Mit einer teambildenden Maßnahme und der Arbeit an der Disziplin geht die Wasserball-Union Magdeburg dem 5. April entgegen. Dann könnte eine Entscheidung um den Staffelsieg in der 2. Liga Ost fallen. Thomas Struffmann mag so weit nicht denken: "Wir schauen von Spiel zu Spiel", erklärt der WUM-Coach.

Magdeburg l In den nächsten Tagen wird er die kleine Feier mit seiner Mannschaft nachholen, Trainer Thomas Struffmann hat das versprochen. Am 31. Dezember ist er nämlich 50 Jahre alt geworden. Und in Anbetracht des Tabellenstandes - die WUM führt die 2. Liga Ost derzeit an - ist es leicht zu erraten, was er sich sportlich gewünscht hat für das Jahr 2014.

Aber Struffmann nimmt das Ziel, das zunächst Staffelsieg und dann Aufstieg in die Bundesliga nach erfolgreicher Relegation lauten dürfte, nicht in den Mund. Er hält es da mit dem Trainer seines Lieblingsvereins, mit Lucien Favre vom Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach: "Wir schauen von Spiel zu Spiel." Und letztlich auf jenes am 5. April gegen die SGW Brandenburg ganz besonders, wenn wohl der Kampf um den Staffelsieg in der Ost-Gruppe in der Dynamo-Halle entschieden wird.

Grottenschlechtes Spiel

Fünf Partien haben die Magdeburger bislang absolviert, vier Siege dabei errungen. Dazu eine Niederlage beim direkten Konkurrenten im Aufstiegskampf in Brandenburg. Die Meinungen über dieses 4:8 im Dezember sind ein wenig geteilt, die einen machten es an der Schiedsrichterleistung fest, vor allem die Spieler aber sagen: "Das war von uns eine grottenschlechte Leistung." Struffmann erinnert sich: "Wir haben dort in der 21. Minute das erste Tor erzielt, mehr muss man dazu nicht sagen."

Über die drei Herausstellungen während der Partie verlor er derweil kein Wort mehr. "Wichtig war, dass wir am nächsten Tag bei der SG Neukölln II zwei Punkte geholt haben." Beim 13:9-Erfolg "hat die Mannschaft stark gekämpft".

Die Mannschaft hat aber noch eine ganz andere Stärke: "Wir sind in der Breite wirklich gut aufgestellt", freut sich Struffmann. Vor zwei Wochen, beim 20:4-Sieg gegen die SGW Dresden, schwamm die WUM in Bestbesetzung zum Sieg. Dazu gehörte auch Holger Dammbrück, der sein Comeback gegeben hat. "Er hat sich wieder in den Dienst der Mannschaft gestellt", erklärte Struffmann zur Rückkehr des 26-Jährigen, der gegen Dresden gleich zwei Treffer markierte.

Nur einen Mann vermisst Struffmann im Becken: Christopher Bott. Der 28-Jährige musste sich im vergangenen Dezember einer erneuten Schulter-Operation unterziehen und hat danach sein Karriereende verkündet. Struffmann sieht das mit einem lachenden und einem weinenden Auge: "Zum einen haben wir damit einen Vorteil, weil Christopher viel Zeit in die Jugendarbeit investiert. Zum anderen aber fehlt er mir als Spieler." Und so ganz erledigt, das klingt zumindest durch, ist dieses Thema für den Trainer noch nicht.

In vier Wochen nach Prag

Am 22. Februar erst treten die Magdeburger zum nächsten Punktspiel bei Stepp Prag an, einer Mannschaft, von der alle sagen: "Sie bestimmt das Niveau der Liga mit." Aber sie spielt auch außer Wertung im Aufstiegskampf. Die deutschen Kontrahenten konnten zudem wählen, ob sie selbst nach Prag reisen wollen oder die Tschechen zu ihnen kommen. Die WUM tritt die Auswärtsfahrt an, jeder Akteur wirft dafür 50 Euro in die Mannschaftskasse. "Ich sehe das als eine teambildende Maßnahme", sagt Struffmann, der im Training weiter an der Disziplin der Abwehr arbeiten will. Eine disziplinierte Einheit wird auch nötig sein, wenn Brandenburg am 5. April in Magdeburg antritt.

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