Die Adler sind ihrer Konkurrenz in der ersten Halbserie förmlich davongeflogen, bleiben aber in Sichtweite. Mit 25 Punkten aus elf Partien hat sich der TSV Adler Jahrstedt die Herbstmeisterschaft in der Fußball-Kreisliga gesichert, hat allerdings ein Quartett dicht im Nacken.

Salzwedel l Die zweithöchste Spielklasse des Altmarkkreises Salzwedel scheint in dieser Spielzeit ausgeglichener denn je besetzt zu sein. Die Punktabstände zwischen den einzelnen Teams sind nur sehr gering. Jahrstedt zeigte sich in den ersten elf Partien am konstantesten, doch der SV Rot-Blau Sanne, der Kuhfelder SV, Aufsteiger SV Eintracht Berge und der SV Germania Zethlingen liegen dem Primus auf der Lauer.

Die Adler aus Jahrstedt verstärkten sich vor der Saison gezielt. Vom TSV Fortuna Bergfeld aus Niedersachsen bereicherten Tobias und Martin Rolle sowie Karsten Knoll die Mannschaft von Trainer Uwe Bartels, zudem rückten Chris Schulze und Fritz Meyer-Roschau aus dem eigenen Nachwuchs ins Männerteam auf. Der mit aktuell zehn Treffern beste Torschütze des Tabellenführers, Tobias Lenz, kehrte vor Saisonbeginn von Landesklasse-Aufsteiger MTV Beetzendorf zurück an seine alte Wirkungsstätte. "Uns zeichnet ganz klar die mannschaftliche Geschlossenheit aus. Die jungen Spieler sind gut aufgenommen worden und haben in der Hinrunde auf jeden Fall überrascht. Zudem haben wir eine bärenstarke Offensive", erklärt TSV-Sektionsleiter Andreas Kroggel. "Gerade zu Hause sind wir eine Macht, dort läuft der Ball sehr gut", fügt Kroggel an. Nur gegen Berge (4:4) verließen die Adler das eigene Geläuf nicht als Sieger, dafür wurden allerdings die Mitkonkurrenten aus Sanne (6:0) und Kuhfelde (1:0) bezwungen.

Überhaupt mussten die Jahrstedter bisher erst zwei Niederlagen hinnehmen. Die erste war besonders bitter, denn gleich am ersten Spieltag setzte es ein derbes 0:4 in Zethlingen. Davon zeigte sich das Bartels-Team allerdings schnell gut erholt. Nur noch eine einzige Pleite, beim 0:1 in Chüden, musste im weiteren Verlauf der Hinserie hingenommen werden. Mit acht Siegen aus elf Spielen sind Lenz Co. ein würdiger Herbstmeister. "Wir würden schon gern in die Kreisoberliga aufsteigen, müssen aber natürlich erst einmal die Rückrunde abwarten. Einen Platz unter den ersten Drei wollen wir auf jeden Fall erreichen", verrät Andreas Kroggel mit Blick in die Zukunft. Einfach werden es die Adler auch im zweiten Teil der Saison nicht haben, denn die Konkurrenz ist nicht weit entfernt.

Der SV Rot-Blau Sanne (24 Punkte) auf Rang zwei hat gerade mal einen Zähler Rückstand auf den Spitzenreiter. Auch die Rot-Blauen gingen achtmal als Sieger vom Feld, mussten allerdings bereits drei Niederlagen (0:6 in Jahrstedt, 0:4 in Miesterhorst, 0:1 gegen Pretzier) hinnehmen. Doch für Peschke Co. ist in punkto Titelkampf noch alles möglich. Das gilt auch für den Kuhfelder SV und den SV Eintracht Berge, die jeweils bei 22 Punkten stehen. Die Kuhfelder, daheim mit 15 Punkten in fünf Spielen eine echte Macht, müssen allerdings auf fremden Plätzen häufiger punkten, um auch bis zum Ende um den Staffelsieg mitzuspielen. Die Berger Eintracht spielte als Neuling eine solide erste Halbserie und musste sich erst einmal (1:4 in Sanne) geschlagen geben. Vielleicht gelingt den Mannen um André Stolle, der mit elf Treffern zusammen mit dem Zethlinger Christian Grothe die Torjägerliste anführt, mit etwas Glück sogar der Durchmarsch von der 1. Kreisklasse in die Kreisoberliga. Doch das ist noch Zukunftsmusik.

Mit Aufstiegsambitionen ist auch der SV Germania Zethlingen in die Saison gegangen. Die Truppe von Trainer Thomas Hoppe mischt mit 21 Zählern derzeit auch weit oben mit. Während die Germanen von ihren sechs Auswärtspartien bereits fünf für sich entschieden, mussten sie in fünf Heimspielen bereits drei Niederlagen hinnehmen. Gerade auf eigenem Geläuf sollten sich Steffens Co. steigern, um auch bis zum Ende ein Wörtchen um den Titel mitzureden. Im Mittelfeld kämpfen die beiden Nachbarn SV Eintracht Chüden (18 Zähler) und SG Pretzier (17) momentan um Rang sechs. Ob es für beide Teams reicht, um noch einmal weiter oben anzugreifen, wird die Rückrunde zeigen. Den eigenen Erwartungen hinterher läuft der FSV Miesterhorst, der mit 13 Punkten auf Rang acht jenseits von Gut und Böse positioniert ist. Die Miesterhorster haben sich auf die Fahnen geschrieben, im weiteren Saisonverlauf noch den einen oder anderen Platz gutzumachen, wobei allerdings mehr Konstanz gefragt ist.

Dahinter beginnt schon der Abstiegskampf mit den üblichen "Verdächtigen". Durch einen Endspurt hat sich der SV Langenapel II noch auf den neunten Platz vorgeschoben. Die Elf von Trainer Jürgen Schulz hat genau wie die zweite Mannschaft des FSV Heide Letzlingen neun Zähler auf dem Konto und sich damit ein kleines Polster verschafft. Immerhin zweimal als Sieger vom Platz gegangen ist bisher Aufsteiger SV Arendsee. Mit sieben Punkten belegen die Seestädter den vorletzten Tabellenplatz. Die Rote Laterne mit in die Winterpause genommen hat die SG Saalfeld. Das Schlusslicht hat im bisherigen Saisonverlauf vier Zähler auf sein Konto gebracht, die Hoffnung auf den Klassenerhalt aber noch längst nicht aufgegeben. Auch im Kampf gegen den Abstieg ist das letzte Wort noch längst nicht gesprochen.