Hart, aber fair: So lässt sich die sportliche Herangehens- und Spielweise von Ralf Klein schon seit jeher wohl am besten beschreiben. Klein kann auch mit 44 Jahren nicht genug bekommen und ist bei der SG Pretzier sehr glücklich geworden.

Pretzier l "Mein Herz gehört auch immer noch dem SV Liesten 22. Das werden die Pretzierer sicherlich nicht gern hören", deutet Ralf Klein mit einem schelmischen Grinsen auf die Rivalität der beiden Vereine hin. Klein war für beide Klubs selbst aktiv und hat beide in sein Herz geschlossen. In Pretzier arbeitet der 44-Jährige aktuell als Trainer der Landesliga-A-Junioren und kickt selbst auch noch für die Altherren in der Kreisliga.

Nebenbei auch noch als Tischtennis-Crack aktiv

Sportlich groß geworden ist Ralf Klein allerdings nicht in der Westaltmark, sondern in seiner Heimat Hessen. Dort begann er mit sieben Jahren, für den SV Flörsheim 09 dem runden Leder hinterher zu jagen. In der F-Jugend des Vereins spielte Klein im Mittelfeld. Gleichzeitig war der Sportenthusiast auch als Tischtennis-Crack unterwegs und spielte in der Jugend für den TV Flörsheim um Punkte. Fußball war für den Hessen aber schon immer die bedeutendere Sportart. In Flörsheim durchlief Klein alle Nachwuchs-Altersklassen und arbeitete als A-Jugendlicher zugleich auch noch als Trainer der vereinseigenen D-Junioren. "Ich hatte mir früh das nötige Wissen angeeignet und konnte mit Kindern als gelernter Erzieher eigentlich schon immer gut umgehen", erklärt der heute 44-Jährige.

Im Jahr 2000 kam Ralf Klein aus beruflichen, aber auch familiären Gründen in die beschauliche Westaltmark und fand dort auch sportlich sein neues Zuhause. Genauer gesagt beim SV Liesten 22, wo er sich 2002 offiziell anmeldete. Zuvor hatte er allerdings während seines Aufenthaltes in Mecklenburg-Vorpommern fünf Jahre lang komplett pausiert. Klein brauchte also erst einmal Zeit zur Gewöhnung. Nach Liesten war der gebürtige Hesse durch Bekannte gelangt. "Vom Zusammenhalt her hat es mir dort auf Anhieb gefallen", denkt er gern zurück. Unter der Regie von Sigmar Pätzold ("Von ihm habe ich viel gelernt") startete Ralf Klein beim SVL noch in der 2. Kreisklasse. Es folgte der rasche Aufschwung. Nach zahlreichen namhaften Verstärkungen schafften die Liestener den Durchmarsch bis in die Landesklasse. "Dort habe ich zwar nur noch ein Spiel absolviert, aber es hat trotzdem Spaß gemacht", erzählt der Wahl-Westaltmärker.

Der wechselte mit 32 Jahren dann auch in die Altherren-Mannschaft des SV Liesten 22. Ab und an half Klein dann auch noch in der zweiten Herren-Vertretung nach deren Gründung im Jahr 2011 aus. Mittlerweile gibt es in Liesten weder eine Altherren-Truppe noch eine eigenständige zweite Männer-Mannschaft. Schweren Herzens musste Ralf Klein den Verein also verlassen und wechselte zur SG Pretzier. Dort spielt er mittlerweile für die Oldies, die in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Eintracht Chüden in der Kreisliga unterwegs sind. Bei der SGP ist Klein sehr glücklich und mittlerweile auch ein gefragter Mann. Schließlich ist der 44-Jährige bei der Sportgemeinschaft im Altherren-Team nicht nur als Defensivakteur eine echte Bank, sondern er trainiert auch noch die A-Jugend-Vertretung in der Landesliga. "Ich bin erstaunt über die gute Zusammenarbeit in diesem Verein. Wie viele Leute da mit anpacken, um etwas auf die Beine zu stellen, ist schon toll", sagt der Hesse.

