uchtspringe) ihre Visitenkarten in der Ostaltmark ab.

SV Liesten 22 - SSV 80 Gardelegen (SR: Johannes Socha). Es läuft in der Rückrunde einfach nicht rund für Herbstmeister SV Liesten 22. In fünf Spielen gab es nur einen Sieg. Die Krise ist allerdings mehr der personellen Situation denn der spielerischen Leistung geschuldet. Immer wieder tritt die Elf von Trainer Sigmar Pätzold ersatzgeschwächt - teilweise gar ohne Ersatzspieler - an. Mittlerweile liegen die Liestener sieben Zähler hinter Spitzenreiter Krevese, was schon eine Hypothek ist. Sollte der SVL morgen das Derby - im Hinspiel trennten sich die beiden Teams 2:2 - gegen Gardelegen nicht gewinnen, dürfte der Staffelsiegerzug wohl endgültig abgefahren sein. Verletzungsbedingt wird Sven Komnick weiterhin fehlen, ob Steffen Mangrapp wieder einsatzbereit ist, wird sich zeigen.

Der Gast aus Gardelegen wittert die Chance, aus Liesten etwas mitzunehmen. "Wir haben in den letzten beiden Spielen gesehen, dass spielerisch doch so einiges geht. Deshalb werden wir auch auf Sieg spielen", verrät SSV-Trainer Thorsten Ebeling. Der erinnert sich gern an das Duell in der Vorsaison in Liesten zurück. Dort verlor seine Mannschaft zwar unglücklich mit 3:4, zeigte aber laut Ebeling "eine ihrer besten Saisonleistungen". Gardelegens Coach ist überrascht, dass der Gegner aus Liesten derzeit im Formtief steckt. "Dennoch erwarte sich ein ansehnliches Spiel, weil ich schätze, dass beide Teams mit offenem Visier spielen", so Ebeling, der noch um den Einsatz von Torhüter Rafael Gritzner bangt.

SV Germania Tangerhütte - FSV Heide Letzlingen (SR: Thomas Krugel). Die Tangerhütter sind die Mannschaft der Stunde und in der zweiten Halbserie bisher noch ungeschlagen. Letzlingen hat also ein schweres Los gezogen, ausgerechnet jetzt gegen die Germanen ran zu müssen. Doch der FSV Heide braucht sich selbst nicht zu verstecken. Schließlich gewann die Elf von Trainer Dieter Förster die letzten beiden Partien gegen Diesdorf und Kalbe jeweils mit 4:0. "Dadurch dürften die Spieler Selbstvertrauen getankt haben. Gegen Tangerhütte sahen wir zuletzt meist nicht gut aus. Aus meiner Sicht steht die Mannschaft zu Unrecht da unten, Die Germanen sind sehr offensiv- und heimstark", weiß Förster. Der weiß auch, dass in den nächsten vier Spielen mit Tangerhütte, Uchtspringe, Krevese und Liesten "schwere Kaliber" warten. Morgen wollen die Westaltmärker zumindest einen Punkt entführen - das allerdings ohne Andreas Lenz, Christian Palutke, Matthias Reps, Tobias Benecke, Marc Mette und eventuell auch Christian Wernecke.

SV Medizin Uchtspringe - SV Eintracht Salzwedel 09 (SR: Detlef Leppin). SVE-Trainer Burghardt Schulze sah beim 1:1 gegen Tangerhütte die erwartete Reaktion seiner Mannschaft. Zwar konnte sie im Altmarkderby nicht die vollen drei Punkte einfahren, doch mit dem Teilerfolg zeigte sich Schulze zufrieden. "Das Spiel in Uchtspringe wird sicherlich kein Offensivfeuerwerk", vermutet Salzwedels Trainer. Schließlich treffen die beiden besten Hintermannschaften der Liga aufeinander. Während die Eintracht bisher 19 Gegentreffer hinnehmen musste, schluckten die Mediziner sogar nur 16 Tore. "Wir müssen hinten sicher stehen und versuchen, über Konter zum Erfolg zu kommen", gibt Schulze die Marschroute seines Teams vor. "Uchtspringe ist eine kampfstarke und taktisch sehr disziplinierte Mannschaft", verrät Salzwedels Coach über den Gegner. Nicht zurückgreifen kann er auf die verletzten Mario Heinicke, Stefan Rosenberg und Maximilian Müller. Ob der zuletzt erkrankte Stefan Schmidt rechtzeitig fit wird, steht in den Sternen.

Diesdorfer SV - FSV Havelberg (SR: Rolf Vorsprach). Gewisse Parallelen zur Hinrunde sind vorhanden. Auch dort hatten die Diesdorfer die ersten sechs Partien verloren, wobei es in Havelberg beim 1:5 die vorerst letzte Niederlage gab. In die Rückserie sind die Aufsteiger mit fünf Pleiten gestartet und wollen die Negativserie nun im Duell gegen den Mitaufsteiger beenden. Alles andere als drei Zähler kann für die Elf von Trainer Jörg Kleiner nicht zur Debatte stehen. Ganz klar: Die Abwehr muss stehen, zudem müssen Kampf und Einsatz stimmen. Havelberg ist mittlerweile in der Liga angekommen und belegt mit 27 Punkten den neunten Platz. Der DSV, der auch in der kommenden Woche (Goldbeck) Heimrecht hat, indes möchte den Kontakt zum rettenden Ufer nicht verlieren. Der Rückstand auf Uenglingen auf dem ersten Nichtabstiegsrang beträgt sechs Punkte.

VfL Kalbe/Milde - SV Rot-Weiß Arneburg (SR: Kevin Schulz). Mit dem 0:4 zuletzt in Letzlingen sind die Kalbenser wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. "Die kämpferische Leistung in der zweiten Halbzeit war in Ordnung", muss VfL-Trainer Denis Mertens allerdings zugeben. Ähnlich gegenhalten möchten die Mildestädter auch gegen den Rangsechsten aus Arneburg (33 Zähler). "Das Hinspiel (0:7/Anm. der Redaktion) war für uns ein Desaster. Diese Scharte wollen wir möglichst auswetzen. Dafür müssen wir hinten allerdings sicher stehen", weiß Mertens, der über den Gegner nicht viel verraten kann. Allerdings schauen die Kalbenser lieber auf sich und versuchen ihre Fehler zu minimieren. Fehlen wird der verletzte Marcus Grieger. Marco Thormann ist ebenfalls angeschlagen, doch Mertens hat noch Hoffnung auf einen Einsatz. Die Mildestädter stehen nach wie vor bei acht Zählern, der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt stolze 13 Punkte.