Die Kegler des Magdeburger SV 90 sind nach dem überraschend deutlichen Heimerfolg über Semper Berlin nicht mehr Schlusslicht der Classic-Bundesliga, 200 Wurf,

Lemsdorf l Ohne Zweifel ist es den Keglern des Magdeburger SV 90 gelungen, die gute Form aus dem Dezember ins neue Jahr zu transportieren. Mit 5506 Holz erzielten die Lemsdorfer Saison-Heimbestleistung und ließen dabei den Gästen vom SV Semper Berlin (5322) keine Chance.

Dabei waren die Köpenicker nicht ohne Ambitionen an die Elbe gekommen. In den letzten drei Jahren hatte der SV Semper jeweils die Punkte aus der Landeshauptstadt entführt und an diesem Punkt wollten sie gern weiter machen. Das MSV-Team hingegen zeigte unbändigen Siegeswillen, hatte eine starke Körpersprache, feierte am Ende verdient den zweiten Punktspielsieg in Folge und bleibt damit in der Rückrunde ungeschlagen. Positiver Nebeneffekt dieser Miniserie ist, dass der MSV die Rote Laterne an den KTV Zeulenroda abgeben konnte, der zeitgleich sein Heimspiel gegen den neuen Tabellenführer Engelsdorf verlor.

Berlin wollte gleich zu Anfang klare Verhältnisse schaffen und setzte seine besten Kegler im Startdurchgang ein. Der MSV war sich jedoch von der ersten Kugel an der brisanten Situation bewusst und hielt straff dagegen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bekam Ulf Wunderlich (942 Holz) mit guten Würfen seinen Gegner Dirk Uhlig (893) immer besser in den Griff und gewann sein Duell letztlich noch deutlich. Sven Ostermann hatte die schwierige Aufgabe, den besten Berliner, Matthias Noack, an die Leine zu legen. Tatsächlich gelang ihm dies mit konzentriertem Angriffsspiel. Erst mit den letzten Würfen zog Noack noch knapp an Ostermann vorbei und gewann die Partie der beiden Tagesbesten mit 966:960 Holz.

Mit 43 Zählern Vorsprung für Magdeburg begann der zweite Durchlauf. Recht zügig hatten aber die Berliner Koch (881) und Grundmann (907) den Rückstand getilgt und waren drauf und dran, dem Spiel eine Wende zu geben. Die Elbestädter Dirk Sommermeyer (866) und Maik Siegemund (897) kämpften aber verbissen weiter, wenn auch nicht alles gelang. Schließlich konnten sie aber ihren Schlussspielern einen knappen Vorsprung von 18 Holz überreichen.

Der nur dünne Rückstand für die Gäste ließ auf eine spannende Schlussphase hoffen, doch die Magdeburger machten gleich auf den ersten 50 Wurf den Sack zu. Die Brüder Dirk und Uwe Hecht spielten erstmals sein zehn Jahren wieder im selben Durchgang für die gleiche Mannschaft, was hervorragend aufging. Dirk Hecht konservierte seine gute Form der letzten Wochen und begann mit tollen 269 Punkten und auch Uwe traf starke 227 Holz auf seiner ersten Bahn. Damit packte der MSV weitere 95 Zähler auf seinen Vorsprung drauf und alle Messen waren gesungen.

Den Berlinern Liss (846) und Bräuer (829) gelang in Erwartung der deutlichen Niederlage nicht mehr viel. Uwe Hecht verhagelte sich ein besseres Ergebnis durch zu viele Fehlwürfe und damit bedingt zu wenigen Abräumern, enttäuschte aber mit 886 Punkten nicht. Sein Bruder Dirk hielt weiterhin voll rein und belohnte sich selbst mit ausgezeichneten 955 Punkten. Am Ende siegten die Elbestädter völlig verdient mit 184 Holz Abstand.

Nun führt die Reise zum SV Geiseltal Mücheln, wo die Trauben sehr hoch hängen.