Nur schwer aus den Start-löchern im neuen Jahr kamen die Classic-Kegler des Magdeburger SV 90 in der 3. Bundesliga Ost. Bei Zweitliga–Absteiger Semper Berlin verloren die Elbestädter das erste Spiel der Rückrunde mit 5 238:5 172 Kegel. Der knappe Rückstand von 66 Holz lässt eigentlich auf ein spannendes Geschehen schließen, doch im Kegelsport reicht auch ein grandioser erster Durchgang, um ein Spiel vorzeitig zu entscheiden.

Magdeburg (dhe). Die Lemsdorfer reisten mit einigem Selbstvertrauen und einem guten dritten Tabellenplatz im Rücken in die Hauptstadt. Die Gastgeber, mit einer für ihre Verhältnisse eher durchwachsenen Hinrunde, schienen in dieser Saison schlagbar. Das wollten die Magdeburger nutzen.

Doch es kam anders, denn Semper machte bereits auf den ersten 200 Wurf mit einem sehr gut aufgelegten Matthias Noack (969) alles klar. Magdeburg wollte am stets heimstarken Kapitän der Berliner dran bleiben, hatte aber an diesem Tage nicht die geeigneten Mittel dazu. Ulf Wunderlich bekam mit aller Macht die Schwierigkeiten der komplizierten Semper-Anlage zu spüren. Lediglich 785 Kegel brachte er am Anhaltiner Bahnhof zu Fall, was für einen der stabilsten MSV-Kegler ein kleines Debakel bedeutet. Glatte 100 Holz verlor Wunderlich so gegen Andre Krause.

Nicht viel besser erging es Maik Siegemund gegen den schon erwähnten M. Noack. Auch Siegemund musste 108 Kegel an seinen direkten Gegner abgeben, konnte mit seinen erzielten 861 Punkten aber noch zufrieden sein.

Somit war das Spiel mit 208 Holz Rückstand für den MSV schon gelaufen, doch untergehen oder aufgeben wollten die Gäste noch nicht. Sven Ostermann zeigte seinen Mannschaftskameraden, wie man in Berlin kegeln muss. Tolle 939 Zähler wurden für ihn notiert. Dirk Sommermeyer tat sich hier viel schwerer mit den Bahnen und traf nur 825 Holz. Semper verwaltete mit Prill (870) und Gierspeck (826) den komfortablen Vorsprung, musste aber dennoch 68 Punkte hergeben.

Die Hypothek von 140 Kegeln Rückstand war dann aber immer noch zu viel für das MSV-Schlussduo Blumtritt/Piekacz. So passierte auf den ersten 100 Wurf des Finaldurchganges nichts außergewöhnliches, doch dann kamen die Magdeburger noch einmal gefährlich auf. Berlin hatte es Wolfgang Zinow und seinen Neuner-Serien im Abräumerspiel zu verdanken, dass das Spiel nicht doch noch zu Gunsten des MSV kippte. Blumtritt (865) und Piekacz (897) hatten zwar ihre Kontrahenten aus Berlin sicher im Griff, mussten sich aber letztlich mit 66 Holz geschlagen geben.

Es war sicherlich mehr drin für die Magdeburger Kegler, doch am Ende siegte wie bisher immer der SV Semper in sicherer Manier auf der heimischen Kegelanlage.