Nachdem der Abstieg des VfL Kalbe/Milde bereits seit einer Woche feststeht, könnten morgen Nachmittag am 26. Spieltag weitere Vorentscheidungen in der Fußball-Landesklasse, Staffel I, fallen. Sollte der Kreveser SV gewinnen, könnte er unter Umständen den Staffelsieg perfekt machen und zudem den Abstieg des direkten Konkurrenten Diesdorfer SV besiegeln.

Salzwedel l Beste westaltmärkische Mannschaft in der Liga ist seit sechs Tagen wieder der SSV 80 Gardelegen auf Platz fünf. Der SSV, der mit dem SV Eintracht Salzwedel, dem SV Liesten 22 und dem FSV Heide Letzlingen drei Regionsvertreter dicht im Nacken hat, reist morgen zum SSV Havelwinkel Warnau. Vor Heimaufgaben stehen neben Diesdorf, das auf Krevese trifft, auch Salzwedel (SG Blau-Weiß Neuenhofe), Letzlingen (Haldensleber SC II) und Kalbe/Milde (SV Medizin Uchtspringe). Liesten reist indes zum FSV Havelberg in die Ostaltmark.

SV Eintracht Salzwedel 09 - SG Blau-Weiß Neuenhofe (SR: Detlef Leppin). Bei der Eintracht läuft es derzeit einfach. Nicht nur, dass die Hansestädter ins Endspiel des Kreispokals eingezogen sind - auch in der Liga haben sie von den letzten fünf Partien vier gewonnen. Damit hat sich die Elf von Trainer Burghardt Schulze aller Abstiegssorgen entledigt und ist auf Rang sechs mittlerweile zweitbeste westaltmärkische Mannschaft. "Wir wollen unsere starke Serie fortsetzen und uns spielerisch festigen. Momentan macht es einfach Spaß. Die Spieler sind entspannt und haben keinen Druck", erklärt Schulze. Auf Seiten des Gegners schätzt Salzwedels Trainer vor allem Patrick Stallmann. "Auf ihn müssen wir besonders aufpassen. Allerdings ist Neuenhofe eine ausgeglichene Mannschaft", weiß Schulze. Dennoch wird auch ohne die drei verletzten Christian Minkus, Mario Heinicke und Maximilian Müller sowie womöglich auch Benjamin Wagner ein Heimsieg angestrebt - auch weil die unglückliche 0:1-Hinspielniederlage wettgemacht werden soll.

FSV Heide Letzlingen - Haldensleber SC II (SR: Marco Uhlmann). Letzlingens Trainer Dieter Förster erwartet einen heißen Tanz gegen den Abstiegskandidaten. "Für Haldensleben ist es wohl die letzte Chance, den Klassenerhalt noch zu schaffen. Deshalb müssen wir davon ausgehen, gegen eine halbe Verbandsliga-Mannschaft zu spielen", so Förster. Doch seine Elf braucht sich momentan nicht zu verstecken, gewann sie doch die letzten beiden Partien und sicherte dadurch frühzeitig die Klasse. "Wenn wir einen Punkt holen würden, was unser Minimalziel ist, hätten wir 40 Zähler auf dem Konto. Schön wäre es, wenn wir Platz acht verteidigen könnten", erklärt Letzlingens Coach. "Haldensleben ist eine spielstarke Mannschaft, für uns ist das eine lohnende Aufgabe", fügt Förster hinzu. Der muss personell erneut umbauen, fehlen doch Marc Mette, Matthias Reps, Dirk Lamprecht, Christopher Schürz, Andreas Schmidt und womöglich auch noch Christian Palutke und Fabian Schlamann.

Diesdorfer SV - Kreveser SV (SR: Christoph Rückmann). Nichts zu verlieren haben die Aufsteiger gegen den Fast-Staffelsieger aus Krevese. Dass die Diesdorfer gegen Spitzenmannschaften auf eigenem Platz durchaus mithalten können, bewiesen sie mit Siegen gegen den Rangzweiten aus Goldbeck (2:1) und den Tabellendritten aus Uchtspringe (2:1). Das dürfte für den KSV, der mit einem Sieg dem Ziel Platz eins ein weiteres Stück näher kommen würde, Warnung genug sein. Der DSV, der in der Vorwoche trotz ordentlicher Vorstellung mit 1:5 in Uchtspringe verlor, wird kämpferisch alles in die Waagschale werfen und dem klaren Favoriten, gegen den man im Hinspiel erst in der Schlussphase mit 0:2 unterlag, alles abverlangen. Muss er schließlich auch, denn bei einer erneuten Niederlage würden die Klassenerhaltschancen noch weiter sinken. Fraglich ist, ob Stephan Litka, Michael Kuhlmann und Marc Neubauer nach Verletzung wieder rechtzeitig fit werden.

