Mit sechs Zählern Vorsprung belegt der FSV Barleben zur Winterpause in der Fußball-Landesliga Nord den ersten Rang, unterstreicht die Favoritenstellung. Während der dritte Rang des Burger BC nicht überraschend kommt, wusste TuS Schwarz-Weiß Bismark mit Rang zwei zu gefallen.

Magdeburg l Ohne große Überraschung an der Tabellenspitze ging die Hinrunde der Fußball-Landesliga Nord zu Ende. Mit dem FSV Barleben 1911 setzte sich jene Mannschaft mit sechs Punkten Vorsprung bei noch zwei auszutragenden Nachholspielen an die Tabellenspitze, der von Anfang an die Favoritenrolle zugebilligt wurde.

Zehn Siege und drei Remis gegen Bismark (1:1, Heim), Burg (1:1, Auswärts) und Förderstedt (0:0, Heim), so lautete die Bilanz der sich vor Saisonbeginn mit zahlreichen Spielern, dem Trainer und Sponsor vom Landesmeister aus Haldensleben verstärkten Rand-Magdeburgern.

Zwar kassierten die Barleber am 5. Spieltag auf eigenem Platz eine 0:2-Niederlage im Bördekreis-Derby gegen Irxleben. Doch da der Gast einen Spieler unberechtigterweise einsetzte, wandelte das Sportgericht die Niederlage in einen 2:0-Erfolg. Doch auch mit einer Niederlage belastet wäre der FSV Halbserien-Spitzenreiter. Zudem stellte der FSV das jeweils beste Team in heimischen Gefilden bzw. auf fremden Plätzen.

Das Grabinski-Team kann mit Siegen in den beiden Nachholspielen in Calbe und Wernigerode seine Führung noch weiter ausbauen und dürfte in der zweiten Saisonhälfte kaum noch vom ersten Platz zu verdrängen sein.

Für viele Anhänger des Landesligafußballs überraschend, belegt der TuS Schwarz-Weiß aus Bismark um den Torjäger Carlo Rämke den zweiten Rang. Allerdings ist dieser zweite Platz auch Ausdruck der über Jahre sehr guten Nachwuchsarbeit im Verein. Zudem kann Trainer Dirk Grempler seit Jahren in Ruhe arbeiten, kam bisher auch ohne große Ausfälle durch Verletzungen, anders als noch in der vergangenen Saison, durch die bisherige Saison.

Dagegen kommt der dritte Rang des letztjährigen Aufsteigers und Meisterschaftsdritten Burger BC nicht überraschend. Überraschend ist lediglich der bereits auf sieben Punkte angewachsene Rückstand auf Herbstmeister Barleben. Die Burger kassierten zwar nur zwei Niederlagen in Förderstedt (2:3) und Ottersleben (1:3), büßten aber bei fünf Unentschieden zu Hause gegen Barleben (1:1), Bismark (1:1) und Aschersleben (3:3) sowie in Schönebeck (1:1) und Halberstadt II (2:2) wertvollen Boden ein.

Aufsteiger SV Förderstedt belegt überraschend Rang vier, dürfte damit bereits frühzeitig den Grundstein zum Erreichen des Saisonziels Klassenerhalt gelegt haben.

Dahinter folgt ein acht Teams umfassendes Mittelfeld, aus dem sich lediglich Einheit Wernigerode mit drei Siegen in den drei anstehenden Nachholspielen zu Hause gegen Barleben und Halberstadt bzw. in Irxleben in die Spitzengruppe katapultieren könnte.

Enttäuschte Elbestädter

Auf jeweils 20 Punkte kamen bisher die drei Magdeburger Mannschaften im breit gefächerten Mittelfeld der Tabelle. Bestplatziertes Team ist aktuell der VfB Ottersleben, der es auf je sechs Siege und Niederlagen sowie zwei Unentschieden brachte. Der VfB, der vor Saisonstart den Abgang dreier Leistungsträger verkraften und insgesamt neun neue Akteure einbauen musste, agierte noch zu schwankend in seinen Leistungen. Trotzdem setzten die Ottersleber einige Glanzpunkte, wie das 3:1 gegen Burg bzw. das 8:2 in Förderstedt. Dem stehen allerdings die Niederlagen gegen Aschersleben (1:2) und beim SV Fortuna (2:5) bzw. das 3:3 in Tangermünde gegenüber. "Wir müssen konstanter in unseren Leistungen werden", forderte VfB-Trainer André Hoof oftmals.

Beim MSV Börde wechselten sich im Verlauf der ersten Halbserie Licht und Schatten ab. Zu selten wussten die mit sieben Neuzugängen aufwartenden Stadtfelder zu überzeugen. Aus dem Überangebot an offensiven Kräften konnte das Team selten Kapital schlagen. Zudem wuchs nach der Auftaktniederlage daheim gegen Irxleben die Verunsicherung. Dem ließ die Mannschaft zwar in den folgenden sieben Heimspielen sieben Siege folgen. Doch in den Auswärtsspielen gelang der Mannschaft von Trainer Tobias Ellrott kein einziger Erfolg. Lediglich in Wernigerode (2:2) und Möringen (1:1) gelangen Punktgewinne. Negative Höhepunkte waren dagegen die Niederlagen beim Schönebecker SV (1:4) und in Calbe (0:5). "Wir haben es oft nicht verstanden, unsere Stärken auszuspielen. Das muss im zweiten Abschnitt besser werden", so Ellrott.

Auch beim Verbandsliga-Absteiger SV Fortuna überwiegen die negative Eindrücke. Zwar konnte das Team fast immer spielerisch überzeugen. Doch die katastrophale Chancenverwertung verhinderte eine mögliche bessere Platzierung der Elf vom Schöppensteg. Wie die Ottersleber verzeichnen die Fortunen je sechs Siege und Niederlagen sowie zwei Remis. Dabei schmerzen besonders die Heimniederlagen gegen Burg (0:4) und Förderstedt (0:2) sowie das Remis gegen Halberstadt (3:3). Auswärts haderten das Trainergespann Dirk Hannemann/Dirk Nitzschke besonders mit den Niederlagen in Barleben (0:1), beim MSV Börde (1:2) und in Aschersleben (0:1). "Unsere Schwächen in der Chancenverwertung haben uns einige Punkte gekostet. Wir müssen weiter an der Beseitigung unserer Defizite arbeiten", fordert Hannemann von seiner Elf.

Tangermünde, Halberstadt II, Möringen und Potzehne werden wohl die drei Absteiger unter sich ausmachen. Wobei der Regionalliga-Reserve aus Halberstadt die besten Chancen auf den Klassenerhalt eingeräumt werden. Allerdings nur, wenn die Mannschaft personell nicht wieder so im "Regen" stehen gelassen wird, wie in der vergangenen Verbandsligasaison.

 

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