Um es vorweg zu nehmen: Das altmärkische Gesamtergebnis beim 17. Volksbank-Hallenmaster-Cup in der Wittinger Realschulsporthalle am Dienstag mit einem dritten (Diesdorfer SV) und einem vierten Platz (SV Langenapel) kann sich durchaus sehen lassen. Doch hatte das Turnier, das am Ende der VfL Wittingen/Suderwittingen I durch ein 2:1 gegen den TuS Bodenteich gewann, trotzdem einen negativen Beigeschmack.

Wittingen l Nun ist Fußball bekanntlich kein Konjunktiv und Begriffe wie "hätte", "könnte" oder "wäre" sind sicherlich unangebracht, doch ein Endspiel mit Diesdorfer Beteiligung wäre mit Sicherheit nicht unverdient gewesen. Der Tabellendritte der Kreisoberliga hatte sich, erneut mit einer ersatzgeschwächten Vertretung, sehr achtbar geschlagen und Titelverteidiger Wittingen/Suderwittingen I im Halbfinale bereits am Haken.

Torlos endete das spannende Duell, so dass es ins Neunmeterschießen ging. Dort schnappte sich Stefan Benecke den Ball als erster Diesdorfer Schütze und verwandelte sicher zum vermeintlichen 1:1. Der Schiedsrichter gab das Tor, doch plötzlich meldete sich ein eigentlich Unbeteiligter, Hallensprecher Hermann Reichert, zu Wort und wies darauf hin, dass Benecke - entgegen der Regel - die blaue Anlauflinie überschritten hatte (siehe nebenstehender Kommentar). Der Referee aus Niedersachsen ließ sich - kaum einer in der Halle verstand, aus welchem Grund - vom Moderator, der selbst erst von einem Wittinger Spieler darauf aufmerksam gemacht wurde, überstimmen.

Benecke musste trotz zahlreicher Proteste erneut ran und hämmerte die Kugel diesmal an die Latte. Da auch Michael Kuhlmann seinen Strafstoß nicht im VfL-Kasten unterbringen konnte und die Brauereistädter zwei ihrer Neuner versenkten, standen diese - sicherlich nicht unverdient, aber auch mit einer gewissen Portion Glück - im Finale, das man mit 2:1 gegen den TuS Bodenteich siegreich gestaltete. Dieses hatte zuvor auch der SV Langenapel verpasst. Dies allerdings ohne kuriose Entscheidungen durch Kampfgericht oder Schiedsrichter. Gegen den TuS Bodenteich hieß es im Semifinale aus Sicht des Vorjahresfinalisten 0:2. So standen sich die Kreisoberligisten Diesdorf und Langenapel im kleinen Finale gegenüber, wobei sich der DSV nach einem 2:1 Bronze sicherte.

Die sich - und das sicherlich auch völlig zu Recht - etwas verschaukelt fühlenden Diesdorfer hatten bei der Siegerehrung trotzdem noch zwei Gründe zur Freude. Zum einen wurde Felix Klapper mit drei Treffern als bester Torschütze geehrt, zum anderen wählten die Verantwortlichen Diesdorfs Daniel Wolter zum besten Schlussmann des Wettkampfs. Den besten Spieler der Endrunde stellte mit Gino Bölter Finalist TuS Bodenteich.

Zwischenrunde

Als erster der vier Regionsvertreter betrat der SV Langenapel in Gruppe 2 das Parkett. Gegen den TuS Bodenteich musste sich die von Markus Bötticher betreute SVL-Truppe allerdings deutlich mit 0:3 geschlagen geben und damit um das Viertelfinalticket bangen. Auch Kreisligist Kuhfelder SV war gegen die Bodenteicher chancenlos und ging mit 0:4 baden. Somit musste das Derby zwischen Langenapel und Kuhfelde entscheiden, wer neben dem TuS die Runde der letzten Acht erreicht. Zwar führten die Kuhfelder durch Patric Peysa, doch dann drehten die erneut von zahlreichen und lautstarken Fans angefeuerten SVL-Kicker richtig auf und schossen nach Toren von Martin Müller, Fred Neuling (jeweils 2), Marcel Peters und Andreas Beneke noch ein souveränes 6:1 heraus. Der KSV war draußen, Langenapel im Viertelfinale.

