Mit nur vier Partien ist die Fußball-Kreisoberliga am vergangenen Sonntag in das Jahr 2015 gestartet. Eine davon hatte es - zumindest von der Konstellation her - mächtig in sich. Spitzenreiter SV Heide Jävenitz empfing nämlich den Rangzweiten Diesdorfer SV, unterlag aber knapp mit 0:1 und tauschte mit dem DSV die Plätze im Tableau.

Von Thomas Koepke

Salzwedel l Doch vorgestellt hatten sich die Jävenitzer um Coach Guido Euen diesen Nachmittag allerdings ganz anders. Das Umfeld war am Sonntag bundesligatauglich. Neben neuen Trikots und den bereits gewohnten "Ballaltar", begrenzten nun auch noch neue Eckfahnenstangen, die nach einem möglichen Tritt beim Torjubel nicht brechen, sondern einfach abknicken würden, das Spielfeld. Auf die Probe gestellt werden konnten sie - zumindest von den Gastgebern - am Sonntag noch nicht. Damit aber noch nicht genug. Um das Spielfeld herum spazierte auch das neue Maskottchen "Heidi" - ein orangener Hirsch mit Geweih - umher. Alles war also angerichtet und eines Spitzenspieles absolut würdig. Die Kulisse von knapp 250 Spielbeobachtern tat ihr Übriges.

Doch Gegner Diesdorfer SV zeigte sich davon wenig beeindruckt, spielte seinen taktisch klugen Stiefel herunter, nutzte eine der zwei Torchancen und gewann die Begegnung. Coach Jörg Kleiner war nicht einmal so überrascht, dass es in Jävenitz zu den drei durchaus angestrebten Punkte reichte. "Naja, wir haben das Pokalspiel hier mit nur zehn Mann erst in der Verlängerung verloren, haben zu Hause, erneut mit einem Mann weniger, gegen Jävenitz gewonnen und nun auch das Rückspiel für uns entschieden. Die Mannschaft ist ausrechenbar. Sie spielt lang auf Stürmer Schmidt und das wars. Darauf konnten wir uns gut einstellen und vor allem in Halbzeit zwei keine einzige Chance der Jävenitzer mehr zulassen. Da hatte Jävenitz vielleicht sogar 80 Prozent Ballbesitz, doch genützt hat der ihnen nichts", resümierte Kleiner.

Nicht ganz so sah das Heide-Coach Guido Euen. "Wir müssen die Begegnung bereits in der ersten Halbzeit entscheiden. In solch einem Spitzenspiel überhaupt vier klarste Chancen zu bekommen, ist Luxus. Davon hätten wir zumindest zwei nutzen müssen. Aber irgendwie hat in der letzten Konsequenz die Galligkeit, das Tor unbedingt machen zu wollen, gefehlt. Hinzu kommt, dass uns die Grippewelle auch ein wenig geschwächt hatte. Das soll aber keine Ausrede sein. In der zweiten Halbzeit waren wir nicht in der Lage, uns überhaupt noch echte Chancen zu erspielen. Und so reicht es dann eben nicht, um irgendwas hier mitzunehmen".

Meisterschaftszug noch lange nicht abgefahren

Der Meisterschaftszug ist aber dennoch für die Heide-Elf lange noch nicht abgefahren, zu viele Partien stehen noch auf dem Programmplan, doch auf einen mehr als spannende Titelkampf dürfen sich sowohl die Diesdorfer als auch die Jävenitzer wohl jetzt schon einstellen. Und für die Euen-Elf geht es knallhart weiter, denn schon am kommenden Sonntag steht das Duell beim VfB Klötze an.

Das Team von Trainer Kevin Riewe ist ebenfalls als sehr defensivstark bekannt und will gern zum Stolperstein werden. Selbst schielen die Klötzer auch noch auf eine Saisonmedaille. Den Startschuss zum Großangriff auf das Podest gaben die Purnitzstädter bereits am Sonntag mit dem knappen aber nicht unverdienten 1:0-Erfolg gegen die SG Eintracht Mechau.

Dazu müssten die Klötzer aber erstmal den SV Langenapel einholen. Der kam am vergangenen Sonntag zu einem mühevollen 1:0 auf heimischem Rasen gegen die erstarkten Kalbenser. Der Rangdritte hatte allerdings auch mit schweren Beinen zu kämpfen. Schließlich absolvierte der SVL vor der Partie gegen den VfL ein zweitägiges Trainingslager an der Landessportschule in Osterburg. "Ich denke, dieses Trainingslager hat seinen Zweck erfüllt. Es war vor allem gut für das Mannschaftsgefüge", sagte Trainer Ronny Müller.

Einen weiteren Rückschlag gab es im Kampf um den Ligaverbleib dagegen für die Reserve des SSV 80 Gardelegen. Eigentlich hatte sich die Elf von Coach Werner Ilgner viel vorgenommen, profitierte von der personellen Unterstützung der ersten Mannschaft und machte ihre Sache - zumindest auf dem Platz - eigentlich ganz gut. Das, was aber nicht stimmte, war aus Sicht des SSV II das Ergebnis. Immerhin verlor man mit 0:3 gegen den FSV Eiche Mieste klar und hat nun das Abstiegsduell gegen Schwalbe Schwiesau vor der Brust. Sollte das auch noch in die Binsen gehen, darf sich die Achtzig-Reserve wohl schon einmal mit den Gegebenheiten der Kreisliga vertraut machen.

Zu hoffen bleibt aber, dass die Kreisoberliga am kommenden Sonntag eine komplette Spielrunde absolvieren kann, denn sollten weitere Matches abgesagt werden, würde sich nicht nur das Tabellenbild weiter verzerren, sondern auch die Oster-, Mai- und Pfingstfeiertage schon mal als Nachholspieltage gebucht werden können.

 

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