Der 1. FC Magdeburg kann einfach nicht mehr gewinnen. Zumindest den Kroschke-Cup. Scheiterte der Regionalligist im Vorjahr an Braunschweigs U 23, waren diesmal die Preussen siegreich.

Stadtfeld l Die 1700 Zuschauer hatten die Gieselerhalle längst verlassen, die Helfer bereits die Werbebanden zusammengerollt, da hallte aus der Preussen-Kabine das laute "Humba, humba ..." des Turniersiegers. Nach 2008 sicherten sich die Sudenburger zum zweiten Mal den Sieg beim Kroschke-Cup, während die Regionalliga- Kicker des FCM letztmalig 2009 jubeln konnten.

"Der Erfolg ist gut für das Selbstvertrauen und ein hervorragende Ergebnis. Ich denke, der Turniersieg ist vom ersten bis zum letzten Spiel verdient", analysierte Preussen-Trainer Alexander Daul gewohnt sachlich. Manager Klaus-Dieter Theise war da schon euphorischer: "Nach den Turniersiegen in Burg und Barleben war das hier natürlich die Krönung. Das ist für mich derzeit das beste Team, seitdem ich bei den Preussen bin." Preussen-Kapitän Nils Oliver Göres, der nur noch schnell ins Bett wollte, weil er als Bereitschaftspolizist tags darauf Dienst auf der "Meile der Demokratie" hatte, verwies auf einen nicht uninteressanten Fakt: "Wichtig war, dass der Pott nach drei Jahren mal wieder in der Stadt bleibt."

Dabei wären die Preussen beinahme in der Vorrunde hängengeblieben, ehe sie durch das überraschende 4:0 über Neuling FSV Barleben sogar noch Erster der Gruppe A wurden. Als im Halbfinale gegen den anderen Turnierdebütanten Schönebecker SC mit Trinh und Appel gleich zwei Preussen Zeitstrafen erhielten, drohte mehrfach der Ausgleich.

Zuvor hatte sich der FCM im ersten Halbfinale und der Neuauflage des letztjährigen Endspiels gegen Braunschweig durchgesetzt, musste nach dem 1:1, Butzen hatte die Blau-Weißen per Kopf (!) in Führung gebracht, Behrens ausgeglichen, aber ins Neunmeterschießen, das er diesmal gewann.

Im Endspiel lief zunächst für den Club alles nach Plan, Viteritti traf zum 1:0. Doch der "fliegende Torwart" Röhl glich mit einem "Hammer-Tor" aus, ehe Birke wenig später FCM-Keeper Cichos aus spitzem Winkel mit dem 2:1-Siegtreffer überwinden konnte. Als dann Fuchs auch noch eine Zwei-Minuten-Strafe erhielt, waren die Messen gesungen, konnte auch Beil als spielender Torwart nichts mehr richten.

FCM-Trainer Danny König war nicht nur in dieser Szene angefressen, rasselte bereits drei Stunden zuvor nach dem 1:0-Sieg im Gruppenspiel gegen den MSV Börde mit Schiedsrichter Falk Warnecke zusammen, weil er seine Schützlinge nicht ausreichend geschützt wähnte.

Insgesamt war die 14. Turnierauflage für Organisations-Chef Heiner Laugisch aber eine rundum gelungene Sache, auch wenn Ehrengast Holger Stahlknecht nach nur 20 Minuten schon wieder davonbrauste: "Der Minister war ja das erste Mal hier und von der Atmosphäre überrascht, sprach von einer einmaligen Veranstaltung."

Auch Namensgeber Klaus Kroschke war nach Turnier-ende voll des Lobes: "Das war das beste Turnier, das ich bisher erlebte. Gut, dass nicht wieder Eintracht gewann, das wäre mir dann doch irgendwie peinlich."

   

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