Nach der Hinrunde der Fußball-Verbandsliga hat sich im Kampf um die Landesmeisterschaft und den Oberliga-Aufstieg ein Zweikampf zwischen Herbstmeister BSV Ammendorf aus Halle und der Reserve des 1. FC Magdeburg herauskristallisiert.

Magdeburg l Im 104. Jahr seines Bestehens strebt der BSV Ammendorf dem Aufstieg in die fünfthöchste deutsche Spielklasse entgegen. Das Team aus dem Hallenser Stadion der Waggonbauer wäre damit nach dem VfL Halle 96 und der HFC-Zweiten der dritte Vertreter der Saalestadt in dieser Spielklasse. Einzig die deutsche Bundeshauptstadt Berlin hat im Nordosten Deutschlands noch mehr Mannschaften in dieser Spielklasse vertreten.

Die Saalestädter verließen in der ersten Halbserie in 13 Spielen zehn Mal den Platz als Sieger, spielten zweimal unentschieden und kassierten nur am 3. Spieltag beim Vorjahresmeister Haldensleber SC mit dem 0:1 eine Niederlage. Zudem erzielten die Saalestädter mit 33 Toren die meisten Treffer aller 14 Teams, kassierten zudem mit sieben Toren die wenigsten Gegentreffer der Liga.

Ärgster Verfolger des BSV ist die junge Mannschaft des 1. FC Magdeburg II. Auch die Elbestädter kassierten nur eine Niederlage, unterlagen am 5. Spieltag in einem rassigen Lokalderby beim MSV 90 Preussen nach einer 3:1-Führung durch drei Gegentreffer in den letzten 14 Spielminuten aber noch mit 3:4. Zudem vergaben die Blau-Weißen bei insgesamt vier Remis-Spielen weitere wertvolle Zähler auf die Saalestädter. Dabei schmerzten besonders die beiden Heimremis gegen Arnstedt und Aufsteiger Bitterfeld-Wolfen (beide 2:2).

Besonders in diesen beiden Spielen sah sich Trainer Mario Middendorf darin bestätigt, dass seine junge Mannschaft in der "Spielgestaltung gegen sehr defensiv agierende Mannschaften noch lernen muss!" Trotzdem haben sich die Kicker aus dem Osten der Landeshauptstadt noch lange nicht aufgegeben, hegen weiter berechtigte Meisterschaftshoffnungen.

Starker Neuling SSC

Für die Fußball-Kenner nicht überraschend kommt dagegen das Abschneiden des Aufsteigers Schönebecker SC, der auf Grund des besseren Torverhältnisses gegenüber den punktgleichen Arnstedtern auf Platz auf Rang drei überwintert. Mit der tief stapelnden Zielstellung "Klassenerhalt" in die Saison gestartet, blieben die "Grünen" in zehn Spielen (6 Siege, 4 Remis) ungeschlagen. Mit einem Sieg im Nachholspiel am 8. Februar daheim gegen Merseburg könnten sich die Mannen von der Magdeburger Straße in Schönebeck gar noch von Arnstedt absetzen. Allerdings muss man nach zahlreichen Abgängen in der Winterpause abwarten, ob das Team diese guten Leistungen im zweiten Saisonabschnitt bestätigen kann.

Ein breites Mittelfeld mit Bernburg, Vorjahresmeister Haldensleben, den Magdeburger Preussen, Stendal und Amsdorf hegt berechtigte Hoffnungen, im zweiten Saisonabschnitt noch in den Kampf um Platz drei eingreifen zu können. Überraschend ist das bisherige Abschneiden der Mannschaften aus Haldensleben und Sudenburg. Beide Mannschaften mussten vor der Saison einen enormen Aderlass in Form von Spielerabgängen verkraften.

Umbruch beim HSC

Allein 16 Akteure sagten neben Trainer Stephan Grabinski nach dem vom Verein angekündigten Oberligaverzicht und der Trennung vom Coach in Haldensleben Adieu. So galt der HSC bei vielen als Abstiegskandidat. Doch Trainer-Rückkehrer Roland Zahn schuf um die wenigen verbliebenen Akteure und den zahlreichen jungen Neuzugängen eine spielstarke Truppe, die nur drei Niederlagen kassierte.

Auch die Preussen mussten ihre Mannschaft umbauen. Auf dem Trainerstuhl nahm Alexander Daul, zuvor Co-Trainer, das Zepter in die Hand. Zudem verließen acht teils sehr erfahrene Kicker die Gestade im Germerstadion. In der Offensive hui, in der Defensive für die Verbandsliga aber zu schwach besattelt, lautete das Urteil vieler Fußballanhänger.

Doch mit sechs Siegen, zwei Unentschieden und fünf Niederlagen legten die Schwarz-Weißen alles Negative ad acta. Die Sudenburger überwintern auf Rang sieben, haben alle Chancen, auch im vierten Jahr in Folge einen einstelligen Tabellenplatz im Abschlussklassement zu belegen. Allerdings steht Teammanager Klaus-Dieter Theise mit seiner Feststellung nach dem Sieg beim Kroschke-Cup vor gut anderthalb Wochen, dass dies die beste Preussenmannschaft sei, seitdem er im Verein mitwirke, fast allein da.

Merseburg, Sangerhausen, der zweite Aufsteiger Bitterfeld-Wolfen und Oschersleben bilden das untere Mittelfeld, das sich aber um den Abstieg keine Sorgen machen braucht. Den einzigen Abstiegsrang belegt aktuell der TSV Völpke, der alle bisherigen zwölf Punktspiele verlor, zudem mit vierToren die wenigsten Treffer markierte und mit 42 Gegentreffern die meisten Buden kassierte. Für die Kicker aus der Verbandsgemeinde Obere Aller geht damit wohl eine 15 Jahre andauernde Erfolgsgeschichte in der Ober- und Verbandsliga zu Ende.

Die größten Erfolge landete der Verein mit der Meisterschaft und dem Oberligaaufstieg in der Saison 2004/05, den zwei Vizemeisterschaften 2002/03 und 2003/04 sowie dem Landespokalsieg 2003/04 und dem damit verbundenen Einzug in den DFB-Pokal.

 

Bilder