Die letzten großen Erfolge beim SV Schwalbe Schwiesau sind ganz eng mit einem Namen verbunden: Michael Kutschki. Der 42-Jährige hat bei den Schwalben so gut wie alles mitgemacht. Mal ging es rauf, mal wieder runter. Kutschki kann auf über 20 bunte Jahre in Schwiesau zurück blicken.

Wiepke/Schwiesau l Nicht nur der SV Schwalbe Schwiesau hat es dem Wiepker Michael Kutschki angetan, sondern auch der SSV 80 Gardelegen. Genau bei diesem Verein arbeitet der Westaltmärker nun schon mehrere Jahre erfolgreich als Nachwuchstrainer und geht seitdem mit seinem Sohn Felix gemeinsame Wege. "Mir juckt es einfach in den Füßen. Egal, ob nun Training oder Spiel", sagt Kutschki, der sich ein Leben ohne Fußball nicht vorstellen kann.

Die Begeisterung für die populärste aller Sportarten in Michael Kutschkis Familie hielt sich früher in Grenzen. Doch das hinderte den gebürtigen Schenkenhorster nicht, bereits als Erstklässler dem runden Leder hinterher zu jagen. Da er in Schwiesau zur Schule ging, schloss sich Kutschki mit seinen Freunden der ortsansässigen BSG Traktor an. Dort hörte er seinerzeit auf die Kommandos von Trainer Harald Schmidt. Bis zur vierten Klasse war Michael Kutschki in Schwiesau aktiv, dann beendete er "aus persönlichen Gründen" vorerst seine Laufbahn.

1991: Fortsetzung der Karriere beim SV Engersen

Die setzte der heute 42-Jährige erst 1991 fort. Weil sich die Männer des SV Engersen neu gründeten, fand Michael Kutschki auf einmal wieder Gefallen. "Ich wurde gefragt und habe dann auch wieder angefangen", erklärt der Wiepker selbst. Doch nach nur einem Jahr brach Kutschki seine Zelte in Engersen wieder ab und wechselte zurück zu den Wurzeln. Dem SV Schwalbe Schwiesau ist der Westaltmärker bis heute treu geblieben. "Dort habe ich eigentlich alles mitgemacht", erinnert sich Kutschki mit einem Schmunzeln zurück. Der einstige Vollblutstürmer war mit den Schwalben unter anderem auch in der Landesklasse aktiv. "Ich war immer motiviert und ehrgeizig. Als Angreifer wollte ich natürlich immer ein Tor machen", charakterisiert sich der 42-Jährige selbst. Das Erfolgsrezept in Schwiesau war früher ganz simpel: Langer Ball nach vorn auf Kutschki, der erzielte dann schon irgendwie seine Tore.

Für eine Saison bekleidete Michael Kutschki sogar das Amt des Spielertrainers beim SV Schwalbe Schwiesau. "Das war für mich zugegebener Maßen sehr anstrengend", verrät der Fußballenthusiast. Mehrere Angebote von anderen Vereinen flatterten Kutschki immer wieder ins Haus, doch ein Wechsel stand genau genommen nie zur Debatte. "Der Verein ist mir so sehr ans Herz gewachsen. Das Umfeld hat mir hier schon immer gefallen, es hat einfach alles gepasst", schwärmt Kutschki, dessen große Liebe aktuell in der Kreisoberliga spielt.

Noch hat Michael Kutschki seine Schuhe nicht an den Nagel gehängt. Für die Altherren der SG Schwiesau/Jeggau/Engersen geht der Wiepker in der Kreisliga noch immer auf Punktejagd. Allerdings befindet sich der 42-Jährige momentan noch in der Eingewöhnungsphase. Im April 2014 zog er sich beim Spiel mit den Schwiesauer Herren in Vienau einen Kreuzbandriss zu. "Das war meine erste gröbere Verletzung", verrät Kutschki. Die warf den Westaltmärker allerdings für längere Zeit aus der Bahn. "Spielen möchte ich trotzdem wieder, um fit zu bleiben. Da sind die Altherren genau richtig, denn da ist es schon etwas lockerer und ruhiger", erklärt der Westaltmärker.

In Gardelegen sehr gut aufgenommen worden

Beim SSV 80 Gardelegen startete Michael Kutschki 2012 auch noch eine Karriere als Übungsleiter. Zusammen mit seinem Filius Felix stieg er bei den F-Junioren der Rolandstädter ein, arbeitete dort zunächst als Co-Trainer von Maik Schnürer. "Ich war immer dabei und wurde dann gefragt, ob ich als Assistent mit einsteigen würde", erzählt der 42-Jährige. Mittlerweile ist Kutschki Cheftrainer der Truppe, die nun bereits im E-Junioren-Bereich angekommen ist und in der Kreisliga eine gute Rolle spielt. "Die Jungs sind mir ans Herz gewachsen, haben sich sehr gut entwickelt. Auch im Verein bin ich sehr gut aufgenommen worden. Man hat immer ein offenes Ohr, ich kann mich auf die Leute hier verlassen", lobt Michael Kutschki die Arbeit in Gardelegen. Seit dieser Spielzeit hat er mit dem 17-jährigen Julian Renz einen jungen Co-Trainer an seiner Seite. "Wir ergänzen uns sehr gut", sagt Kutschki über die Zusammenarbeit. "Als Trainer bin ich sicherlich manchmal auch zu laut, aber ich möchte einfach Erfolg haben. Schließlich steckt eine Menge Arbeit dahinter", fügt der 42-Jährige an.

Als Coach möchte Michael Kutschki noch so lange wie möglich weitermachen. Zweimal in der Woche bereiten sich die jungen Rolandstädter auf die Partien am Wochenende vor. Für seinen Sohn Felix, mit dem er auch oft zu Hause kickt, wünscht sich der Familienvater, dass er den Sprung in den DFB-Stützpunkt schafft. Der Zehnjährige glänzt beim SSV als Spielmacher mit viel Übersicht und ist bereits auf den Spuren seines Vaters. Der möchte selbst noch so lange, wie es die Gesundheit zulässt, seine Töppen schnüren. Und wer weiß: Vielleicht wird der einstige Goalgetter Michael Kutschki bald auch noch mal bei den Herren des SV Schwalbe Schwiesau im Kreisoberliga-Abstiegskampf zur Aushilfe benötigt.