VfL Kalbe/Milde - SV Medizin Uchtspringe (SR: Rüdiger Meier). Nach dem 1:8 in der Vorwoche in Tangerhütte steht der VfL als erster Absteiger fest. Dennoch werden die Mildestädter auch in den letzten fünf Spielen auf Landesebene alles geben und versuchen, sich mit Anstand in Richtung Kreisoberliga zu verabschieden. Mittlerweile haben die Schützlinge von Trainer Denis Mertens 101 Gegentore auf dem Konto, was beweist, dass gerade in der Defensive große Probleme herrschen. Sollte man diese nicht abstellen können, wird es wohl auch gegen Uchtspringe nichts zu holen geben. Die Mediziner, zuletzt klare 5:1-Sieger gegen Diesdorf, kämpfen noch um Platz zwei und haben sich daher in der Mildestadt einen Sieg auf die Fahnen geschrieben. Allerdings haben die Kalbenser im Hinspiel bewiesen, dass sie gegen Uchtspringe mithalten können. Etwas unglücklich unterlag das Mertens-Team damals mit 0:2. Diesmal haben sich Thormann Co. zumindest einen Punkt gegen den Favoriten vorgenommen, wofür aber vermutlich alles passen muss.

FSV Havelberg - SV Liesten 22 (SR: Thomas Görges). Die Havelberger haben mit Liesten noch eine Rechnung offen. Das Hinspiel endete 0:0, doch im Nachgang wurde es - der SVL legte Protest ein, weil Havelberg einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt hatte - zugunsten der Liestener gewertet. "Der FSV wird mit Sicherheit noch Wut im Bauch haben und versuchen, sich die Punkte zurückzuholen", vermutet Liestens Co-Trainer Dietrich Timm. Der weiß um die Stärken des Konkurrenten. "Sie haben zuletzt gute Ergebnisse erzielt und sind in der Offensive brandgefährlich", so Timm. Der Beweis: Havelberg stellt mit 67 Treffern den torgefährlichsten Angriff der Liga, steht allerdings dennoch "nur" auf Platz elf (36 Punkte). Nach Punkten könnte der FSV allerdings bei einem Sieg mit den Liestenern gleichziehen. "Die Trainingsbeteiligung bei uns ist derzeit nicht so gut, so dass einige Spieler konditionelle Defizite haben. Zudem müssen wir fast jedes Mal mit einer anderen Aufstellung spielen", nennt Dietrich Timm Gründe, weshalb sein SVL in der Rückrunde acht von zehn Spielen verloren hat. Matthias Wiese, Marian Falkenhagen, Sebastian Thees, Sven Komnick und Steffen Mangrapp fallen in Havelberg aus.

SSV Havelwinkel Warnau - SSV 80 Gardelegen (SR: Johannes Socha). Mit einem 2:2 zuletzt in Goldbeck dürften sich die Gardelegener wieder etwas Selbstvertrauen geholt haben. "Wir sind dort gut aufgetreten und sollten in Warnau hinten ähnlich gut stehen", so Gardelegens Trainer Thorsten Ebeling. Allerdings bekommt dieser Sorgenfalten, wenn er auf die Ausfallliste blickt. Marco Schönfeld und Michael Hille sind gesperrt, Stephan Fraedrich und Hannes Malek verletzt, Daniel Leberecht studienbedingt und Thomas Müller berufsbedingt verhindert. "Glücklicher Weise spielt die A-Jugend nicht, so dass ich vielleicht gerade so elf Spieler zusammen bekomme", verrät Ebeling. Ein Punkt wird in Warnau anvisiert. Wirklich einschätzen kann Ebeling den Gegner aufgrund der fehlenden Konstanz nicht. "Ich denke, sie sind sehr heimstark und haben mit Kevin Beyer und Jürgen Betker zwei gefährlich Offensivspieler", so Gardelegens Coach über den Rangneunten (37 Punkte). Der könnte nach Zählern bei einem Sieg zum SSV 80 aufschließen. Die Westaltmärker haben den zweiten Platz bei fünf Punkten Rückstand allerdings noch nicht aus den Augen verloren.