Wenig zu bestellen gab es für Landesklasse-Vertreter und KFV-Hallensupercupsieger MTV Beetzendorf in Staffel 3. Einem 0:2 gegen den VfL Wittingen/Suderwittingen I folgte im entscheidenden Duell um das Weiterkommen ein deutliches 0:4 gegen den VfL Wahrenholz, der damit genau wie die Wittinger die K.o.-Runde erreichte. Beetzendorf war hingegen punkt- und torlos ausgeschieden.

Deutlich besser lief es für den Diesdorfer SV in Gruppe 4. Im ersten Duell teilte sich das Kleiner-Team mit dem FC Ohretal die Punkte. Dabei konnte der DSV durch ein Eigentor und einen Treffer von Felix Klapper zwei Rückstände egalisieren - 2:2. Gegen den SV Tülau-Voitze machten die Diesdorfer dann den Viertelfinaleinzug perfekt. Felix Klapper und Thomas Griese schossen ein 2:0 und damit auch den Gruppensieg heraus, da Ohretal gegen Tülau-Voitze mit 1:2 verlor.

In der rein niedersächsischen Staffel 1 setzten sich der FC Brome und der SV Hankensbüttel gegen den SV Sprakensehl durch.

Viertelfinale

Lange spannend zu ging es im ersten Duell der Runde der besten Acht zwischen dem SV Langenapel und dem FC Brome. Bis in die Schlussphase hinein leuchtete ein 1:0 zugunsten des SVL, für das Marcel Peters gesorgt hatte, auf der Anzeigetafel auf. Kurz vor Ultimo erhöhten Andreas Beneke und abermals Peters dann allerdings noch auf 3:0 für den Vorjahresfinalisten, der damit verdient ins Halbfinale einzog. Der TuS Bodenteich (2:1 VfL Wahrenholz) und der VfL Wittingen/Suderwittingen I (4:0 SV Tülau-Voitze) zogen nach. Der Diesdorfer SV bekam es zu guter Letzt mit dem ambitionierten SV Hankensbüttel zu tun. Mann des Spiels war Diesdorfs Sven Agte mit einem Doppelpack. Auch wenn Hankensbüttel zwischenzeitlich ausglich, standen die Westaltmärker nach einem 2:1 im Halbfinale.

Halbfinale

Eine ordentliche Vorstellung boten die Langenapeler beim erneuten Aufeinandertreffen mit Bodenteich. Das Bötticher-Team erspielte sich selbst gute Chancen, stand zudem defensiv sicher. In der Schlussphase gelangen dem Bezirksligisten aus Bodenteich dann allerdings doch noch zwei Treffer zum 2:0. Der TuS ließ sich als erster Finalist feiern. Wenig Möglichkeiten gab es indes in einem von der Taktik geprägten Duell zwischen Wittingen/Suderwittingen I und Diesdorf. Kein Wunder also, dass die Tore in der regulären Spielzeit verschlossen blieben. Im Neunmeterschießen hatten die Niedersachsen, wie bereits geschildert, das Glück auf ihrer Seite - 2:0.

Spiel um Platz drei

Die Luft war raus im Duell der beiden Westaltmärker aus Diesdorf und Langenapel. In einem fairen Derby bewies dann aber doch der DSV den größeren Siegeswillen und ging durch Felix Klapper und Michael Kuhlmann mit 2:0 in Führung. Langenapel läutete mit dem 1:2-Anschlusstor durch Marcel Peters die Schlussoffensive ein, doch ein weiterer Treffer gelang Neuling Co. nicht. Bronze ging somit an die Diesdorfer.

Finale

Wittingen/Suderwittingen I um den Ex-Jübarer Steffen Schmidt, der auch einmal erfolgreich war, erwischte im Endspiel den besseren Start und ging mit 2:0 in Front. Der Anschluss der Bodenteicher kam zu spät, so dass die Brauereistädter durch ein 2:1 ihren Titel in eigener Halle verteidigten.

   

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