Einmal müssen die Kicker der Fußball-Landesklasse, Staffel I, noch die Töppen schnüren, dann dürfen sie die Winterpause genießen. Der 16. Spieltag ist gleichzeitig die erste Spielrunde der Rückrunde.

Salzwedel l Und aus westaltmärkischer Sicht wird es morgen - zentrale Anstoßzeit ist 13 Uhr - noch einmal richtig brisant. Es stehen nämlich gleich zwei Derbys an. Zum einen erwartet der SV Grün-Weiß Potzehne den SSV 80 Gardelegen, zum anderen ist der MTV Beetzendorf Gastgeber für den SV Liesten 22. Dagegen muss der SV Eintracht Salzwedel auf eigenem Geläuf gegen den FSV Havelberg ran, der FSV Heide Letzlingen gibt seine Visitenkarte beim SV Preußen Dobberkau ab.

SV Grün-Weiß Potzehne - SSV 80 Gardelegen (SR: Benjamin Petri). Die beiden Kontrahenten kennen sich mittlerweile bereits auswendig. Bereits zum dritten Mal treffen sie in dieser Saison aufeinander. Das Liga-Hinspiel in Gardelegen gewannen die Potzehner durch einen Doppelpack von Ingo Wiegmann mit 2:0, auch im Pokal behielt die Mannschaft von Trainer Nico Bremse - diesmal allerdings auf eigenem Geläuf - mit 2:0 die Oberhand. Natürlich strebt der Landesliga-Absteiger nun auch noch den dritten Sieg gegen den Nachbarn an. Mit einem solchen würden die Grün-Weißen den direkten Kontrahenten im Klassement sogar überholen. Die Bremse-Truppe hat aktuell einen Lauf, gewann die letzten vier Partien allesamt und befreite sich damit aus dem Abstiegskampf. Genau deshalb möchten die Potzehner auch an die Leistungen aus den Vorwochen anknüpfen und damit den fünften Erfolg in Serie einfahren.

Das wollen die Gardelegener allerdings mit allen Mitteln verhindern. Zuletzt präsentierte sich das Team von Trainer Norbert Scheinert wechselhaft, belegt dennoch weiterhin einen zufriedenstellenden sechsten Tabellenplatz. Damit die Rolandstädter diesen halten, müssen sie in Potzehne punkten. Mindestens einen Zähler möchte der SSV im Derby einfahren. Dafür müssen die Scheinert-Schützlinge allerdings konzentrierter als zuletzt auf fremden Plätzen auftreten. Zuletzt unterlag man auswärts in Uchtspringe mit 1:3 und musste den direkten Kontrahenten im Tableau vorbeiziehen lassen. Damit das nicht auch gegen Potzehne passiert, werden die Gardelegener versuchen, über eine stabile Abwehr und schnelle Konter zum Erfolg zu kommen.

MTV 1880 Beetzendorf - SV Liesten 22 (SR: Bernd Manecke). Lange befanden sich beide Teams im Tabellenkeller. Das gilt nun zumindest für die Liestener nicht mehr. Die Elf von Spielertrainer Lucas Bresch ist seit dem siebten Spieltag ungeschlagen und hat sich mittlerweile im Mittelfeld, auf Platz sieben, eingenistet. Der SVL darf sogar mit einem Auge nach oben schielen, denn der Rückstand auf die Verfolger von Tabellenführer Goldbeck wird immer weiter verkürzt. Diesen Schwung wollen die Liestener natürlich nutzen, um auch in Beetzendorf mit etwas Zählbarem vom Platz zu gehen. Wie das funktioniert, zeigte der SVL im Hinspiel. Dieses gestalteten Mangrapp Co. nach einer der besten Saisonleistungen mit 6:2 siegreich.

So einfach wie im September werden es die MTV-Mannen von Coach Mayk Zürcher dem Gegner aber sicherlich nicht noch einmal machen. In der Vorwoche konnte der Aufsteiger dem Treiben entspannt zusehen - das Auswärtsspiel in Dobberkau wurde in das neue Jahr verlegt - und sich regenerieren. Erholt und mit ordentlich Druck möchte der MTV den Liestenern ordentlich Paroli bieten. Denn Fakt ist auch: Punkte müssen, egal wie, her. Mit acht Zählern belegt das Zürcher-Team, das zuletzt durch ein 3:2 gegen Tangerhütte Selbstvertrauen tankte, weiterhin einen Abstiegsplatz. Um diesen zu verlassen, muss der Neuling im Nachbarschaftsderby punkten.

SV Eintracht Salzwedel 09 - FSV Havelberg (SR: Dustin Leske). Zuhause ist der SV Eintracht Salzwedel zu einer Macht geworden. Genau das wollen die Hansestädter auch gegen den Rangdritten aus Havelberg (29 Punkte) unter Beweis stellen. Tabellarisch soll es für die Eintracht noch etwas weiter nach oben gehen, Rang zehn ist nicht zufriedenstellend für die Schützlinge von Trainer Burghardt Schulze. Die ließen es in der Vorwoche beim 7:1 gegen Uenglingen ordentlich krachen. Diesmal werden es die Salzwedeler mit Sicherheit schwerer haben. Dennoch wollen sie ihren Heimvorteil nutzen, um etwas Zählbares einzufahren. Zudem haben die Mannen von der Jeetze noch eine Rechnung aus dem Hinspiel offen. Dieses ging mit 1:2 verloren. "Das war eines unserer schlechtesten Spiele in dieser Saison. Gegenüber den letzten Partien müssen wir uns gewaltig steigern", so Coach Schulze. Der erwartet einen "motivierten Gegner, der den Anschluss nicht verlieren möchte", und muss auf Michael Schulze (Sperre) und Stefan Schmidt (privat verhindert) verzichten.

SV Preußen Dobberkau - FSV Heide Letzlingen (SR: Norbert Möllmann). Auf dem Papier sind die Letzlinger klar favorisiert, doch Heide-Co-Trainer Michael Friedrichs erwartet ordentlich Gegenwind für sein Team. "Es wird mit Sicherheit ein Kampfspiel. Dobberkau hat spielerisch gute Leute im Kader und schon den einen oder anderen stärkeren Gegner in dieser Saison geärgert", erklärt Friedrichs. Seine Mannschaft gewann zuletzt in Tangerhütte mit 3:1 und baute ihr Torekonto auf 43 Treffer aus. "Wir müssen versuchen, an die zweite Halbzeit dieses Spiels anzuknüpfen", so Letzlingens Assistenzcoach. Der muss auf die verletzten Florian Pawlowsky und Marcel Grabau sowie den berufsbedingt verhinderten Andreas Schmidt verzichten. Das Hinspiel gegen den Aufsteiger (Platz 14/zwölf Punkte) gewann der FSV auf eigenem Platz mit 4:2. "Wir müssen gucken, was uns nun in Dobberkau erwartet. Ich kenne den Platz nicht", ist Friedrichs schon gespannt.