Vor acht Jahren übernahm Ralf Klein als Coach die D-Junioren der SG Pretzier/Chüden/Liesten. Bereits zuvor hatte er in dieser Truppe seit der F-Jugend im Schatten von Thomas Wendt und Rüdiger Schulz mitgewirkt. "Ich habe mich immer im Hintergrund aufgehalten", schildert Klein. Dessen Sohn Janek Tzschentke war ebenfalls Bestandteil dieser Mannschaft. "Ich bin da als Trainer förmlich mit reingerutscht", erklärt der Hesse. Nachdem Thomas Wendt seinen Posten aufgab, war Ralf Klein zusammen mit Rüdiger Schulz für die Vertretung verantwortlich. Das Duo hat seine Schützlinge mittlerweile bis in die A-Jugend geführt. Seit Beginn dieser Spielzeit ist auch Schulz nicht mehr Teil des Trainerstabs, so dass Klein mit Stephan Klingebiel einen neuen Assistenten an seiner Seite hat. In der Landesliga spielt der älteste Nachwuchs der SGP eine gute Rolle und nimmt aktuell Rang fünf ein. "Das ist eine starke Truppe, die gut zusammen hält. Es macht einfach Spaß, sie zu trainieren", schwärmt der 44-Jährige. "Ich denke, ich bin eher der ruhige und sachliche Typ", beschreibt sich Klein als Trainer.

Straffes Programm von Mittwoch bis Sonntag

Seit fünf Jahren ist Ralf Klein übrigens auch im Floorballsport aktiv. Zu den "Grizzly`s" des TV Jahn Salzwedel kam der Wahl-Westaltmärker durch seinen Sohn Janek. Selbst war Klein zwei Saisons aktiv, mittlerweile trainiert er die Herrenmannschaft der Hansestädter schon im vierten Jahr zusammen mit Chris Heymann. 2011 erwarb er auch die C-Lizenz als Übungsleiter. Höhepunkt für den 44-Jährigen war sicherlich die Deutsche Meisterschaft der U15 in Salzwedel vor drei Jahren, die er als Coach miterlebte. "Selbst bin ich nun nicht mehr aktiv", verrät der Sportbegeisterte, der es vorzieht, die Fußballschuhe zu schnüren. Über die Woche gesehen hat Ralf Klein in sportlicher Hinsicht ohnehin genug um die Ohren. Von Mittwoch bis Sonntag steht wöchentlich ein straffes Programm an. Mittwochs und freitags bittet Klein seine A-Jugend zum Training, während donnerstags Übungseinheiten mit den Salzwedeler Floorballern angesetzt sind. Am Wochenende stehen dann die Partien mit den Altherren und den A-Jugendlichen an.

Der 44-Jährige, der an verschiedenen Schulen Fußball-Arbeitsgemeinschaften anbietet, möchte noch so lange wie möglich selbst aktiv dem runden Leder hinterher jagen. "Ich hoffe natürlich, dass ich verletzungsfrei bleibe", erklärt Ralf Klein. Der beschreibt sich selbst als "Kämpfer", möchte aber möglichst immer fair bleiben. Auch als Trainer würde Klein gern weitermachen, muss die A-Jugend-Truppe allerdings nach dieser Spielzeit abgeben, weil sie nahezu geschlossen in den Männerbereich aufrückt. "Ich weiß nicht, ob ich dann noch mal eine Nachwuchs- oder eine Herrenmannschaft übernehme", rätselt der 44-Jährige noch. Der hofft, dass die Herren der SG Pretzier mit Unterstützung der aufrückenden Youngster in nächster Zeit den Aufstieg von der Kreisliga in die Kreisoberliga ("Ich glaube, dahin gehören sie einfach") schaffen. Es wäre sicherlich auch für Ralf Klein ein Stück weit Genugtuung.